Verletzungsgefahr im Hundesport minimieren

Prophylaxe-Maßnahmen während des Hundesports

 

Neben diesen vorbereitenden und begleitenden Maßnahmen gibt es natürlich auch viele Dinge, die auf dem Hundeplatz und im Parcours zur Vorbeugung von Verletzungen getan werden können. Dazu gehören folgende Punkte:

- Der richtige Warm Up: Das Aufwärmen wird leider oft ausgespart, vernachlässigt oder falsch ausgeführt – dabei ist es für die Reduktion des Verletzungsrisikos essentiell. Kein menschlicher Leistungssportler käme auf die Idee, auf ein strukturiertes Aufwärmen vor dem Sport zu verzichten. Das Aufwärmen sollte mindestens 10 bis 15 Minuten dauern. Die Intensität sollte dabei sukzessive gesteigert werden. 

Wichtig: Das Aufwärmen dient der Vorbereitung des Herz-Kreislaufsystems, der Muskeln, Sehnen und Bänder auf eine bevorstehende Leistung. Es geht nicht etwa darum, den Hund möglichst soweit auszupowern, dass er im Parcours besser führbar ist. 

- Gezielter Übungsaufbau: Der gezielte und sorgfältige Übungsaufbau ist für die Vorbeugung von Verletzungen sehr wichtig. Jedes Gerät im Parcours sollte grundsätzlich einzeln trainiert werden – das gilt für Einsteiger ebenso wie für alle, die mit einer bestimmten Übung Probleme haben. 

Begonnen wird mit einer niedrigen Schwierigkeitsstufe – also beispielsweise mit sehr niedrigen Sprüngen oder einer sehr flachen A-Wand - und langsamer Geschwindigkeit. Die korrekte, konzentrierte Ausführung steht immer an erster Stelle. Erst mit zunehmenden Fähigkeiten werden Anspruch und Geschwindigkeit gesteigert. Kommt es zu Problemen, heißt es stets: Wieder einen Schritt zurückgehen!

- Einwandfreien Zustand der Geräte sicherstellen: Bei Sportarten wie Agility oder Turnierhundesport muss unbedingt sichergestellt werden, dass sich alle Geräte im Parcours in einem einwandfreien Zustand befinden, korrekt aufgebaut und standfest sind. Eine wacklige A-Wand, eine morsche Wippe oder eine rostige Stange sind Verletzungsrisiken, die man vermeiden kann.

- Auf Bodenbeschaffenheit achten: Insbesondere bei Sportarten, die eine hohe Geschwindigkeit von Hunden erfordern, ist die Beschaffenheit des Bodens wichtig. Er sollte sauber, eben und nicht rutschig sein.

- Bandagen tragen: Gut Bandagen verleihen den Gelenken mehr Stabilität, beugen Überdehnungen vor und können auch vor Stoßverletzungen oder Krallenabrissen schützen. Spezielle Hundebandagen gibt es im Fachhandel.

- Der richtige Cool down: Fast immer vernachlässigt wird der Cool down. Lockeres Laufen und Dehnen hilft dem Kreislauf dabei, kontrolliert wieder herunter zu fahren, und beugt Muskelkater vor.

Prophylaxe-Maßnahmen nach dem Hundesport-Training und weitere Tipps:

Bei Hunden, die sportlich aktiv sind, sollten zudem folgende Dinge beachtet werden, um die Gesundheit zu fördern und zu erhalten:

- Genügend Ruhephasen ermöglichen: Wer regelmäßig körperliche Leistung erbringt, muss sich auch regenerieren können. Ausreichend Schlaf- und Ruhephasen sind auch bei Hunden sehr wichtig.

- Hundephysiotherapie: Es ist durchaus sinnvoll, den vierbeinigen Sportler hin und wieder dem Hundephysiotherapeuten vorzustellen. Er kann Fehlhaltungen, Muskelverspannungen oder leichte Taktunreinheiten erkennen, die Vorboten von gesundheitlichen Schwierigkeiten sein können – und dem ungeschulten Auge verborgen bleiben.

- Jährlicher Vet-Check: Sportlich aktive Hunde sollten einmal im Jahr dem Tierarzt vorgestellt werden, um ihre Gesundheit zu überprüfen.

- Ausgewogene Ernährung: Eine gesunde, ausgewogene Ernährung ist für Hunde, die sehr aktiv sind, besonders wichtig. Ideal ist ein hochwertiges, getreidefreies Futter mit hohem Energie- und Nährstoffgehalt sowie viel Omega-3-Fettsäuren. 

- Nahrungsergänzungen: Es gibt ein breites Angebot an Nahrungsergänzungen, welche die Fitness des Hundes unterstützen und vorbeugend gegen Gelenkerkrankungen wirken sollen. Dazu gehören unter anderem Chondroitin, Fischöl, Glukosaminglykane, Grünlipp-Muschel-Extrakt, Kollagen-Hydrolysat, Methylsulfonylmethan und Vitamin K1. Auch Kräuter werden häufig eingesetzt. Welche Futterergänzungen für den Hund wirklich sinnvoll sind, wird am besten im Einzelfall mit dem Tierarzt, dem Hundephysiotherapeuten oder dem Tierheilpraktiker abgestimmt.

Buchtipps rund um die Verletzungsprophylaxe:

Das Thema Verletzungsprophylaxe ist sehr umfangreich und komplex. Deshalb haben wir hier einige nützliche Bücher zum Thema zusammengestellt: 

  • Bewegungstherapie für Hunde: in Hundesport und Rehabilitation
  • Gymnastricks: Gezieltes Muskeltraining für Hunde
  • Warm up und Cool down im Hundesport
  • Sportphysiotherapie für Hunde: Sporthunde erfolgreich betreuen und therapieren
  • Physiotherapie und Bewegungstraining für Hunde: Rehabilitation, Massage und Hundesport 

Viele weitere interessante Ratgeber rund um die Hundegesundheit gibt es auch unter www.vetepedia.de.

Hier geht es zu dem 1. Teil "Verletzungsgefahr im Hundesport minimieren"

Bildquelle:

fotolia.com Bild 1 Alexander Arns;  Bild 2 Rolf Klebsattel; Bilder 3 Patrick D. Reschke; 

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