Eine wichtige und eindrucksvolle Lektion bringen Schulhunde vielen Kindern auf kindgerechte Weise bei: Im spielerischen Wettlauf können die Kinder selbst erfahren, dass ein Hund immer um ein Vielfaches schneller ist als sie. Es ist wichtig, dem Kind zu erklären, dass es vor einem Hund niemals davon laufen sollte, selbst wenn es Angst hat. Das Davonlaufen kann den Jagdtrieb eines Hundes erst recht reizen, und er wird hinterher hetzen, um das Kind fest zu halten. Möglichst ruhig stehen bleiben, den Hund nicht ansehen und sich langsam entfernen ist die einzig angemessene Methode, zu reagieren, wenn ein Hund dem Kind Angst macht.
Natürlich verlangt das einem Kind ein hohes Maß an Selbstbeherrschung ab, das es sicherlich nicht in jeder Situation zeigen kann. Dennoch ist es wichtig, einem Kind diese Abläufe zu erklären. Ebenfalls eine hohe Impulskontrolle sollte ein Kind zeigen, wenn es dazu kommen sollte, dass ein Hund das Kind mit den Zähnen festhält. Jede wehrhafte Gegenreaktion könnte hier dazu führen, dass der Hund nur noch fester hält oder zieht und das Kind damit ernsthaft verletzt.
Der richtige Umgang mit dem Hund, das Vermeiden von Konfliktpotential und das korrekte Verhalten in Krisensituationen sollte jedem Kind vermittelt werden, ganz gleich, ob ein Hund in der Familie lebt oder nicht. Jedes Kind hat im öffentlichen Leben Kontakt zu Hunden und kann in eine heikle Situation geraten, selbst wenn es sich Hunden gegenüber zurückhaltend zeigt.
Jedes Kind sollte den Umgang mit Hunden lernen
Ziel sollte es allerdings niemals sein, Kindern Angst vor Hunden zu machen, sondern lediglich, Verständnis für das Geschöpf Hund und seine Sprache zu vermitteln. Auch Kinder können bereits verstehen, dass Hunde wunderbare Wesen sind und sogar als Rettungshunde, Therapiehunde oder Diensthunde einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag leisten.
Noch wichtiger als die Vermittlung der Grundsätze im Umgang mit dem Hund ist es allerdings, diese Grundsätze auch tatsächlich im Alltag zu leben. Ein freundlicher, angstfreier, aber dennoch achtsamer Umgang mit dem eigenen Hund, Hunden im Freundeskreis oder fremden Hunden liefert Kindern das beste Beispiel. (je)
Das sind die weiteren Teile der Serie 'Hund und Kind':
Teil 1: Grundsätzliche Regeln im Umgang
Teil 2: Kind und Hund sprechen andere Sprache
Teil 3: Kindertraum und Realität
Teil 4: Wenn plötzlich ein Baby da ist
Teil 5: Gepflegter Hund ist kein Gesundheitsrisiko fürs Baby
Teil 6: Kinder-Trauer um Hunde ist anders
Teil 7: Krabbelkind und Hund - eine risikoreiche Kombination
Teil 8: Hunde-Spiele für Kinder
Teil 9: Sind Kinder die besseren Hunde-Trainer?
Teil 10: Schul-Hunde und Kindergarten-Hunde im Einsatz
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