Zweithund: Ankunft im neuen Heim

Vor dem Einzug sollten einige Vorbereitungen getroffen werden. In der ersten Zeit im neuen, gemeinsamen Heim solltet Ihr konflikt-trächtigen Situationen am Besten vorbeugen. Konflikte gibt es meist um Ressourcen: Futter, Spielzeug oder bevorzugte Liegeplätze beispielsweise. Achtet darauf, dass Spielzeug nicht einfach zur freien Verfügung herumliegt, denn es könnte sein, dass der Ersthund sein Lieblingsbällchen vehement gegen den Eindringling verteidigt.

 

Wie alle Veränderungen sollte auch diese möglichst vor dem Einzug des Neulings stattfinden, damit der Ersthund nicht zu sehr verunsichert wird und die vielen, teils unwillkommenen Veränderungen nicht an dem neuen Kollegen festmacht.

 

Futterneid vermeiden

 

Auch Futter sollte nicht einfach so im Haus herumliegen – das gilt für Kauknochen und gefüllte Kongs ebenso wie für Hundekekse oder Trockenfutter. Die Fütterungen der Hunde sollten zunächst getrennt stattfinden.

 

Erst später können beide Hunde im selben Raum fressen, allerdings sollten sie dabei immer unter Aufsicht sein, damit es nicht zu unschönen Futterneid-Szenen kommt. Ihr seid dafür verantwortlich, dass beide Hunde ungestört fressen können – dann wird Futterneid erst gar nicht aufkommen. Achtet darauf,dass keiner der Hunde seinen Napf vor dem anderen verteidigen muss, sondern jeder entspannt fressen kann, ohne belästigt zu werden.


Ein weiterer Streitpunkt in einer Hunde-Wohngemeinschaft sind oft die – aus Hundesicht – besten Liegeplätze. Auch hier ist man gut beraten, zunächst einmal alle Privilegien zu streichen: Das Sofa ist ab sofort Euch vorbehalten, also kann auch nicht auf den Platz dort gerauft werden. Meist ist es sinnvoll, jedem Hund zunächst einen festen Liegeplatz zu zu weisen, den der andere ihm nicht streitig machen darf. Ein Hundebett oder eine Hundedecke leisten hier gute Dienste.

Keinen Grund für Eifersucht geben

 

Auch um die Aufmerksamkeit des Menschen kann es in einem Zwei-Hunde-Haushalt Streit geben. Damit es soweit gar nicht erst kommt, könnt Ihr Euren Ersthund bereits vor dem Einzug des Kollegen schonend an die neue Situation heranführen. Denn wer vorher der alleinige Prinz Eures Herzens war, wird womöglich die Welt nicht mehr verstehen, wenn er nur noch die zweite Geige spielt.


Wenn Ihr bereits vor der Zusammenführung ganz langsam das Maß Eurer Aufmerksamkeit dem Ersthund gegenüber ein wenig herunter fahrt, kann er sich in Ruhe daran gewöhnen. Zudem wird er Euer verändertes Verhalten nicht an dem neuen Hund festmachen. Ist der neue Hund eingezogen, erhält der Ersthund wahrscheinlich automatisch nicht so viel Aufmerksamkeit, wie er es ursprünglich gewohnt war.

 

Nach Einzug des Zweithundes sollte der Ersthund allerdings wieder soviel Aufmerksamkeit erfahren, dass er diese Erfahrung als positiv erlebt und möglichst mit seinem neuen Kollegen in Verbindung bringt. So hat er zu Eifersucht schlicht gar keine Veranlassung.

 

Hausregeln für das Zusammenleben schon vorher einführen

 

Das Zusammenleben mit mehreren Hunden ist einfacher, wenn es klare 'Hausregeln' gibt – und die sollten bereits vor dem Einzug des Zweithundes klar sein. Was dürfen die Hunde, und was nicht? So gibt es auch viel weniger Konfliktpotential für die Hunde untereinander.

 

Wenn vor dem Spaziergang brav ein jeder an seinem Platz wartet, bis er angeleint wird, gibt es keine wilde Rauferei um den Platz an der Türe. Wenn beim Abendessen die Hunde wissen, dass sie am Tisch nichts verloren haben, gibt es hier keine Rangeleien um vermeintliche Leckerbissen.


Es ist in jedem Fall sinnvoll, solche Hausregeln zu etablieren, bevor der Zweithund kommt – so findet er sich schneller ein und der Ersthund muss nicht zu viel Veränderung auf einmal erleben. Auch die Erziehung des Ersthundes sollte vorher noch einmal gründlich aufgefrischt werden – in der nächsten Zeit werden Ihr nämlich ohnehin nicht mehr dazu kommen!

 

Zusammenführung ist ein heikles Unterfangen


Die Zusammenführung zweier Hunde ist oft ein heikles Unterfangen, bei dem eine Menge schief gehen kann. Jetzt werden die Weichen für das gesamte weitere Zusammenleben gestellt. Ein qualifizierter Hundetrainer kann Euch beratend zur Seite stehen. Steht Euer erster Vierbeiner beispielsweise seinen Hund und versucht sein Revier zu verteidigen, war die Eingewöhnungszeit auf Spaziergängen eventuell zu kurz. Jeder Hund hat sein eigenes Tempo, um einen anderen Hund wirklich kennen zu lernen und zu akzeptieren.


Manch ein Hund verträgt es aber auch einfach nicht, einen anderen Hund, egal ob bekannt oder fremd, in seinem Haus zu haben. Ihr seid gefragt als Rudelführer, Eurem Hund klarzumachen, dass „der Neue“ ein Recht hat im Haus zu sein. Versteht er das, wird sich ein friedliches Zusammenleben bald einstellen. Wenn nicht, solltet Ihr euch fragen, ob ein Zweithund wirklich die richtige Entscheidung war.


Abschließend sei gesagt: Lasst Euren Hunden Zeit, sich an einander zu gewöhnen, bevor ihr sie auf engen Raum zusammen leben oder auch einmal eine Weile alleine miteinander lasst lasst. Das machen wir Menschen ja schließlich auch nicht anders! (hs/je)

 

Lest im Teil 4: "Zweithund - Regeln für das Zusammenleben"

 

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