Hundephysiotherapie für Zuhause Teil 2

Alltagstaugliche Übungen für mehr Beweglichkeit

 

Mobilitätsübungen müssen nicht täglich durchgeführt werden – das wäre nicht nur übertrieben, sondern würde auch schnell langweilig. Zwei- bis dreimal pro Woche ist in der Regel vollkommen ausreichend.

Hundephysiotherapie für Zuhause: Dehnungsübungen

Dehnungen und Streckungen können auf zwei Arten durchgeführt werden: Entweder, der Kopf des Hundes wird mit einem Leckerchen in die richtige Position gelockt – oder der Hund wird behutsam, langsam und ohne viel Druck mit den Händen in die richtige Position gebracht. Das erfordert jedoch Vertrauen vom Vierbeiner und sollte nur von Menschen ausgeführt werden, die er gut kennt.

Halsstrecken: Bei dieser Übung wird der Kopf des Hundes sanft unter dem Kinn und im Nacken angefasst und nach hinten gebogen, bis die Nase des Hundes nach oben zeigt. Auf diese Weise werden die Halswirbelsäule und die dort befindlichen Muskeln – der Zungenbeinmuskeln, der Brustbein-Kopfmuskel und der Oberarmkopfmuskel – gestreckt und mobilisiert.

Halsbeugen: Das Beugen des Halses ist die umgekehrte Übung. Hier bietet sich die Führung des Hundekopfes über ein Leckerchen an. Der Hund kann stehen oder sitzen; mit einem Leckerchen wird sein Kopf zur Brust geführt – erst gerade, dann nach rechts, dann nach links.

Seitliche Dehnung: Bei dieser Übung steht der Hund gerade, der Hinterleib wird sanft festgehalten. Mit einem Leckerchen wird der Kopf zur Seite und nach hinten geführt, so dass der Hund sich seitlich biegt. Erst wird zur einen Seite gedehnt, dann zur anderen.

Beinstrecken: Um die Vorderbeine zu dehnen, legt der Hundehalter eine Hand sanft auf die Schulter, die andere unter das Ellbogengelenk, und streckt das Bein des Hundes langsam nach vorne.

Rückendehnung: Bei dieser Übung wird der Hund animiert, an seinem Menschen hochzuspringen oder hochzuklettern und dort kurz zu verharren. Im Idealfall stützt er sich mit den Vorderpfoten auf die Unterarme seines Menschen und streckt dabei den Rücken und die Hüfte.

Bauchdehnung: Für diese Übung sollte der Hund entspannt auf der Seite liegen. Mit einem Leckerchen wird die Nase des Hundes in Richtung Hinterteil geführt, so dass der Hund seinen Kopf und seine Brust leicht seitlich anhebt. Diese Spannung sollte er wenige Sekunden halten, danach wird sein Kopf wieder mit dem Leckerchen zurück geführt. Zur Belohnung darf er das Leckerchen natürlich verspeisen – denn diese Übung ist sehr anstrengend!

Hundephysiotherapie für Zuhause: Gymnastizierende Tricks

Hundetricks sind nicht nur niedlich – viele haben auch einen gymnastizierenden Effekt. Der Hund führt dabei Bewegungen aus, die im Alltag nicht notwendig sind – und trainiert so die Flexibilität seiner Muskeln, Sehnen und Bänder. Zu den gymnastizierenden Tricks zählen:

• Verbeugen/Diener: Bei diesem Trick bleibt der Hund mit dem Hinterkörper stehen und legt sich mit dem Vorderkörper auf den Boden. Der breite Rückenmuskel wird dabei besonders gestreckt.

• „Männchen“-Machen: Beim „Männchen“-Machen setzt sich der Hund auf sein Hinterteil und richtet sich vorne auf. Dabei werden seine Rückenmuskeln gekräftigt.

„Häschen“-Machen: Das „Häschen“ ist eine fortgeschrittene Variante des „Männchen“-Machens, denn hierbei hebt der Hund beide Vorderbeine rhythmisch auf und ab. Dabei muss er sich gut ausbalancieren können und die Muskeln der Vorderbeine werden zusätzlich gedehnt und gestärkt.

 Pfote-Geben und „High Five“: Das Geben der Pfoten trainiert die Koordination, denn der Hund muss auf drei Beinen sitzen oder stehen bleiben. Außerdem werden die Oberarmmuskeln gedehnt.

Spanischer Schritt: Wie ein Zirkuspferd zeigt der Hund bei diesem Trick viel Vorderbein-Aktion – er hebt also die Vorderbeine im Schritt ab dem Ellbogengelenk sehr hoch an und schreitet raumgreifend aus. Das macht die Brustmuskeln und die Oberarmmuskeln geschmeidig.

Twist und Turn: Bei diesem Trick dreht sich der Hund um die eigene Achse – einmal rechts herum, einmal links herum. Das dehnt nicht nur den Rückenmuskel, sondern auch die Bauchmuskeln.

Slalom durch die Beine: Der Hund windet sich im Slalom durch die Beine seines Menschen, während dieser langsam vorwärtsgeht. Auch hier muss sich der Hund in der Längsachse biegen.

Kopf schieflegen: Besonders niedlich ist dieser Trick, bei dem der Hund auf Kommando das Köpfchen fragend zur Seite legt. Ganz nebenbei werden der Brustbein-und Kopfmuskel gedehnt.

Rückwärtslaufen: Im Alltag legen Hunde eher selten den Rückwärtsgang ein. Das Rückwärtsgehen verlangt vom Hund ein tiefes Untertreten und Gewichtsaufnahme auf der Hinterhand – und es fördert die Körperwahrnehmung und Motorik.

Weitere Beweglichkeitsübungen für Hunde

Cavaletti-Training: Beim Cavaletti-oder Stangentraining geht der Hund in verschiedenen Gangarten über niedrige Hindernisse. Er soll dabei nicht springen, sondern jedes Bein einzeln und kontrolliert über die Hürde setzen. Das Cavaletti-Training hat zahlreiche Varianten und trainiert nahezu den gesamten Körper des Hundes. Schickt Euren Hund im Schritt oder Trab über unterschiedlich hohe Cavaletti, baut Wendungen ein oder lasst ihn seinen Weg durch einen Mikado-Stangenstapel finden.

Schubkarre: Bei der Schubkarre wird der Hund sanft an den Hinterbeinen genommen (oberhalb der Knie an den Oberschenkeln) und angehoben, so dass sein Gewicht auf die Vorderbeine verlagert wird. Nun bewegen sich Mensch und Hund langsam vorwärts. Dieses Training bedarf etwas Übung.

Wechsel Sitz-Platz-Sitz: Der Wechsel vom Sitz ins Platz und wieder zurück ins Sitz ist für Hunde sehr anstrengend und fordert der Muskulatur einiges ab. Doch es fördert auch die Beweglichkeit und die Kraft.

Laufen über verschiedene Untergründe: Abwechslungsreiches Gelände und verschiedene Bodenbeschaffenheiten sind für Hunde ein hervorragendes Training. Tiefer Sand stärkt die Beinmuskulatur, unebenes Gelände fördert die Motorik. In manchen Hundeschulen oder Hundephysiotherapie-Praxen gibt es spezielle Bereiche mit verschiedenen Untergründen, die Hunde entdecken können. Oder Hundehalter sind beim Gassigehen öfter einmal kreativ und besuchen den Strand, gehen durch ein Kieselstein-Feld oder über einen Weg, der von dicken Baumwurzeln überzogen ist.

Viele weitere interessante Informationen rund um die Hundegesundheit gibt es auch unter www.vetepedia.de.

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