Zweithund - Fazit und Prognose 2

Einmal Zweithund, immer Zweithund? Zweihundehaltung macht viel Arbeit und noch mehr Dreck, ist nervenaufreibend, zeitintensiv und höllisch teuer - und einfach ganz wunderbar...

 

Ja, es gibt sie: Die Zweithundehalter, die es bitterlich bereuen, einen zweiten Hund angeschafft zu haben. Es ist auch keine Seltenheit, dass in Tierarztpraxen Hunde mit Bisswunden behandelt werden, die von dem zweiten, eigenen Hund stammen.

 

Doch der umgekehrte Fall überwiegt: Wer sich einmal auf zwei Hunde eingelassen und eingerichtet hat, dem ist oft „nur“ ein Hund nicht mehr genug. Mit einem Einzelhund fühlt er sich fast alleine und vermisst ganz einfach etwas. Oft kommt dann von ganz alleine der Gedanke nach einem dritten Hund...


Es spricht prinzipiell nichts dagegen, ein ganzes Hunderudel zu halten - wenn Geld, Platz, Zeit und Sachverstand in rauhen Mengen vorhanden ist, verstehet sich. Liebhaber, Hundesportler, Züchter oder Tierschützer halten sehr oft mehr als drei Hunde.

 

Schwierig wird es, und das ist bei den Vorgenannten nicht selten der Fall, wenn Hunde instrumentalisiert werden und dabei die Bedürfnisse des einzelnen Hundes untergehen. Manch ein Liebhaber muss unbedingt von jeder Farbe seiner Rasse ein Exemplar haben, mancher Hundesportler muss die besten Aussichten auf den Pokal haben, mancher Züchter möglichst viele gute Zuchthündinnen und manch ein Tierschützer kann sowieso nie genug Tiere retten auf den Einzelhund kommt es hier nicht mehr an.

 

Der Unterschied zwischen Hunde-Haltung und Hunde-Sammlung

 

Natürlich halten wir alle Hunde, weil wir uns gewisse persönliche Vorteile davon versprechen - und sei es nur die Erfüllung des glühenden Hundewunsches. Und natürlich gibt es zahllose Liebhaber, Tierschützer, Hundesportler und Züchter, die aus reiner Hundeliebe ihr Rudel halten - und es vorbildlich tun.

 

Doch leider ist auch das Gegenteil oft der Fall. Wenn Hunde instrumentalisiert werden und dabei ihre ureigenen Bedürfnisse verkannt werden, leiden sie. Jedem Hund ist es ein Bedürfnis, individuelle Fürsorge von seinen Menschen zu erfahren und ein hundegerechtes Leben führen zu dürfen.

 

Kann ein Hundehalter diesen Ansprüchen nicht mehr genügen, weil er zuviele Hunde hält, wird er dem einzelnen Hund nicht mehr gerecht. An diesem Punkt trennen sich die Wege von Hunde-Haltern und Tier-Sammlern. Manche Menschen entwickeln eine wahre Sammel-Leidenschaft und enden als sogenannte Animal-Hoarder. Die Gründe dieses Phänomens sind sehr vielschichtig und eher psychologischer und psychosozialer Natur - mit Hundeliebe haben sie aber nur noch peripher zu tun.

 

Mehrhundehalter werden in der Gesellschaft deshalb auf viele Vorurteile treffen, die es nicht ohne Grund gibt. Es liegt in ihrer Verantwortung, sich von Tier-Sammlern zu distanzieren – indem sie sich rücksichtsvoll und verantwortungsbewusst zeigen, und zwar ihren eigenen Hunden wie auch der Umwelt gegenüber.

 

Fazit

 

Ihr habt unsere Zweithunde-Serie bis hierher interessiert verfolgt und Euch nicht abgeschreckt gefühlt? Gratulation, dann attestieren wir Euch die besten Prognosen, bald zur Riege der Zweihundehalter zu gehören. Und das gilt auch für die, die unsere Serie "einfach nur mal" so und "ganz ohne" Zweithunde-Wunsch verfolgt haben. Veränderungen wird es mit dem zweiten Hund viele geben - Langeweile aber nicht mehr!

 

Wir wünschen Euch eine gute Zeit mit ein, zwei oder auch drei Hunden!

 

Von zwei Hunden zu Hund und Kind: Am nächsten Mittwoch startet unsere große Serie zum Thema "Hund und Kind"!

 

 

 

 

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