Hundesport: Mantrailing - Teil 2

Wunderwerk Hundenase: Mantrailer nutzen ihren feinen Geruchssinn

Ganz gleich, ob Fährtenhund oder Mantrailer – beide haben einen unvorstellbar feinen Geruchssinn. Die Hundenase besitzt Fähigkeiten, die der Mensch mit keinem technischen Gerät erreichen kann, und die wir Menschen wohl niemals auch nur annähernd nachvollziehen können. Die Welt des Hundes besteht – im Gegensatz zu unserer Welt - zum großen Teil aus Gerüchen.

Spuren auszuarbeiten ist eine angeborene Fähigkeit bei Hunden – selbst wenn die Spur schon mehrere Tage alt oder mehrere Kilometer lang ist, stellt das für eine geübte Hundenase unter guten Bedingungen kein Problem dar. Kaum ein anderes Aufgabengebiet ermöglicht dem Hund, seine Instinkte und natürlichen Fähigkeiten in einem vom Halter gewünschten und akzeptierten Rahmen auszuleben.

Mantrailing – kann mein Hund das auch?

Prinzipiell besitzt jeder Hund das Talent, ein Mantrailer zu werden, egal ob Chihuahua oder Dogge, niedlicher Welpe oder etwas betagter Senior. Jeder Hund kann gut genug riechen, um verschiedene menschliche Gerüche auseinanderzuhalten und frischen Geruch von altem zu unterscheiden. Natürlich gibt es Rassen, die aufgrund ihrer Veranlagung für den Realeinsatz besser geeignet sind für diese besondere Art der Nasenarbeit. Hierzu gehören beispielsweise Bluthunde, aber auch Weimaraner und Deutsche Schäferhunde sieht man häufig beim Mantrailing.

Beim Mantrailing tauchen wir gemeinsam mit dem Hund ein in eine fremde, faszinierende Welt, die uns bis dato verschlossen geblieben ist. Zu beobachten, wie der Hund eine für uns unsichtbarer Spur aus menschlichem Geruch verfolgen kann, ist einfach faszinierend. Es kann regelrecht süchtig machen, seinen Hund bei der gemeinsamen Arbeit zu beobachten. Für die meisten geht es beim Mantrailing in erster Linie natürlich um artgerechte Auslastung und Spaß an der Sache – im Ernstfall kann Mantrailing aber Leben retten.

Mantrailing ist viel mehr als ein Hundesport

Deshalb ist Mantrailing auch nicht einfach ein trendiger Hundesport, sondern erfordert eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Grundlagen, ein kompromissloses Sich-Einlassen auf den Hund und seine Ausdrucksweise – und nicht zuletzt viel Zeit und Geduld. Denn nicht der Hund alleine macht seine Arbeit, auch der Hundeführer hat ausreichend zu tun: Er muss seinen Hund genau beobachten und „lesen“ lernen. Signale, die der Hund während der Suche zeigt, muss er richtig deuten, entsprechend reagieren - und außerdem noch die Umwelt im Auge behalten.

Mantrailing ist für jeden geeignet, der gerne mit seinem Hund zusammen etwas unternimmt, es liebt an der frischen Luft zu sein, das Laufen und die Bewegung mag und gern im Team arbeitet. Das Ergebnis sind ausgeglichene, zufriedene Hunde in einem gut eingespielten Team mit ihrem Menschen. Und wer einmal auf dem Trail erlebt hat, was sein Hund zu leisten vermag, wird seinen vierbeinigen Partner in Zukunft garantiert mit anderen Augen sehen. (Sabine Thiel)

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