Kind und Hund

Grundsätzliche Regeln im Umgang

 

„Mama, schau mal, der Hund!“ ruft die helle Kinderstimme verzückt, und noch ehe ich irgendetwas sagen, geschweige denn tun kann, schlingen sich bereits zwei Kinderarme um Lupolds Hals und ein glückliches kleines Kindergesicht drückt sich in seine Halskrause. Mein grundgutmütiger Collie freut sich. Und mir fällt die Aufgabe zu, den gerührten Eltern zu erklären, dass dieses bewegende Szenario auch ganz anders hätte ausgehen können...

 

Es sind Momente, die irgendwie magisch anmuten: der Blick aus leuchtenden Kinderaugen trifft auf einen seelenvollen Hundeblick, vorsichtig tastende kleine Hände erforschen das glänzende Fell, die Hunderute verkündet leise Freude, die Hundenase stubst mit aller Achtsamkeit in das strahlende Kindergesicht.

 

Zwischen Hund und Kind kann eine große, intuitive Nähe herrschen, die wir Erwachsene oft nur als Außenstehende bestaunen können. Doch leider gibt es auch den umgekehrten Fall: Die Zeitungsmeldungen, die meist mit den Worten: „Das Kind wollte den Hund nur streicheln...“ beginnen und mit: „Der Hund wurde sofort eingeschläfert.“ enden.

 

Kind und Hund sind eine starkes Team

 

Kinder und Hunde sind in allen Kulturen schon seit vielen Jahrhunderten eine gute Kombination. Auf nostalgischen Gemälden oder in zeitgenössischen Reiseberichten stößt man immer wieder auf gefühlvolle Beschreibungen von spielenden Kindern und Hunden. In jüngster Zeit wissen wir, dass Kinder und Hunde nicht nur ein starkes Team sind und gemeinsam Spiel und Spaß erleben können, sondern dass Hunde auch einen wichtigen pädagogischen und sogar therapeutischen Effekt haben können.

 

Kinder lernen, Verantwortung zu übernehmen, sie lernen Impulskontrolle und bekommen das Gefühl, etwas Sinnvolles leisten zu können. Mit einem Hund können sie Freundschaft erfahren, die sie nicht nach gesellschaftlichen Normen bewertet. Ein Hund wird sie niemals auslachen, kränken oder verspotten.

 

Das ist sicherlich die Sonnenseite des Kind-Hund-Verhältnisses. Doch es gibt auch eine Schattenseite, die nicht verschwiegen werden soll: Schätzungen zufolge werden Kinder doppelt so oft gebissen wie Erwachsene, und meist mit deutlich schwerwiegenderen Folgen. Grund: Kinder können die Reaktionen eines Hundes weniger einschätzen, ihre eigenen Emotionen weniger kontrollieren, sie handeln nicht so reflektiert. Hunde wiederum nehmen Kinder meist als rangniedrigere Hunde oder Junghunde wahr und nehmen sich demzufolge das Recht heraus, sie zu reglementieren.

 

Diese Artikel könnten Dich auch interessieren:

Aktuelle Stadthunde-News und Artikel zum Thema finden Sie unter:    Hunde heilen Beziehungen - Flirtfaktor Hund 

 

Hier geht es zurück zu Hund und Partnerschaft