Laufen und Joggen mit Hunden – Tipps für Vier- und Zweibeiner

Laufen bedeutet für die meisten Hunde purer Spaß; Pixabay.com © Yolanda (CC0 1.0)

 

Menschen mit Hunden bewegen sich im Idealfall bereits mehr als andere Mitmenschen. Sie bringen den eigenen Kreislauf und den gesamten Körper in Schwung. Besonders in kühleren Jahreszeiten wagen sich meist nur die Hundebesitzer mit ihren Vierbeinern an die frische Luft, obwohl mangelnde Bewegung zu einem immer größeren Gesundheitsrisiko wird. Einige Studien, wie die Mars Heimtierstudie 2013, erklären, dass Halter von Haustieren meist unter weniger Stress leiden, über mehr soziale Kontakte verfügen und seltener mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen haben. Das trifft nicht auf alle Heimtierhalter zu, doch eine positive Tendenz ist deutlich zu erkennen.

Ob bei Therapien oder zur Milderung von Schmerzen oder Angst – Heimtierbesitzer können die positiven Effekte des Haustieres nutzen und für einen gesunden Ausgleich für Körper und Seele sorgen. Dabei gibt es neben dem Gassi gehen jedoch noch weitere Möglichkeiten, sich fit zu halten, denn besonders Hunde sind ideale Sportpartner. Wer sich fit halten will, sollte auf den Sport allerdings gut vorbereitet sein, um Verletzungen und Erkrankungen von Hund und Herrchen vorzubeugen.

Das richtige Training für das gemeinsame Joggen

Damit die Laufstrecke kein Hindernislauf wird oder Tier und Mensch zu sehr überfordert sind, sollten beide mit dem Training langsam beginnen. Darüber hinaus ist es wichtig, dass Anforderungen und Leistung zusammenpassen, denn ein Langstreckenläufer wird mit einem kleinen Hund nicht besonders lange Strecken laufen können. Die meisten Hunderassen sind von Natur aus jedoch gut auf ein Training an der frischen Luft vorbereitet. Viele Hundebesitzer können ein leichtes Training ausprobieren, um zu sehen, welche Geschwindigkeit und Belastung möglich ist, denn auch viele kleinere Hunderassen sind sehr agil und meist fitter als ihre Besitzer.

...

...

Am Anfang sollte der Hund sein Geschäft erledigen können, schließlich ist das einer der Gründe, warum beide nach draußen gehen. Zunächst sollte das Nebenherlaufen trainiert werden, in dem der Mensch den Hund für die Einübungszeit an die Leine nimmt. So kann er kontrollieren, dass das Tier nicht zu weit wegläuft oder zu stark auf Ablenkungen reagiert, wie andere Hunde, Tiere, Gerüche oder Menschen.

Für den Menschen ist es notwendig, die eigene Geschwindigkeit herauszufinden, mit der ein gleichmäßiges Laufen ohne Probleme möglich ist. Wie bei dem Hund auch ist das Einstellen der Anfangsgeschwindigkeit relevant für ein nachhaltiges Trainingserlebnis, denn viele Läufer gehen es von Anfang an viel zu schnell an.

Ausdauertraining bedeutet, dass der Körper die Blutfettwerte normalisiert und nicht an die Kohlenhydrate geht. Dazu kommt, dass dem Körper ausreichend Erholungsphasen gegeben werden müssen, damit das Leistungsniveau hoch bleiben kann und das Immunsystem nicht geschwächt wird.

Wichtig ist es, dass der Hund versteht, worum es bei dem Lauftraining geht, nämlich das gleichmäßige Nebenherlaufen. Falls der Vierbeiner immer wieder um die Beine herumläuft oder sehr aktiv springt, sollte das Herrchen den Hund sehr bestimmt an die Leine nehmen und ihn führen. Das Hunde-Training und die grundlegenden Befehle sollte der Hund jedoch bereits absolviert haben, um sofort auf Kommando reagieren zu können.

Es ist eher nicht zu empfehlen mit Welpen Joggen zu gehen, auch nicht bei größeren Hunderassen, da diese körperlich erst ausgewachsen sein sollten. Meist sind ein bis eineinhalb Jahre ein gutes Einstiegsalter. Um den Spaß an dem Sport zu wecken, gibt es einige Spiele, die Besitzer und Tier vorher durchführen können.

Geeignete Zeitpunkte zum Laufen

Eine gute Möglichkeit ist es, während der Mittagspause oder morgens vor der Arbeit mit dem Hund joggen zu gehen, denn der Körper ist dadurch erfrischt und angeregt. Ein zu spätes Joggen kann zu Schlafproblemen führen, da der Mensch viel zu spät zur Ruhe kommt. Auch der Hund wird es dem Halter danken, wenn das Training nicht in den späten Abendstunden stattfindet, sondern ein Ausgang bereits tagsüber möglich ist.

