Underdogs - Die Hintergründe

Ein ganz besonderes Filmprojekt

Auch aus Sicht der Produzenten - Ralph Schwingel und Stefan Schubert von der WÜSTE Filmproduktion, Hamburg – war dieses Filmprojekt etwas Einmaliges:

 

"Eine einfache Geschichte: Gemeingefährlicher Knacki wird durch einen kleinen Hund zu einem besseren Menschen. Klingt wie ein schönes Märchen. Doch diese Geschichte ist wahr – mindestens in ihrem Kern. Denn das in „Underdogs“ vorgestellte Resozialisierungs-Programm, in dem Häftlinge Blindenhunde ausbilden, existiert in den USA tatsächlich. Jan Hinrik Drevs hat darüber eine Dokumentation gedreht, die ihn auf die Idee zu seiner Geschichte brachte. Wie unsere gemeinsamen Recherchen in verschiedenen Gefängnissen ergeben haben, wäre ein ähnliches Programm auch in Deutschland denkbar und wünschenswert.

Gute Geschichten sind häufig einfach. Was uns darüber hinaus jedoch an Drevs’ Geschichte so beeindruckt hat, ist die Mischung aus starken Emotionen und genauer Detailkenntnis, durch die die Läuterung des anfangs hermetisch verschlossenen Häftlings Mosk erst glaubwürdig wird. Weil Drevs sich im Knast auskennt, wirkt Mosks Entwicklung dabei nicht behauptet. Und weil Drevs sich mit dem Erzählen ebenfalls bestens auskennt, ist diese Entwicklung so ergreifend.

Drevs ist von Haus aus Dokumentarfilmer, insofern mag die Genauigkeit seines Blicks nicht überraschen. Jedoch begnügt sich „Underdogs“ keineswegs mit einer realistischen Milieuzeichnung oder einem Plädoyer für humanen Strafvollzug, sondern wartet mit starken emotionalen Konstellationen auf: So wird das Melodram um Mann und Hund gespiegelt an der spannungsvollen Beziehung zwischen Häftling und Gefängnisdirektorin. Wir sind sehr froh, mit Thomas Sarbacher als desillusioniertem Knacki und Clelia Sarto als gestandener, aber immer noch idealistischer Direktorin eine Idealbesetzung gefunden zu haben. Zudem ist es aufgrund der liebevollen Zeichnung der einzelnen Charaktere gelungen, ein überzeugendes Ensemble zusammenzustellen: Mit Hark Bohm als Hundetrainer und Ingo Naujoks, Kida Ramadan, Thorsten Merten, Philipp Baltus und Vladimir Tarasjanz als weiteren Teilnehmern in dem Programm. Selbst für kleine Rollen konnten wir so talentierte Darsteller wie Peter Jordan, Patrycia Ziolkowska und Christoph Grunert gewinnen.

 

Der Dreh mit den Hunden stellte eine besondere Herausforderung dar. Doch neben einem erfahrenen Dokumentarfilmer (und Hundeliebhaber!) als Regisseur war mit Peter Przybylski ein Kameramann an Bord, der in hohem Maße Kreativität und Erfahrung mit einbrachte. Unter Anleitung unseres Hundecoaches wurden Welpen und Junghunde schon geraume Zeit vor dem Dreh ‚gecastet’ und anschließend trainiert – eine Vorbereitung, die sich am Set positiv niederschlug. Auch bei der Suche nach einem Drehort hatten wir Glück: Nach langer ergebnisloser Motiv-Suche stießen wir endlich auf die JVA Bützow, wo man dem Projekt von Anfang an sehr wohlwollend gegenüber stand. Die Offenheit und Kooperationsbereitschaft sowohl der dortigen Angestellten, als auch der Insassen vor und während des Drehs war größer, als wir uns je zu träumen gewagt hätten. Ohne diese Unterstützung hätte der Film so nicht entstehen können.

Die Größe der Gefühle, die Glaubwürdigkeit und Relevanz der Geschichte, die Attraktivität der Besetzung, der unwiderstehliche Charme der jungen Hunde – wir sind der Überzeugung, dass „Underdogs“ das Zeug zum Publikumsrenner nicht nur für Hundefreunde hat!"

Stephan Schubert, Ralph Schwingel

 

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