Hundesport: Clickern Teil 2

Clicker trainierte Hunde sind motiviert und arbeitseifrig

Einer der unschlagbaren Vorteile des Clickertrainings ist die unvergleichliche Motivation des Hundes. Ein Verhalten wird so positiv geformt, dass der Hund es künftig schnell und mit Freuden ausführen wird. Clickertrainierte Hunde sind meistens viel arbeitseifriger und bemühter um ihren Menschen, als Hunde, die konservativ ausgebildet werden.

Ganz gleich, was geübt wird – das Trainingsziel sollte zuvor in viele kleine Teilschritte zerlegt werden. Pro Trainingseinheit wird am Besten immer nur ein Teilschritt geübt. Erst wenn der richtig sitzt, kann weitergegangen werden. Auf diese Weise verinnerlicht der Hund wirklich, was von ihm verlangt wird, und wird es später zuverlässig ausführen. 

Da das Clickern eine hohe Aufmerksamkeit von ihm fordert, sollten die Clicker-Sessions nie zu lange dauern. Üben Sie lieber mehrmals täglich nur eine kurze Dauer. Achten Sie dabei möglichst darauf, dass der Hund während des Clickertrainings immer in Bewegung bleibt – so bleibt er aktiv und locker. Anstatt ihm sein Leckerchen zu geben, können Sie es zum Beispiel auch einfach mal ein paar Meter weit weg werfen. Damit das Training eine erfreuliche Angelegenheit bleibt, beenden Sie es immer mit einer rundherum positiven Erfahrung. 

Durch Clickertraining werden Hunde experimentierfreudig 

Beim Clickern wird der Hund ermutigt, eigenständig Aktionen anzubieten, um herauszufinden, was sein Mensch nun genau von ihm möchte. Diese Experimentierfreude ist im Training wunderbar, kann im Alltag aber doch etwas lästig werden. Am Besten führen Sie deshalb ein Kommando zum Beginn des Trainings und eines zum Abschluss ein. So weiß der Hund genau, wann Kreativität und Aktionismus erwünscht sind, und kommt nicht in Versuchung, Ihnen den lieben langen Tag lang Vorschläge zu unterbreiten, die Sie vielleicht gar nicht lustig finden. 

Außer dem Start- und End-Signal sollten Sie möglichst nicht mit Ihrem Hund sprechen, während Sie Clickern – das würde ihn nur ablenken. Natürlich dürfen Sie sich freuen, wenn er etwas besonders gut gemacht hat. Korrekturen sind dagegen im Clickertraining fehl am Platz. Macht Ihr Hund nicht das Gewünschte, bekommt er einfach keinen Click – fertig.

Wenn Sie möchten, können Sie ein Signalwort einführen, um Ihrem Hund dabei zu helfen, die gewünschte Handlung herauszufinden. Als Gegenstück zum Click, der „Volltreffer!“ bedeutet, könnten Sie beispielsweise jedes Mal „kalt!“ oder „falsch!“ sagen, wenn er etwas anbietet, das sie nun gar nicht gebrauchen können. Dieses Signalwort ist allerdings keine Korrektur im klassischen Sinne, sondern lediglich eine Orientierungshilfe. Benutzen Sie hierfür nicht das Wort, dass Sie als Abbruch-Kommando im Alltag verwenden, und setzen Sie es stimmlich absolut neutral ein. 

Leckerchen nur über Umwege!

Der eingeclickerte Hund weiß nun, dass ein Click eine Belohnung wert ist. Nun muss er noch lernen, dass es den Click nicht einfach für niedliches Dasitzen gibt, sondern dass eine gewisse Initiative gefragt ist. Dazu knien Sie sich am Besten vor Ihren Hund, in der einen Hand die Leckerchen (in der geschlossenen Faust), die andere strecken Sie gerade vor sich aus. Den Clicker schieben Sie bei dieser Übung unter Ihr Knie, so können Sie ihn problemlos auslösen, ohne die Hände benutzen zu müssen. 

Die meisten Hunde werden nun beginnen, an der verführerisch riechenden Hand mit den Leckerchen herum zu schnüffeln oder zu nagen. Ignorieren Sie das, denn der Hund soll lernen, dass er einen Umweg gehen muss, um an die Belohnung zu gelangen. Wenn seine Aufmerksamkeit nur auf die Leckerchen fixiert ist, wird er nicht mit Ihnen arbeiten können. 

Betteln lohnt sich nicht – querdenken schon! 

In diesem Fall soll er Ihre ausgestreckte Hand – die Hand ohne Leckerchen – anstupsen. Sobald er dies zufällig tut, clickern Sie und geben ihm ein Leckerchen. Ist er so fasziniert von der Hand mit den Leckereien, dass er die andere Hand völlig links liegen lässt, helfen Sie ihm ein wenig, machen eine Bewegung mit der anderen Hand oder halten Sie ihm ein Stück weit entgegen, um seine Aufmerksamkeit zu bekommen. Nach einigen Wiederholungen wird es bei Ihrem Hund „Klick“ machen: Ach so ist das, ich muss die andere Hand anstupsen! Von nun an wird er wissen, dass sich betteln nicht lohnt – ein wenig querdenken aber schon! 

Kein Clickern ohne sachkundigen Umgang 

Das Clickertraining ist ein wunderbares Ausbildungsinstrument, ein Stück weit sicherlich eine Ausbildungsrevolution. Doch es ersetzt nicht den souveränen, einfühlsamen und sachkundigen Umgang mit dem Hund, das Verständnis für seine arttypische Kommunikation und die intensive Beziehungsarbeit. Dass im Clickertraining nicht korrigiert wird, heißt nicht, dass dem Hund im Alltag keine Grenzen gezogen werden müssen. 

Gerade ein clickertrainierter Hund, der dazu ermutigt wird, selbstständig mitzudenken und Lösungen anzubieten, muss ein stabiles Verhältnis zu seinem Menschen haben. So kommt er nicht auf die Idee, künftig sämtliche Entscheidungen eigenständig zu treffen. Der Mensch bleibt der Boss, wenn auch ein Boss, der Kreativität und Eigeninitiative zu schätzen weiß. Der Clicker ist also ein sinnvoller Bestandteil einer artgerechten und modernen Hundeerziehung, doch man darf ihn nicht isoliert als allein selig machende Ausbildungsform betrachten. Gut dosiert eingesetzt, kann er den Hundealltag jedoch viel bunter machen. (JE)

 

Mehr Infos zum Thema: Clickertraining auf experto.de

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