Vorher sollte der Läufer sich jedoch gut aufwärmen, mit langsamem Tempo anfangen und die Leistung nach und nach steigern. Der Hund ist meist schneller anpassungsfähig als der Mensch und in seinem natürlichen Element, deshalb muss der Mensch das Tempo und die Geschwindigkeit zu seiner eigenen Sicherheit vorgeben.

Ausrüstung und Strecke optimal einrichten

Wer mit seinem Hund laufen gehen will, sollte eine abwechslungsreiche Strecke für sich und seinen Hund aussuchen. Asphalt ist zwar nicht unbedingt schädigend, doch ungeübte und ältere Personen sollten auf ihre Gelenke achten und ein gutes Schuhwerk verwenden. Außerdem sind asphaltierte Wege oft in Stadtgebieten, in denen viel Verkehr und Lärm bestehen kann, sodass ein entspanntes Laufen eher schwierig wird. Auf Asphalt sind allerdings die höchsten Geschwindigkeiten zu erzielen, denn es gibt kaum Hindernisse und Unebenheiten, die der Fuß ausgleichen müsste. Jeder Läufer muss selbst herausfinden, welche Untergründe ihm liegen und wo er sich am besten bewegen kann.

Hilfreich ist es beispielsweise, sich zu Beginn in Lauftreffs mit anderen Läufern zu treffen und so unterschiedliche Strecken und Streckenabschnitte kennenzulernen, zunächst auch erst einmal ohne Hund. Dadurch erkennt der Läufer selbst, was er leisten kann, wieviel Spaß die Strecke bringt und welche Wege ihm für ein Training sinnvoll erscheinen, bevor er mit dem Hund auf die Touren geht.

Auf Waldwegen oder Wiesen ist sowohl die Belastung für den Menschen, als auch die Abwechslung für den Hund gegeben, denn dort ist ein Laufen abseits der Wege möglich und es gibt viele Hindernisse, die bei Hund und Läufer Koordination und Beweglichkeit trainieren. Deshalb ist es wichtig, die passenden Schuhe für den Untergrund zu wählen, um bei höherem Tempo keine Unfälle durch Umknicken oder Stürze zu erleben.

Relevant ist unter anderem die Dämpfung, die auf Asphalt oder Schotterstraßen meist größer sein sollte, sowie das eigene Körpergewicht, bestimmte Fehlstellungen und Beinstellungen und ob der Schuh zum Beispiel wasserfest oder wasserabweisend ist. Dies ist in Wald- und Wiesengebieten zum Beispiel vorteilhaft. Die Dämpfung ist besonders für Anfänger jedoch nicht allein das ausschlaggebende Kriterium für die richtigen Laufschuhe, denn eine Stabilität und eine gute Führung des Schuhs erleichtern den Einstieg in den Sport und helfen bei Überpronation oder Supination, dem Einknicken nach innen oder außen. Der Schuh ist zunächst einmal dafür da, dass der Fuß richtig abrollt. Experten empfehlen beispielsweise bei Kniebeschwerden eher einen harten Untergrund und einen Schuh ohne zu starke Dämpfung zu nutzen, bei Sehnen- oder Muskulaturproblemen sollte ein weicherer Boden gewählt sein. Unter folgendem Eintrag gibt es weitere Informationen zu den unterschiedlichen Schuhformen und ihren Ergänzungen für die jeweilige Fehlstellung oder den bevorzugten Untergrund.

Nicht unterschätzen sollten Jogger die optimale Einstellung der Sportkleidung, denn wer viel schwitzt, muss ausreichend für einen Ausgleich sorgen, um nicht auszukühlen oder zu überhitzen. Funktionsfasern transportieren die Feuchtigkeit nach außen, können jedoch trotzdem Wind und Wasser abweisen, je nach Material. Darüber ist ein Sweatshirt oder eine Trainingsjacke zu tragen, die jedoch ebenfalls atmungsaktiv sein sollte. Wer viel an der frischen Luft unterwegs ist und das Outdoortraining bevorzugt, sollte seine Funktionskleidung optimal pflegen und auf Imprägnierung und bestimmte Waschmittel achten, die meist von den Herstellern selbst empfohlen werden.

Für die meisten Hunde gibt es passende Gurte, ohne Verletzungsgefahr; Pixabay.com © thephilippena (CC0 1.0)

Ausrüstung für den Hund

Einige Läufer mit Hunden empfehlen darüber hinaus mit einem Bauchgurt oder mit einer speziellen Joggingleine laufen zu gehen. In vielen Parks oder Stadtgebieten gibt es die Vorschrift, den Hund an der Leine zu führen. Allerdings haben viele Gemeinden mittlerweile Hundewiesen eingerichtet, auf denen sich die Hunde ohne Leine austoben dürfen. Für den Sport sind solche Wiesen jedoch meist nicht geeignet und eine Leine behindert den Menschen beim Laufen.

