Hunde als natürlicher Allergieschutz

Hunde schützen Kinder vor Allergien

 

Allergiker haben es nicht leicht: So hat wohl jeder von uns mindestens einen Kandidaten in seinem Bekanntenkreis, der zu bestimmten Jahreszeiten Parks und Wiesen meidet oder auf Bettenmachen mit dicken Augen und einer laufenden Nase reagiert. Wissenschaftler konnten jetzt belegen, dass Kinder, die mit Hunden aufwachsen, weniger anfällig für allergische Erkrankungen sind.

 

Was sind Allergien?

 

Der Begriff Allergie wurde 1906 von Freiherr Clemens von Pirquet, einem Wiener Kinderarzt geprägt und ist nichts weiter als ein Fehlalarm unseres Immunsystems. Es reagiert auf harmlose Umweltstoffe (Allergene), wie Pollen, Tierhaare oder den Kot der Hausstaubmilbe, mit einer Abwehrreaktion. Diese zeichnet sich dann meistens durch tränende Augen, laufende Nase und Juckreiz aus. 

 

Wodurch Allergien ausgelöst werden, ist bis heute weitgehend unklar. Aufgrund des starken Anstiegs allergischer Erkrankungen in westlichen Industrieländern, vermutet man eine Unterforderung des Immunsystems durch übertriebene Hygienemaßnahmen - vor allem in der Kindheit und frühen Jugend.

 

Hunde – natürlicher Schutz vor allergischen Erkrankungen

 

Das wissenschaftliche Fachblatt "European Respiratory Journal" veröffentlichte im Februar diesen Jahres die Ergebnisse einer groß angelegten Studie. 9000 Kinder wurden über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren in regelmäßigen Abständen auf die typischen Symptome verschiedener Allergien hin untersucht. Für die Analyse spezieller Allergietypen wurden den Kindern Blutproben entnommen und auf spezielle Antikörper untersucht.

 

Das Ergebnis war eindeutig – Kinder, die mit einem Hund in der Familie aufwuchsen, sind weniger anfällig für Allergien als ihre hundelosen Altersgenossen. Besonders auf eingeatmete Allergene reagieren die jungen Hundebesitzer weniger empfindlich. Der Vierbeiner muss allerdings im Haushalt leben, um seine „Wirkung“ zu entfalten. Der regelmäßige Kontakt mit fremden Hunden allein reicht hingegen nicht aus.

 

Vierbeiner bringen natürlichen Dreck ins Haus

 

Hunde als Wundermittel – wie funktioniert das? Bisher hatte man angenommen, dass so genannte Endotoxine für den schützenden Effekt der Hunde verantwortlich sind. Endotoxine sind Stoffe, die sich aus den Zerfallsprodukten von Bakterien zusammensetzen. Diese Annahme konnte in der aktuellen Studie widerlegt werden.

 

Wie der anti-allergene Effekt der Hunde genau zu Stande kommt ist allerdings noch weitgehend unklar. Nach Spekulationen der Wissenschaftler könnte der schützende Effekt aus dem natürlichen Dreck, den Hunde in unsere nahezu antibakteriellen Häuser bringen, resultieren. Kinder sollten sogar unbedingt mit „Dreck“ in Berührung kommen. Denn gerade weil der Körper nicht alle Keime kennt, kommt es zum „Fehlalarm“ im Körper.

 

Ein weiterer Grund für die therapeutische Wirkung des Hundes könnte die vermehrte Bewegung mit dem Vierbeiner im Freien sein oder bisher unbekannte Keime, die Hunde mit sich herumtragen.

 

Hunde-Therapie ist keine Lösung für Allergikerfamilien

 

Die Wirkung eines Hundes in Bezug auf Allergien ist allerdings nicht immer positiv. In Familien, die mit Allergien bereits vorbelastet sind, steigt das Risiko einer Erkrankung mit Asthma, Heuschnupfen oder Neurodermits für Neugeborene sogar um 40%. Dies fanden Wissenschaftler des Bremer Instituts für Präventionsforschung und Sozialmedizin erst kürzlich heraus. Sie hatten Mütter direkt nach der Entbindung und zwei Jahre später befragt. 

 

Fazit: Generell ist davon abzuraten, sich einen Hund allein zur Prävention vor Allergien anzuschaffen. Jedenfalls solange, bis die Ursachen, die dem Schutz vor Allergien zugrunde liegen, ausreichend erforscht sind. Und außerdem sind unsere Vierbeiner doch viel mehr als eine schwanzwedelnde Allergie-Prophylaxe, oder?

 

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