Hundephysiotherapie für Zuhause

Übungen für mehr Beweglichkeit beim Hund

Junge Hunde sind meist voller Bewegungsfreude und körperlich flexibel. Doch diese Mobilität kann im Laufe eines Hundelebens schwinden. Erkrankungen, Unfälle, lange Rekonvaleszenz-Phasen oder schlichtweg der normale Alterungsprozess können die Ursache dafür sein. Mit gezielter Hundephysiotherapie und Übungen für mehr Beweglichkeit im Alltag können Hundehalter die Flexibilität ihres Vierbeiners wieder fördern – und ihm damit neue Lebensqualität schenken.

Wir alle werden älter -  das ist der Lauf der Dinge. Ebenso natürlich ist es, dass unser Körper mit den Jahren unflexibler wird. Je weniger wir uns im Alltag bewegen, desto schneller bilden sich die entsprechenden Muskeln, Bänder und Sehnen zurück. Und je unbeweglicher wir uns fühlen, desto mehr verfallen wir unbewusst in Schonhaltungen – die wiederum das Fortschreiten der Immobilität verstärken. Dieses Prinzip gilt für uns Menschen genauso wie für unsere Hunde.

Ursachen für eingeschränkte Beweglichkeit beim Hund

 

Die körperliche Flexibilität von Hunden kann durch verschiedene Dinge eingeschränkt werden – nicht nur durch natürliche Alterungsprozesse. Zu den Ursachen können beispielsweise folgende Dinge gehören:

• Erkrankungen des Bewegungsapparates, wie Spondylose oder Arthrose
• Fehlbildungen des Skeletts
• lange Erholungsphasen nach einer akuten Erkrankung
• Verletzungen oder Unfälle
• Überbelastungen beim Sport
• Haltungsfehler wie mangelnde Bewegung
• Falsche Ernährung und Übergewicht

Mit Beweglichkeitstraining vorbeugen 

Grundsätzlich gilt: Wer rastet, der rostet. Bewegungen, die der Körper nicht mehr regelmäßig ausführt, verlernt er. In der Praxis bedeutet das: Die Muskeln werden schwächer und verkürzen sich. Sehnen und Bänder verkürzen sich ebenfalls, Faszien können verkleben. Der Körper fühlt sich unangenehm steif an – das Bewegen fällt zunehmend schwer, und darunter leidet auch die Lebensqualität.

Ein gezieltes Bewegungstraining mit Physiotherapie ist die beste Vorsorge, denn es hält den Körper geschmeidig und flexibel. Dabei geht es aber nicht um Quantität, sondern um ein angemessenes, ganzheitliches Training aller wichtigen Muskeln, Sehnen und Bänder. Einseitige Belastung ist ebenso wenig zielführend wie eine Überbelastung. Zum Erhalt der Beweglichkeit gibt es praktische Übungen, die Hundehalter einfach zuhause mit ihrem Vierbeiner durchführen können.

Hundephysiotherapie zur Wiederherstellung der Beweglichkeit

Hunde, deren körperliche Mobilität bereits eingeschränkt ist, sollten am besten in einer Praxis für Hundephysiotherapie vorgestellt werden. Dort kann eine differenzierte Diagnose erstellt und das optimale Übungsprogramm für die individuelle Therapie erstellt werden. Außerdem kann der Hundephysiotherapeut darüber entscheiden, ob bestimmte Beweglichkeitsübungen bei einer vorliegenden Erkrankung oder körperlichen Beeinträchtigung nicht durchgeführt werden sollten. Gerade bei älteren Tieren ist professionelle Hundephysiotherapie auch zur Prophylaxe sehr sinnvoll.

Vor dem Beweglichkeitstraining

Wichtig bei jeder Beweglichkeitsübung ist: Der Spaß sollte nicht zu kurz kommen. Nur ein Hund, der entspannt und motiviert bei der Sache ist, kann von der Physiotherapie profitieren. Deshalb sollten alle Übungen spielerisch durchgeführt werden. Auch ein entsprechendes, kurzes Warm-Up darf nicht fehlen – zumindest sollte der Hund nicht direkt vom Mittagsschlaf kommen. Ideal ist es, die Übungen auf einer Gassirunde einzubauen. So ist die Muskulatur bereits warm – und unterwegs bieten sich viele Möglichkeiten der Abwechslung.

Konditionierte Entspannung

Stress bedeutet Anspannung, und Anspannung ist das Gegenteil von Entspannung. Ein vielversprechender Ansatz, um Stress im Hundesport zu begegnen, ist die sogenannte konditionierte Entspannung. Mit den Mitteln der klassischen Konditionierung kann ein entspannter Zustand beim Hund an ein bestimmtes Signal gekoppelt werden. Wurde die Verknüpfung zuverlässig aufgebaut, kann Anspannung mit dem Entspannungssignal gezielt abgebaut werden.

Direkt vorweg: Konditionierte Entspannung ist kein Wundermittel. Es ist keine magische Zauberformel und kein Schalter, mit dessen Hilfe man hypernervöse Hunde jederzeit in dösende Lämmchen verwandeln kann. Aber das Entspannungssignal kann dabei helfen, den Hund in kritischen Situationen zu beruhigen und ansprechbar zu machen. So können hohe Erregung und stressbedingte Verhaltensweisen durchbrochen und umgeleitet werden.

Ein weiterer Vorteil: Das Entspannungssignal lässt sich auch als Alternative zu einem Abbruchsignal wie „Nein!“ oder „Aus!“ verwenden. Wurde das Entspannungssignal richtig aufgebaut, unterbricht der Hund das gezeigte Verhalten, um sich zu entspannten. So kannst Du ihn schnell aus der Situation herausnehmen und ihm ein Alternativverhalten anbieten. Auf diese Weise wird weniger Frustration aufgebaut, als mit einem negativ belasteten „Nein!“ oder „Aus!“.

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