Hundesport: Fährtenarbeit

Klassische Fährtensuche orientiert sich an der Bodenspur

Bei der Nasenarbeit unterscheidet man prinzipiell zwischen zwei Methoden: Der klassischen Fährtensuche und dem so genannten Mantrailing. Der klassische Fährtenhund bleibt bei seiner Suche auf der tatsächlichen Bodenspur, auf der der Fährtenleger entlanggelaufen ist. Er orientiert sich jedoch weniger am Individualgeruch des Menschen, da dieser durch die Luftbewegung meist ein ganzes Stück abdriftet.

Beim Legen der Fährte bleiben aber auch andere Spuren auf dem Boden zurück: Pflanzen werden geknickt oder gebrochen, der Boden wird verletzt, Kleinstlebewesen zertreten. Diese mechanische Spur nimmt der Hund auf und verfolgt sie. Das ist für den Hund relativ schwierig, da diese Spur sich von kreuzenden, anderen Spuren kaum unterscheidet. Zudem muss sie relativ frisch sein, damit der Hund sie sicher orten kann. 

Beim Mantrailing verfolgt der Hund den Individualgeruch 

Beim Mantrailing dagegen orientiert sich der Hund am tatsächlichen Individualgeruch, den der Fährtenleger hinterlassen hat. Diese Spur befindet sich durch die Luftbewegung meist parallel zu der mechanischen Bodenspur. Im Unterschied zu der mechanischen Spur ist der Individualgeruch eindeutig zuzuordnen und kann sicherer vom Hund verfolgt werden – ganz gleich, ob zwischen dem Legen und dem Aufnehmen der Fährte bereits einige Tage vergangen sind oder ob sich beliebig viele Fremdfährten kreuzen. 

Diese Vorgehensweise entspricht eher der Natur des Hundes, der sich bei der Jagd auch nach dem Eigengeruch des Wildes richtet. Zudem ist sie im Diensthundebereich besser einzusetzen. So suchen Diensthunde beispielsweise gezielt nach einer bestimmten flüchtigen Person.

Fährtenarbeit: Fährten werden künstlich gelegt

Im Hundesportbereich werden die Fährten künstlich gelegt: In längeren geraden Strecken und in mehreren Winkeln. Der Hund soll ruhig, aber intensiv die Witterung aufnehmen und mit tiefer Nase in gleichmäßiger Geschwindigkeit der Fährte folgen. Dabei sollte er die Winkel sauber ausarbeiten, hochkonzentriert und absolut selbständig arbeiten. Korrekturen oder Aufmunterungen vom Hundeführer sollten möglichst nicht notwendig sein. Im fortgeschrittenen Bereich werden auf der Fährte Gegenstände ausgelegt, die der Hund anzeigen soll, indem er sich hinlegt, oder  die er direkt dem Hundeführer bringen soll. 

Mantrailing liegt voll im Trend 

Gerade das Mantrailing hat in der jüngsten Vergangenheit einen wahren Boom erlebt. Die Vorstellung, dass der eigene Hund über eine erstaunliche Begabung verfügt, die selbst in unserer Zeit nicht durch technische Geräte ersetzt werden kann, fasziniert Hundehalter. Zudem ist diese archaischste aller Hundesportarten eine ideale Möglichkeit, insbesondere Jagdhund -Rassen artgerecht zu beschäftigen und auszulasten. 

Grundsätzlich ist die Nasenarbeit aber für jede Rasse und für Hunde aller Altersstufen geeignet – für den Welpen genauso wie für den Senior. Bei vernünftigem und regelmäßigem Training wird die Konzentrationsfähigkeit des Hundes enorm gestärkt; nervöse und hektische Hunde können viel ruhiger und ausgeglichener werden. Wer richtig „Blut geleckt“ hat, kann sich auf diversen Fährtenprüfungen im Sport- oder Jagdbereich beweisen. Alle anderen genießen es einfach, mit ihrem Hund einen Streifzug durch uralte Zeiten und fremde Welten zu unternehmen. (JE) 

Mehr Infos zum Thema: Fährtenarbeit auf landes-zeitung.de 

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