Bauchgurte sind dafür eine gute Alternative, denn sie geben dem Hundebesitzer freie Hände und sorgen trotzdem dafür, dass der Hund angeleint bleibt. Das Zubehör besteht meist aus dem Bauchgurt mit Leine und einem Geschirr für den Hund, wie einige es zum Beispiel von Schlittenhunden kennen. Durch die Anbringung eines Geschirrs werden Rückenprobleme bei Hund und Mensch verhindert und der Laufstil kann sich den Anforderungen des Menschen sauber anpassen. Das Geschirr des Hundes besteht meist aus Jogging- oder Führgeschirr und die Leine ist auf die Höhe des Läufers einzustellen. Vermeiden sollten die Hundebesitzer X-Back-Geschirre, da sie für das Lastenziehen vorgesehen sind.

Ist der Hund noch nicht mit Geschirr gelaufen, hilft ein langsames Heranführen an die Technik. Zuerst ist der Kopf durch die Öffnung zu bringen und anschließend die Pfoten. Die Leine sollte einen elastischen Mittelteil besitzen, da bei spontanen Bewegungen des Hundes eine Abfederung des menschlichen Rückens stattfindet. Hilfreich ist ebenfalls einen breiten Bauchgurt anzulegen, denn je nach Größe des Hundes ist eine gewisse Kraft notwendig, den Hund zu halten und zu führen. Diese Seite mit Test und Bewertungen gibt einige Eindrücke von der Vielseitigkeit der Ausrüstung.

Es gibt bereits Sportarten, die sich ausschließlich mit dem Laufen mit Bauchgurt und Leine befassen, unter ihnen das Canicross. Dabei läuft der Hund am Gurt vorweg. Dieses Video erläutert den Trendsport:

...

...

Tipps für das richtige Verhalten während des Joggings

Auf der Laufstrecke werden Hund und Läufer weitere Hunde, Kinder, Autos und andere Personen begegnen. Ist der Hund gut trainiert, wird er sich durch gezielte Befehle davon abbringen lassen, genauer nachzusehen. Allerdings sollten Pausen für den Hund vorgesehen sein, damit er seine Geschäfte erledigen kann und im Sommer genügend Erholung bekommt. Meist zeigt der Vierbeiner durch Stehen- oder Sitzenbleiben, dass er eine Pause benötigt, die er auch verdient hat. Dabei sollte es genügend Trinkwasserstellen oder Wasserzufuhr geben.

Wichtig ist es, nicht direkt nach dem Essen zu joggen, sowohl für den Menschen, als auch für die Tiere. Gerade bei Hunden kann es ansonsten zu Magendrehungen kommen, die lebensgefährlich sein können. Mindestens eine bis zwei Stunden nach der Mahlzeit sollte das Training erst beginnen. Diese Anleitung zum Ausdauertraining gibt Tipps für die langsame Steigerung der Trainingseinheiten.

Hunde sind neugierig und wollen ihre Umgebung erkunden, deshalb ist ein Rundkurs mit mehreren identischen Runden auch in der Wildnis meist nicht von Vorteil, Das Tier erkennt sehr schnell, wo sich beide befinden und kann sich schnell langweilen. Für den Menschen ist eine Routinestrecke zwar kein Problem, doch wer sich im Internet über mögliche Strecken informiert und diese mit Hund ausprobiert, kann selbst mehr Spaß am Sport mit dem Hund erhalten.

Weitere Sportarten mit Hunden

Der beste Freund des Menschen ist ein agiles Tier, das bei vielen Sportarten sehr viel Spaß haben kann. Dog Dancing beinhaltet das Tanzen mit dem Hund, die sich auf die Beweglichkeit und die Agilität des Vierbeiners richtet. Dabei erlernt der Hund verschiedene Bewegungsmuster, die mit Hilfe der Musik zu absolvieren sind, denn im Vordergrund steht der Hund, während der Begleiter nur Beiwerk sein soll. Die Bewegungen gibt es von Beinslalom, Rückwärtsgehen bis zu Sprüngen oder Drehungen, je nach gesundheitlichen Möglichkeiten und Kreativität des Hundes. Mittlerweile gibt es sogar Wettkämpfe auf der gesamten Welt. Dieses Video erläutert einige Tricks für die ersten Tanzschritte.

...

...

Hundebiathlon ist eine Teamsportart, bei denen Hund und Mensch gemeinsam eine Laufstrecke mit natürlichen Hindernissen absolvieren. Meist gibt es drei Kategorien: Naturwege, Waldwege und Bäche und rund 15 Hindernisse gilt es zu überwinden. Dabei sind verschiedene Streckenlängen von vier bis neun Kilometern vorgesehen, mit Schießstationen mit Dartpfeilen oder Luftpistolen und Strecken mit und ohne Leinenzwang. Der Sport ist allerdings immer noch hauptsächlich in der Schweiz verbreitet.

Laufen und Joggen gehen mit Hund kann also viel Freude bereiten, wenn Mensch und Tier gut darauf vorbereitet sind und sie sich gegenseitig ergänzen. Der Besitzer sollte immer auf die Gesundheit und das Gemüt seines Tieres achten, um ein optimales Training zu erzielen. Der Spaß sollte dabei natürlich immer an erster Stelle stehen.

 

Weitere Artikel zum Thema Hundesport: