Kino-Highlight "Beverly Hills Chihuahua"

Jetzt rockt der Schoßhund!

 

„Winzig, aber trotzdem gewaltig!" - so charakterisiert die vierbeinige Protagonistin des neuen Disney-Streifens „Beverly Hills Chihuahua" ihre eigene Hunderasse. Wie Recht sie damit hat, beweisen die Zahlen: Bereits am ersten Wochenende nach der Premiere am 3. Oktober spielte der Abenteuerfilm in den U.S.A. gewaltige 29 Millionen Dollar in die Kinokassen – und setzte sich damit an Platz eins der U.S.-Kinocharts! Ab 30. April 2009 rocken die Chihuahuas auch in Deutschland.

 

Vierbeinige Filmstars und der Disney-Konzern – das ist ein zuverlässiges Erfolgsrezept. Doch diesmal ist etwas anders: Schmachteten die Kino-Zuschauer bereits in den Fünfziger Jahren mit der Upper-Class Cockerhündin Susi und ihrem verwegenen Verehrer Strolch; fieberten in den sechziger Jahren mit einer Menge gezeichneter und in den neunziger Jahren mit ebenso vielen echten Dalmatinern, steht diesmal die Hunderasse im Vordergrund, der man eine Hauptrolle in einem Abenteuer-Film am wenigsten zugetraut hätte: Die Chihuahuas!

 

Inhaltlich erinnert „Beverly Hills Chihuahua" an ein aufpoliertes Remake des zeitlosen Disney-Klassikers „Susi und Strolch": Chihuahua-Dame Chloe erfüllt jedes Klischee, das ihrer Rasse anhängt. In Stiefelchen aus italienischem Leder gekleidet und mit Diamanten behängt begleitet sie ihr Highsociety- Frauchen zum Shoppen und genießt ihr extravagantes Luxus-Leben in vollen Zügen.

 

Der Working-Class Chihuahua ihres Gärtners, Papi, existiert für sie praktisch nicht, obgleich er in heißblütiger Liebe zu ihr entflammt ist. Als Chloe auf einem Trip in das geheimnisvolle Ursprungsland ihrer Vorväter, Mexiko, verloren geht, steht Papi ihr heldenhaft zur Seite. Gemeinsam mit ihm und einer Menge anderer kunterbunter Gestalten erkennt Papi den Wert wirklicher Freundschaft – und ihre wahren Wurzeln.

 

50% Warrior, 50% Lover, 100% Chihuahua!

 

Bernhardiner, Deutsche Schäferhunde, undefinierbare Wuschelhunde und Collies sowieso – einige Hunderassen sind einfach auf Helden abonniert. Aber ein Hund, der im Vorstellungsvermögen der meisten Menschen nur verwachsen mit einem strassbesetzten Handtäschchen existiert? Die zweibeinige Hauptdarstellerin Jamie Lee Curtis brachte es im Interview mit „Hollywood Princess" auf den Punkt: „Die Moral des Films ist eigentlich: Zieh keine voreiligen Schlüsse. Also haben sie die Hunderasse genommen, die oftmals belächelt wird und haben ihr Respekt verschafft." Ganz nach dem Motto des Films: 50% Warrior, 50% Lover, 100% Chihuahua!

 

Tatsächlich handelt es sich beim Chihuahua um die kleinste Hunderasse der Welt. Nur fünfzehn bis dreiundzwanzig Zentimeter werden die charmanten Winzlinge groß. Ihre unwiderstehlichen Kinderköpfchen und die großen, runden Kulleraugen machen sie zum Verwöhnobjekt Nummer eins für die Reichen und Schönen. Dabei sind Chihuahuas weit mehr als die Verkörperung des Schoßhundes schlechthin: die zerbrechlichen kleinen Geschöpfe sind in Wahrheit ausgesprochen mutig, zäh und intelligent und mit der Haltung als reiner Gesellschaftshund oftmals unterfordert. Als unterschätzte Hauptakteure eines Abenteuerfilms sind sie damit praktisch die Idealbesetzung!

  

 

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Der Ursprung des Chihuahua liegt in Mexiko

 

Die Herkunftsgeschichte der Chihuahuas, um die es auch im Kinofilm geht, ist geheimnisumwittert. Noch heute leben halbwilde Hunde, den Chihuahuas sehr ähnlich, in Mexiko. Als sicher gilt, dass ihre Vorfahren im alten Mexiko zum Zwecke religiöser Opferungen gehalten wurden. Dabei hatten die Hunde hauptsächlich eine spirituelle Bedeutung: Man glaubte, dass sie die Seelen der Verstorbenen ins Jenseits führen könnten.

 

Etwas ernüchternder ist die Tatsache, dass sie auch den Speiseplan der altmexikanischen Indianer bereicherten. Legenden besagen, dass Aztekenprinzessinen sich bereits im 8. Jahrhundert mit ihnen umgaben. Kurz – die sagenumwobene Geschichte der Chihuahuas bietet eine wunderbare Vorlage für allerlei Phantastereien.

 

 

Hier geht es weiter: "Beverly Hills Chihuahua" Teil 2

 

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