"Mit zwölf Jahren bastelte ich in unserem Garten einen kleinen Abenteuerpark für meinen Hund: Kleine Hürden, Reifen und Anhöhen, Höhlen, Tunnel und Pfützen. Fast dasselbe mache ich heute mit meinem Hund auf dem Hundeplatz: Agility!"
Die hin- gebungsvolle Freude am Spielen verbindet Hunde und Kinder. Stundenlang versinken unsere Kinder in einem phantasievollen Spiel, das wir Erwachsenen nur bestaunen können. Ähnliches beobachten wir bei jungen Hunden: Auch sie vergessen die Welt um sich herum – und zu unserem Verdruss manchmal auch uns – wenn sie mit anderen Junghunden toben dürfen.
Es ist schön, wenn Kinder und Hunde einander spielerisch begegnen können. Für Kinder sind Hunde wunderbare Spielkameraden: Sie haben immer Zeit. Wenn das Kind liest, vor sich hin träumt oder für sich alleine spielt, ist der Hund einfach nur da und lässt das Kind seine Nähe spüren. Doch meistens sind Hunde auch für einen Spaß zu haben und keinem Unsinn abgeneigt.
Hund und Kind trainieren im Spiel ihre Kompetenzen
Fast jedes Spiel hat einen ernsteren Hintergrund. Im Spiel werden künftige Kompetenzen trainiert: Geschicklichkeit und Reaktionsvermögen, Konzentration und Ausdauer. Grenzen werden ausgelotet, spätere Rollen ausprobiert – all das dient der natürlichen Entwicklung der eigenen Persönlichkeit, beim Kind ebenso wie beim Hund.
Natürlich müssen Kinder auch beim Spielen mit dem Hund einige Regeln beachten. Die Bedürfnisse des Hundes gehen immer vor: Er darf nie gezwungen werden, mit Spitzenhäubchen zwischen den Puppen zu sitzen oder still zu halten, um sich ausgiebig frisieren zu lassen. Erklärt Eurem Kind am Besten, warum ein bestimmtes Spiel zu einer bestimmten Zeit für seinen Vierbeiner nicht in Ordnung ist, statt es einfach zu verbieten – nur so kann es Einfühlungsvermögen und Verständnis entwickeln.
Hund und Kind sollten nur unter Aufsicht spielen
Manche Spiele mit dem Hund sind für Kinder geeignet, andere wiederum nicht. Kleinere Kinder sollten grundsätzlich nur gemeinsam mit Euch mit dem Vierbeiner spielen, älteren Kindern könnt Ihr, wenn sie die Grundregeln des Hundetrainings verinnerlicht haben, unter Anleitung und Aufsicht mehr Freiraum geben.
Das klassischste aller Spiele ist sicherlich das Apportieren: Kinder werden nicht müde, Gegenstände fort zu werfen oder zu verstecken und ihren Hund dabei zu beobachten, wie er begeistert hinterher hechtet. Damit es nicht langweilig wird, können verschiedene Varianten wie Gegenstände suchen oder Richtungseinweisung auch von Kindern unter fachkundiger Anleitung trainiert werden. Auch Nasenarbeit ist eine Hunde-Beschäftigung, an der Kinder Freude haben.
Hunde-Spiele für Kinder: nicht jedes Spiel ist geeignet!
Trickdogging ist ein Bereich, in dem Kind und Hund sich richtiggehend Lorbeeren verdienen können. Geht es um das Einstudieren kleiner Kunststücke, sind Kinder oft hochkonzentriert bei der Sache – und der schönste Lohn ist ohnehin, wenn ihr Hund vor Publikum auf ein „Peng!“ hin spektakulär umfällt oder mit anderen Tricks beeindruckt. Auch Aufgaben, die dem Agility oder Treibball entliehen sind, können Kinder und Hunde gemeinsam angehen: durch Reifen springen, Slalom um Blumentöpfe laufen, über Baumstämme balancieren oder einen Fußball mit der Nase rollen.
Einige Spiele sind jedoch auch grundsätzlich ungeeignet für Kinder und Hunde: Bei wilden Renn-, Zerr- oder Beutespielen ist die Gefahr, dass das Spiel außer Kontrolle gerät, zu groß. Der Beutetrieb des Hundes kann übermäßig gereizt werden, und selbst wenn das nicht passiert, kann es im Eifer des Gefechts rasch zu kleineren Verletzungen durch die Hunde-Zähne oder Krallen kommen – und das würde dem Vertrauensverhältnis zwischen Eurem Kind und Eurem Hund schaden. Anstatt diese Spiele einfach zu verbieten, solltet Ihr Euren Kindern allerdings auch hier erklären, warum sie auf diese Spiele lieber verzichten sollten – und ihnen am Besten direkt eine spannende Alternative nennen. (je)
Das sind die weiteren Teile der Serie 'Hund und Kind':
Teil 1: Grundsätzliche Regeln im Umgang
Teil 2: Kind und Hund sprechen andere Sprache
Teil 3: Kindertraum und Realität
Teil 4: Wenn plötzlich ein Baby da ist
Teil 5: Gepflegter Hund ist kein Gesundheitsrisiko fürs Baby
Teil 6: Kinder-Trauer um Hunde ist anders
Teil 7: Krabbelkind und Hund - eine risikoreiche Kombination
Teil 8: Hunde-Spiele für Kinder
Teil 9: Sind Kinder die besseren Hunde-Trainer?
Teil 10: Schul-Hunde und Kindergarten-Hunde im Einsatz
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