Schmerzen beim Hund

Erkennen von Schmerzsymptomen & Schmerztherapie

 

Ein aktives Hundeleben birgt immer auch die Gefahr von Verletzungen und Überlastungen. Deshalb ist es gerade für Hundesportler so wichtig, Schmerzen beim Hund so früh wie möglich zu erkennen und richtig zu behandeln. Denn im Unterschied zu uns Menschen können sich Hunde nicht unmissverständlich mitteilen – und leiden manchmal auch unbemerkt. 

Die Internationale Gesellschaft zum Studium des Schmerzes (IASP) beschreibt Schmerz als ein „unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit einer tatsächlichen oder drohenden Gewebeschädigung verknüpft ist, oder mit Begriffen einer solchen Schädigung beschrieben wird“. Dabei können Schmerzen sich ganz unterschiedlich anfühlen – sie können schneidend, brennend, stechend, dumpf, drückend oder pulsierend sein. Bei jedem Schmerz gilt: Er kann ein wichtiges Warnsignal des Körpers sein. 

Vor allem im Hundesport ist Schmerz ein deutliches Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt. Dabei kommen verschiedene Ursachen in Frage, beispielsweise: 

• Überbelastung
• Überdehnung von Muskeln oder Bändern
• Bänderrisse, Muskelfaserrisse
Verstauchungen beim Hund
• Prellungen
• Krallenverletzungen

Das Problem: Im Eifer des Gefechtes zeigt der Hund seinen Schmerz oft nicht – oder sein Halter bemerkt ihn nicht. Häufig verbergen Tiere ihren Schmerz auch aus einem natürlichen Schutzmechanismus heraus – das macht es schwerer, einen unter Schmerzen leidenden Hund zu erkennen. Ein unerkannter Schmerz verzögert jedoch die Behandlung der Schmerzursache und begünstigt unter Umständen das Voranschreiten der vorliegenden Erkrankung. Beides kann die Heilungschancen mindern. Schonhaltungen, die Hunde instinktiv einnehmen, können zu Fehlbelastungen führen – und infolge dessen zu voranschreitenden Verschleißerscheinungen und weiteren Beschwerden. 

Wie erkennt man Schmerzen beim Hund?

Eine gute Beobachtungsgabe und ein geschulter Blick sind notwendig, um zu erkennen, ob der Hund unter Schmerzen leidet. Grundsätzlich können alle Abweichungen vom normalen Verhalten des Tieres ein Hinweis auf Schmerzen darstellen. Vor allem drei Faktoren spielen dabei eine Rolle: die Körperhaltung, die Reaktion auf Berührungen und das Verhalten.

Typische Anzeichen von Schmerzen beim Hund:

• Aufschreien oder Jaulen bei schmerzhaften Bewegungen oder Berührungen
• gekrümmter, nach oben gewölbter Rücken, Schonhaltung
• Lahmheit
• ängstlicher oder gestresster Gesichtsausdruck
• Lecken und Beknabbern schmerzhafter Körperregionen
• Schmatzen
• Trägheit, Apathie oder Inaktivität
• Hyperaktivität oder Ruhelosigkeit
• Aggressives Verhalten gegenüber Artgenossen oder Menschen
• Verweigerung der Nahrungsaufnahme
• Leistungsabfall beim Hundesport

Beobachtet Ihr eines oder mehrere dieser Symptome, solltet Ihr Euren Hund so schnell wie möglich einem Tierarzt vorstellen, um herauszufinden, an was der Hund leidet und die passende Therapie einzuleiten. 

Schmerzdiagnose beim Tierarzt

 

Die Ursachen für Schmerzen können sehr vielfältig sein. Für seine Diagnose führt der Tierarzt verschiedene Untersuchungen durch, es können auch bildgebende Verfahren wie z.B. Röntgen nötig sein. Abgeleitet aus der Diagnose wählt der Tierarzt die passende Therapie für den Hund aus, damit er schnell wieder auf die Beine kommt. Für den Hundesport heißt das meist, dass der Hund einen gewissen Zeitraum über geschont werden muss.

Je nach vorliegender Erkrankung können verschiedene Therapien zum Einsatz kommen. Häufig macht es auch Sinn, mehrere Optionen miteinander zu kombinieren: 

  • Schmerzmittel: Schmerzmittel lindern den Schmerz und wirken entzündungshemmend. Welche Mittel geeignet sind, weiß der Tierarzt.

  • Biologische Arzneimittel: Auch aus dem Bereich der biologischen Arzneimittel gibt es viele hilfreiche Mittel, die schmerzlindernd, abschwellend und entzündungshemmend wirken und den Körper bei der Heilung unterstützen.

  • Physiotherapie: Bewegungstherapie, Massage und Lymphdrainage

  • Neuraltherapie: gezielte Injektionen eines Betäubungsmittels an bestimmten Stellen

  • Elektrotherapie: therapeutische Anwendung von elektrischem Strom

  • Ultraschalltherapie: Therapie mit Ultraschallwellen

  • Lasertherapie: Therapie von schmerzhaften Erkrankungen durch Laser

  • Akupunktur: Setzen von Nadeln an Meridianen

  • Thermotherapie: Anwendung von Wärme und Kälte

  • Goldimplantation: Einsetzen von Goldpartikeln bei orthopädischen Erkrankungen

  • Homöopathie: alternativmedizinische Behandlung

Das Ziel der Schmerztherapie ist immer, den Hund von seinen Schmerzen zu befreien und körperliche und seelische Folgeerkrankungen zu verhindern. Denn dauert ein Schmerz über einen längeren Zeitraum an, bildet sich eine sogenannte Schmerzbahn zum Gehirn. Der Hund hat dann trotz erfolgter Therapie Schmerzen, weil sein Schmerzgedächtnis das erlittene Schmerzempfinden gespeichert hat. Die Folge ist ein chronischer Schmerz, selbst wenn die Schmerzursache bereits gar nicht mehr existiert.

Viele weitere interessante Informationen rund um die Hundegesundheit gibt es auch unter www.vetepedia.de.

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