Sicherheitshalber kann der Hund jetzt noch einmal einem Tierarzt vorgestellt werden, der ihn auf Krankheiten untersucht. Auch die regelmäßigen Impfungen und vor allem die Wurmkuren sollte jetzt besonders sorgfältig eingehalten werden. Ist das der Fall, kann der Hund jedoch unbesorgt und allen Zweifeln von Verwandten und Humanmedizinern zum Trotz in die Nähe des Babys gelassen werden.
Damit der Hund die Möglichkeit hat, eine Beziehung zu dem Kind aufzubauen, sollte das neue Rudelmitglied ihm explizit vorgestellt werden. Vorsichtshalber kann der Hund dabei an die Leine genommen werden, doch bei einem unvorbelasteten Hund und einem noch sehr passiven Säugling ist die Wahrscheinlichkeit einer aggressiven Reaktion denkbar gering.
Bei der ersten Zusammenkunft sollten die Eltern darauf achten, absolut souverän vorzugehen. Sie legen fest, dass dieses kleine Bündel ab jetzt zum Rudel dazu gehört, Diskussionen darüber werden nicht geduldet. Auch sollte kein großes Aufheben um das Baby geben – es sollte dem Hund als etwas völlig Selbstverständliches präsentiert werden.
Hund ins Familiengeschehen mit einbeziehen
Nähert sich der Hund dem Baby freundlich an, sollte das auf jeden Fall geduldet werden. Er begrüßt den Neuankömmling freundlich, dieses Verhalten muss ihm gestattet und sollte möglichst gelobt und belohnt werden. Auch, wenn er das Baby ableckt und abschnüffelt, wird es keinen gesundheitlichen Schaden davontragen.
Die meisten Hunde finden Babys unglaublich toll und müssen eher in ihrer stürmischen Begeisterung zurückgehalten werden. Die geringsten Anzeichen von Aggression dem Baby gegenüber sollten dagegen sofort unterbunden werden. In diesem Fall muss auch ohne Zögern ein Verhaltensexperte eingeschaltet werden.
Die meisten Hunde freuen sich, wenn sie bei der Pflege des Babys mit einbezogen werden. Beim Stillen können sie brav daneben liegen, zuschauen und vielleicht noch mit einer Hand gekrault werden. Hunde, die bereits einige Tricks gelernt haben, können sich sogar nützlich machen und frische Windeln oder eine Schmusedecke bringen, Babyspielzeug aufräumen oder Frauchen die Türe öffnen, wenn sie das Kind auf dem Arm trägt. So hat der Hund eine Aufgabe und wird aktiv in das Familiengeschehen mit einbezogen. (je)
Das sind die weiteren Teile der Serie 'Hund und Kind':
Teil 1: Grundsätzliche Regeln im Umgang
Teil 2: Kind und Hund sprechen andere Sprache
Teil 3: Kindertraum und Realität
Teil 4: Wenn plötzlich ein Baby da ist
Teil 5: Gepflegter Hund ist kein Gesundheitsrisiko fürs Baby
Teil 6: Kinder-Trauer um Hunde ist anders
Teil 7: Krabbelkind und Hund - eine risikoreiche Kombination
Teil 8: Hunde-Spiele für Kinder
Teil 9: Sind Kinder die besseren Hunde-Trainer?
Teil 10: Schul-Hunde und Kindergarten-Hunde im Einsatz
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