Hundesport: Dogtrekking Teil 2

Leinenziehen ist beim Dogtrekking erwünscht!

Die gute Nachricht für alle Hunde, die das mit der durchhängenden Leine immer für überbewertet gehalten haben: Beim Dogtrekking ist das Ziehen an der Leine durchaus erwünscht, denn so kommt man besser voran. Damit Hund und Halter erfolgreich an einem Strang ziehen können, ist auch hier die entsprechende Ausstattung gefragt: Statt Halsband ist ein Geschirr beim Dogtrekking angebracht. So entfällt auch das Risiko, dass sich der Hund im Dickicht irgendwo fest haken und am Hals verletzen oder gar strangulieren kann.

Für den Zweibeiner ist es praktisch, sich einen Bauchgurt oder eine spezielle Joggingleine anzulegen, an dem die Leine befestigt wird – so bleiben beide Hände frei. Ein Ruckdämpfer macht die ganze Angelenheit deutlich bequemer. Tipp: Wenn Ihr Angst habt, dass Euer vormals perfekt leinenführiger Hund Euch später auch beim Gassi gehen durch die Lande schleift, bringt ihm am Besten bei, dass Ziehen an der Leine nur mit Geschirr und Bauchgurt gestattet ist.

Dogtrekking: Wanderausrüstung darf nicht fehlen

Natürlich darf auch die übliche Wanderausrüstung nicht fehlen: ein Kompass schlägt das moderne GPS in Sachen Zuverlässigkeit immer noch um Längen, und ohne Kartenmaterial läuft ohnehin nichts. Ein multifunktionales Taschenmesser, ein Feuerzeug und ein Handy sollten sich auch im Rucksack befinden. Wenn Ihr einen starken, belastbaren Hund habt, könnt Ihr kleine Packtaschen an seinem Geschirr befestigen und ihn einen Teil des Gepäcks tragen lassen.

Ein Erste-Hilfe-Set für Euch und Euren Hund solltet Ihr auch auf jeden Fall mit einpacken – Zeckenzange inklusive! Vorräte an Nahrungsmitteln und Wasser müssen auch für Zwei reichen. Eine Stirn- oder Taschenlampe dabei zu haben, beruhigt ungemein, wenn man doch einmal von der hereinbrechenden Dunkelheit überrascht wird.

Wer erst einmal ausprobieren möchte, ob er sich vom Ruf der Wildnis angesprochen fühlt, beginnt am Besten mit einigen gut geplanten Halbtages- oder  Tagestouren in einigermaßen bekanntem Gelände. Keine Sorge, um sich auf deutschem Boden ernsthaft zu verlaufen, bedarf es schon einiges: die Handy-Funklöcher werden immer weniger, und im Zweifelsfall geht man einfach stur geradeaus, bis man die nächste Siedlung erreicht.

Passionierte Dogtrekker wandern in ganz Europa

Wer einmal Blut geleckt hat, wird aber schon bald die echte Wildnis suchen. Spätestens jetzt ist es notwendig, den richtigen Umgang mit Karte und Kompass zu lernen und sich und den Hund körperlich richtig fit zu machen. Mehrtägiges Fernwandern ist nichts für Couchpotatoes, immerhin gehen die Routen über 40 bis 120 Kilometer. Passionierte Dogtrekker wandern überall in Europa, bevorzugt werden dabei einsame und ursprüngliche Strecken beispielsweise in Osteuropa. Tschechien, Rumänien, Polen, aber auch Österreich oder Italien bieten ideale landschaftliche Voraussetzungen für das Dogtrekking.

Spezielle Reiseanbieter organisieren Gruppenwanderungen für Hundehalter in landschaftlich besonders reizvollen Gegenden in Deutschland oder dem Ausland unter fachkundiger Führung. Hier können sich interessierte Hundehalter beraten lassen. Solche Touren gehen meist über mehrere Tage, übernachtet wird wahlweise in Pensionen, Hütten, im Zelt oder auch auf der Iso-Matte am Feuer – je nachdem, welcher Grad an Abenteuer gewünscht ist. Auf eigene Faust durch die echte Wildnis zu ziehen sollte nur wagen, wer bereits ausreichend Erfahrung hat – dafür bietet die Zweisamkeit in der ursprünglichen Natur wieder ganz neue Highlights!

 

Abgesehen vom Breitensport ist Dogtrekking auch eine Turniersportart: Europaweit werden bereits  Events organisiert, bei denen sich die Profis messen können. Hier werden Zeiten und Wegstrecken genau gemessen. Und nicht nur gewandert wird mit Hund: Auch vor Skier, Fahrräder oder Roller lassen sich die Vierbeiner spannen. Darüber hinaus werden Langstrecken-Trails wettbewerbsmäßig organisiert – sozusagen das Military-Event für Hundehalter.

Doch auch fernab vom Leistungssport ist das Dogtrekking eine ganz neue Perspektive für Hund und Halter. Also: Spitzt die Öhrchen und schaut in die Hunde-Augen. Hört Ihr es auch? Dann nichts wie weg vom Computer und ab in die Pampa, bevor die Wildnis noch heiser wird! (je)

 

Mehr Infos zum Thema: Dogtrekking auf fernweh.de

 

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