"Great Race of Mercy"

Hundeschlittenrennen machte aus Hunden Helden


Disneys "Snow Dogs" ist eine herrlich schräge Abenteuerkomödie in der weißen Naturschönheit Alaskas. Hintergrund für die turbulente Story um acht coole Schlittenhunde und ihren eher uncoolen neuen Besitzer bildet das berühmte Iditarod-Schlittenhunderennen - das härteste Schlittenhundrennen der Welt. Das traditionelle Rennen in Alaska erinnert an das Jahr 1925, als  eine Handvoll Männer und Hunde eine ganze Stadt vor dem  sicheren Tod retteten.

Winter im heutigen Mitteleuropa – das bedeutet Nieselregen bei 10 Grad, das vergebliche Hoffen auf weiße Weihnachten und gemütliche Abende bei Glühwein und Waffeln auf dem überfüllten Weihnachtsmarkt. Versetzen wir uns zurück in das Jahr 1925 und an das andere Ende der Welt.

 

Schlittenhund Balto kennt in Amerika jedes Kind

 

Bei bis zu 53 Grad unter dem Gefrierpunkt wehen tödliche Schneestürme über den Nordwesten von Alaska. Es ist die Geschichte des Schlittenhundes Balto und der Helden vom "Great Race of Mercy", die in Amerika noch heute jedes Kind kennt.

 

Der Winter 1925 ist der kälteste Winter seit 20 Jahren. Nicht einmal die Flugzeuge der U.S. Navy sind bei diesen Temperaturen einsatzbereit. Selbst das Meer ist zugefroren. In der kleinen, weit abgelegenen Stadt Nome an der Küste Alaskas stirbt um Weihnachten herum ein Kind an ungeklärter Ursache. Und es bleibt nicht das einzige.

 

Es wird die wohl schrecklichste Weihnachtszeit, die Nome je erlebt hat. Denn im Laufe der nächsten Tage und Wochen sterben weitere Kinder, und bald muss Curtis Welch, der einzige Arzt der Stadt, die furchtbare Wahrheit eingestehen: die Diphtherie, eine tödliche, hoch- ansteckende Infektionskrankheit, hat die kleine Stadt heimgesucht. Diphtherie endet in nahezu einhundert Prozent der Fälle mit dem Tod. In Nome sind besonders Kinder und Säuglinge betroffen.

 

Es gibt ein wirksames Serum gegen Diphtherie, doch der Vorrat ist in Nome längst aufgebraucht. Per Telefon, Telegraf und Radio geht ein Hilferuf durch Amerika; und binnen kurzer Zeit wird ein Paket mit dem lebensrettenden Serum für die Kinder von Nome per Schiff nach Seattle und von dort aus mit der Bahn nach Nordwesten geschickt, zum Bahnhof von Nenana.

 

Doch hinter dem Bahnhof von Nenana endet die zivilisierte Welt, hier beginnt die Wildnis – und bis nach Nome, wo das Serum so dringend gebraucht wird, sind es noch 1085 Kilometer. 1085 Kilometer über das Binnenland Alaskas, mit seinen endlosen Wäldern, eisigen Hochebenen und über das Packeis des Beringmeeres – niemand kann diese Strecke bei diesen Temperaturen bewältigen. Nome liegt nur wenige Meilen südlich des Polarkreises und ist im Winter abgeschnitten von der restlichen Welt.


Hunde sind einzige Hoffnung

 

Doch eine Möglichkeit gibt es: den Iditarod-Trail, die Strecke, welche die Schlittenhundgespanne zurücklegen, um die Post vom Bahnhof Nenana nach Nome zu transportieren. Dafür benötigen sie allerdings fünfundzwanzig Tage. Fast ein Monat ist eine verdammt lange Zeit, wenn jeden Tag Kinder sterben. Dennoch: Die Hunde sind die einzige Hoffnung Nomes.

 

In einer beispiellosen Aktion wird eine Hundeschlitten-Staffel in kürzester Zeit organisiert. Per Telefon oder Telegraf werden den Mushern, den Fahrern der Schlittenhundegespanne, die Zeit und der Ort genannt, an dem sie sich bereit halten sollen, um das Serum in Empfang zu nehmen und schnellstmöglich zum nächsten Übergabepunkt zu transportieren. Eine besondere Verantwortung kommt dabei den Leithunden der Gespanne zu, deren Instinkt Mensch und Hunde sicher durch  Wildnis und Schnee leiten muss.


Denn es ist ein mörderisches Unterfangen. Die Temperaturen sinken unaufhaltsam. Das Serum darf aber auf gar keinen Fall gefrieren, denn sonst würde es seine Wirksamkeit verlieren – und alles wäre umsonst gewesen. Fast alle Musher erleiden schwerste Unterkühlungen und Frostwunden, einige Hunde lassen ihr Leben, weil ihre Pfoten in der Eile nicht ausreichend mit Kaninchenfell umwickelt worden sind. Die Erfrierungen sind ihr Todesurteil.
 

Hund Balto ist kein guter Leithund

 

Einer der letzten Musher ist Gunnar Kaasen, ein eingewanderter Norweger. Als Leithund seines Schlittengespannes setzt er den Husky Balto ein, obwohl Balto nicht gerade als guter Leithund gilt. Als er die Staffel übernimmt, fegt ein Schneesturm mit 105 Stundenkilometern über das Land. Aus Nome kommt die Order, den Trail zu unterbrechen – zu groß ist das Risiko, Musher, Hunde und Serum an den Sturm zu verlieren. Doch die Nachricht erreicht Kaasen nie.

 

Lesen Sie jetzt weiter: "Great Race of Mercy" Teil 2

 

 

 

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