Verletzungsgefahr im Hundesport minimieren

Prophylaxe bei Agility, Turnierhundesport & Co

 

Sport soll in erster Linie Spaß machen und die Fitness fördern. Doch es gibt auch Gesundheitsrisiken – und das betrifft bei weitem nicht nur den Leistungssport. Ganz im Gegenteil sind es häufig gerade Anfängerfehler, die zu Verletzungen führen. Grundsätzlich gilt bei Agility, Turnierhundesport & Co: Mit ein paar einfachen Regeln können große Risiken vermieden werden. 

Wer regelmäßig und intensiv Sport mit seinem Hund treiben möchte, muss seinen Vierbeiner (und sich selbst) gezielt aufbauen. Denn sonst wird der Körper schnell überfordert. Wer die Gesundheit seines Hundes nicht riskieren möchte, sollte ihn deshalb auf seinen sportlichen Einsatz gut vorbereiten.

Verletzungen bei Agility, Turnierhundesport & Co

Besonders hoch ist die Verletzungsgefahr im sogenannten Gerätesport wie Agility und Turnierhundesport. Das Meistern der Hindernisse in Kombination mit einer hohen Geschwindigkeit ist ausgesprochen anspruchsvoll. Auch andere, schnelle Sportarten wie Flyball oder Dogfrisbee bergen durchaus Verletzungsgefahr. Enge Wendungen und hohe Sprünge sind immer eine Belastung für die Gelenke – insbesondere für große Hunde.

Es gibt eine ganze Reihe an Verletzungen und auch Langzeitschäden, die im Sport auftreten können: 

  • Prellungen
  • Stürze
  • Krallenverletzungen
  • Überdehnungen
  • Verstauchungen
  • Bänderrisse
  • Muskelfaserrisse
  • Hüft- und Ellenbogendysplasie
  • Spondylose
  • Arthrose

Verletzungsgefahr im Hundesport minimieren: Prophylaxe-Maßnahmen 

Um gesundheitliche Schäden zu vermeiden, sollte Sicherheit im Sport stets an erster Stelle stehen. Es gibt eine ganze Reihe an Maßnahmen vor, während und nach der sportlichen Aktivität, mit denen das Verletzungsrisiko erheblich reduziert werden kann. 

Prophylaxe-Maßnahmen: Gesundheits- und Gewichts-Check

Am Anfang stehen Gesundheits- und Gewicht-Checks, die grundsätzlich Auskunft darüber geben, ob anspruchsvolle Sportarten wie Agility für den Hund geeignet sind:

- Gesundheits-Check beim Tierarzt: Wer sich entscheidet, mit seinem Hund regelmäßigen sportlich aktiv zu sein, sollte ihn vorher einem Tierarzt vorstellen. Der Tierarzt klärt ab, ob der Hund körperlich in der Lage ist, Sport zu treiben: Ist sein Herz-Kreislaufsystem gesund? Ist er vollständig ausgewachsen? Sind die Gelenke belastbar und frei von Arthrose? Liegt keine Ellenbogendysplasie beim Hund oder Hüftdysplasie vor?

Ein Hund, der nicht vollständig gesund ist, ist anfälliger für Verletzungen. Ist die körperliche Gesundheit des Hundes eingeschränkt, ist das allerdings kein Grund, auf den Sport zu verzichten: Statt körperlich herausfordernden Sportarten wie Agility kann auf eine ruhigere Sportart wie Fährtenarbeit ausgewichen werden.

- Gewichts-Check: Wer mit seinem Hund Agility oder Turnierhundesport treiben möchte, sollte unbedingt auf die schlanke Linie seines Vierbeiners achten. Übergewicht belastet die Gelenke und das Herz-Kreislauf-System. Maßvolle Bewegung zur Gewichtsreduktion ist wichtig, auf anspruchsvolle Manöver wie enge Wendungen und Sprünge sollte jedoch verzichtet werden, bis der Hund sein Idealgewicht erreicht hat.

Prophylaxe-Maßnahmen: Aufbau des Hundes

Die wirkungsvollste und gleichzeitig langwierigste Methode, Hunde beim Sport gesund zu erhalten, ist der vorbereitende und begleitende Aufbau. Wir kennen das von uns selbst: Niemand, der jeden Abend auf dem Sofa sitzt und Serien schaut, kann plötzlich einen Marathon laufen. Unser Kreislauf, die Muskeln, Sehnen und Bänder müssen erst so weit trainiert werden, dass sie einer sportlichen Belastung standhalten können. Bei Hunden ist das nicht anders. 

