Hundesport: Mantrailing

Immer der (Hunde-)Nase nach

Hunde haben im Vergleich zu uns Menschen eine unvorstellbar feine Nase. Jeder Hund liebt es, spannende Gerüche aufzustöbern und zu verfolgen - darf er seine Nase einsetzen, kann er voll und ganz in seine Welt abtauchen. Bei gemeinsamen Spaziergängen schnüffeln unsere Hunde deshalb eifrig den Duftspuren von Artgenossen oder von Wild hinterher – wir Menschen sind dabei meist außen vor. Höchste Zeit, einmal etwas gemeinsam mit unseren Hunden und ihren erstaunlichen Nasenfähigkeiten zu unternehmen! Wie wäre es mit Mantrailing, der faszinierenden Personensuche mit Hund?

Der Weimaraner „Finn“ trägt ein kleines GPS-Gerät am Halsband und rennt damit quer durch die  Berliner Innenstadt - die junge Frau am Ende der Leine kann kaum mit dem Rüden Schritt halten. Ein Passant, den Finn in Schutzhund-Manier anspringt, wird unsanft zu Boden gerissen.

Dieses Bild vom Mantrailing zeichnete unlängst der TV-Film „Mantrailer – dem Verbrechen auf der Spur“. Doch die Macher des Filmes haben sich ein wenig dichterische Freiheit erlaubt - in der Realität sieht die Arbeit eines Mantrailers normalerweise etwas anders aus.

Mantrailing – was ist das eigentlich?

Der Begriff Mantrailing setzt sich zusammen aus den Wörtern „Man“ für Mensch und „Trail“ für Spur - das Verfolgen einer menschlichen Duftspur. Ein Mantrailer ist also ein Hund, der gelernt hat, einem ganz bestimmten menschlichen Geruch zu folgen: ein Personenspürhund. Der Mantrailer erhält dafür zu Beginn des Trails eine Geruchsprobe der gesuchten Person, zum Beispiel ein bereits getragenes Kleidungsstück. An diesem Gegenstand haftet der unverwechselbare Individualgeruch, den jeder Mensch, gleich einem Fingerabdruck, besitzt.

Dieser Individualgeruch hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun - er entsteht durch herab fallende, winzige Hautschüppchen, von denen wir in jeder Minute Tausende verlieren. Dieser Spur aus herab gerieselten, von Bakterien zersetzten Hautschuppen kann ein geübter Hund problemlos folgen, und das auf jedem Untergrund: egal ob Wald, Wiese oder Asphalt. Damit ist das Mantrailing eine andere Art des Suchens als das hierzulande im Rahmen des Schutzhundesportes oft betriebene Fährten.

Fährten versus Mantrailing – der Weg ist das Ziel

Foto: Anna Auerbach, www.hundefotografie.net

Bei der Fährtenarbeit verfolgt der Hund die Trittspur des Fährtenlegers exakt.  Dabei sucht er vor allem die Bodenverletzungen, die der Fährtenleger verursacht hat. Konzentriert schnüffelt er jeden Fußabdruck ab, schließlich könnten verlorene Gegenstände auf der Fährte liegen.

 

Foto: Anna Auerbach, www.hundefotografie.net

Der Hund sucht bei der Fährtenarbeit also weniger den Verursacher der Fährte - sondern der Weg ist das Ziel. Die Aufgabe des Mantrailers dagegen ist es, ausschließlich den Vermissten als Ziel anzuzeigen. Dies entspricht auch viel eher der Natur des Hundes – kein erfolgreicher Jäger würde weiterhin eine Fährte absuchen, wenn er zufällig frischen Wind vom Kaninchen um die Ecke bekommt!

Hier geht es weiter: Mantrailing - kann mein Hund das auch?

 

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