Deshalb sind folgende Maßnahmen zur Vorbereitung und Begleitung sinnvoll:

- Ausdauertraining: Die Kondition des Vierbeiners wird mit gezieltem Ausdauertraining aufgebaut. Die Ausdauer ist für die Vorbeugung von Verletzungen sehr wichtig, denn Ermüdung führt schnell zu Konzentrationsschwäche – und die wiederum kann Fehler und Stürze verursachen. Wie auch beim Menschen sollte beim Hund mit kürzeren Trainingseinheiten begonnen werden, die man langsam steigert. 

Für das Ausdauertraining sind gleichmäßige, eher sanfte Bewegungen wie beim Joggen oder neben dem Fahrrad Laufen sehr gut geeignet – allerdings nie zu lange auf Asphalt, sondern lieber im abwechslungsreichen Gelände mit weichem Boden. Das belastet die Gelenke nicht zu sehr, unterstützt die Muskulatur und lässt das Trainieren nicht langweilig werden. 

Für fortgeschrittene Ausdauersportler ist das Intervalltraining ideal: Hier wechselt sich langsames Laufen mit schnellen Sprints ab. Um das Konditionstraining abwechslungsreich zu gestalten und Hunde gleichzeitig auch mental zu fordern, können verschiedene Gehorsamsübungen eingebaut werden. Übrigens: Auch Schwimmen ist sehr gut geeignet, um Kondition aufzubauen!  

- Krafttraining: Ebenso wichtig für die Vorbeugung von Verletzungen ist der gezielte Muskelaufbau. Natürlich stemmen Hunde keine Gewichte. Stattdessen wird beim Krafttraining mit dem Körpergewicht der Hunde gearbeitet. Beispielsweise können auf Spaziergängen gezielt Hänge genutzt werden, um die Hinterhand zu trainieren. Auch Laufen auf einem Laufband ist sehr gut geeignet. 

Eine weitere, wunderbare Möglichkeit für das Krafttraining sind Übungen mit dem Wackelbrett oder Wackelkissen, wie man sie aus der Physiotherapie kennt: Hier hält der Hund das Gleichgewicht auf dem wackeligen Untergrund und führt gleichzeitig bestimmte Übungen aus. Das stärkt die gesamte Körpermuskulatur. Tipp: Der Muskelaufbau kann durch die Ernährung und die Zufütterung von Nahrungsergänzungsmitteln gezielt unterstützt werden.

- Beweglichkeitstraining: Nicht nur das Herz-Kreislaufsystem und die Muskeln, sondern auch die Beweglichkeit und Dehnbarkeit der Gelenke und Bänder sind essentiell wichtig, um Verletzungen vorzubeugen. Auch hier ist das Wackelbrett hervorragend geeignet. Cavaletti-Training, Bodenarbeit, Slalomlaufen und Isometrische Spannungsübungen sind ebenfalls ideal, um die Beweglichkeit des Hundes zu verbessern. Übrigens: Viele Übungen, die wir aus dem Trickdogging kennen, haben einen gymnastischen Effekt: So beispielsweise der Wechsel von Platz zu Steh und wieder hin zu Platz, oder das Verbeugen.

- Koordinationstraining: Sport hat auch etwas mit Geschicklichkeit zu tun. Deshalb ist es gut, die Koordinationsfähigkeit des Hundes gezielt zu trainieren. Das kann beispielsweise mit Cavaletti- und Bodenarbeit oder Degility geschehen. Doch auch beim täglichen Waldspaziergang können Hindernisse eingebunden werden, über die der Hund klettern und balancieren kann – zum Beispiel Baumstämme oder Parkbänke.

- Mentales Training: Auf dem Hundeplatz sollte der Vierbeiner konzentriert arbeiten, Risiken einschätzen können, geduldig und diszipliniert sein und sich natürlich jederzeit von seinem Menschen führen lassen. Konzentrationstraining, Impulskontrolle und ein guter Grundgehorsam sind daher zur Vorbeugung von Verletzungen sinnvoll. Erziehungsübungen können im Alltag jederzeit eingebunden werden. Intelligenzspielzeuge, aber auch Übungen aus dem Dummytraining oder der Futterbeutelarbeit optimieren die Zusammenarbeit von Mensch und Hund.

Hier geht es zu dem 2. Teil "Verletzungsgefahr im Hundesport minimieren"

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