Bewegung fördern und erhalten: Koordination und Motorik - Teil 1

Jack-Russel-Terrier beim Training

Kaum zu glauben, wie komplex ein an sich so „simpler“ Vorgang wie Bewegung ist. Für einen reibungslosen Ablauf benötigt ein Hund eine Vielzahl verschiedener Muskeln, damit die Bewegungen von A wie Anlauf bis Z wie Zick-Zack-Rennen koordiniert und zielgerichtet ablaufen. 

Das liegt daran, dass Anspannung und Kraftaufwand der Muskeln einem definierten Prozess folgen. Jede Betätigung ist deshalb eine komplexe Folge von Kontraktionen. Leitend für die motorische Koordination ist das Kleinhirn, das auf zeitlich korrekte Informationen aus dem Bewegungsapparat angewiesen ist. Die Menge der an der Bewegung beteiligten kleineren und größeren Muskeln und Gelenke erklärt auch, warum die Behandlung von zum Beispiel Lahmheiten so anspruchsvoll ist.

Im Folgenden findest Du verschiedene Tipps und Übungen für effektives Hundetraining sowie Informationen zur Hundeerziehung. Auch präventive therapeutische und medizinische Anwendungen können zu einer gesunden Motorik und fließenden Koordination beitragen.

Alltagstipps, Kommandos zur Förderung der Beweglichkeit und worauf Du bei Deinem Hund achten solltest

Tipps für den Alltag

Schon ab dem Welpenalter können und sollten Hundehalter darauf achten, Übungen in das Alltagsgschehen einzubauen, die den Hund in seiner Koordination und Motorik unterstützen. So können einzelne Kommandos bereits Elemente eines Hundetrainings enthalten. Es gibt eine Vielzahl einfacher, aber effektiver Übungen, wie zum Beispiel das Laufen auf verschiedenen, nachgebenden Böden – das trainiert das Gleichgewicht und fördert die Muskulatur. Wichtig ist auch der Umgang mit Leine und Co.: Diese sollte niemals als Erziehungsinstrument benutzt werden, da allzu ruckartiges Ziehen an der Leine oder zu strammes Zurückhalten den Bewegungsapparat der Hunde schädigen kann. 

Kommandos zur Förderung der Beweglichkeit

„Steh-Sitz-Platz-Steh“: In dieser Reihenfolge werden die Grundbefehle zum Ganzkörper-Workout, das – mehrmals wiederholt – einen stärkenden Effekt auf Muskeln, Gelenke und Koordination des Hundes haben kann.

„High-Five“: Gib Pfötchen mit beiden Pfoten im Wechsel und in verschiedener Höhe trainiert die Beweglichkeit der Vorderläufe. Tipp: Das Kommando dreimal pro Pfötchen geben.

„Slalom-Lauf“: Den Hund in Achten durch die Beine laufen lassen. Beine weit genug auseinanderstellen und das Tier die Übung möglichst langsam machen lassen. Je langsamer, desto besser – mit drei Wiederholungen starten.

„Pfotenheber“: Eine Übung ohne Kommando. Der Hund steht entspannt, der Hundehalter hebt abwechseln Vorderläufe und Hinterläufe einzeln für etwa drei Sekunden an.

„Hüft-Streching“: Der Hund muss sich am Menschen aufstellen und diese Haltung für einige Sekunden bewahren. Drei Wiederholungen mit etwa drei Sekunden reichen für den Anfang.

Achte auf die Bewegung Deines Hundes

Unsere Hunde werden immer älter. Das ist natürlich sehr schön. Andererseits steigen damit auch bei ihnen – wie bei uns Menschen – altersbedingte, krankhafte Veränderungen im Bereich der Gelenke. Sportliche Aktivitäten wie Agility und Co. bergen die Gefahr von Überbelastungen oder gar Verletzungen, in deren Folge chronische Gelenkbeschwerden entstehen können. Darüber hinaus können bei manchen Rassen angeborene oder erworbene Fehlstellungen der Gelenke zu einer Fehlbelastung führen, die wiederum einen übermäßigen Verschleiß im gesamten Gelenk bedingt. Dies ist ein Grund, warum bereits junge Hunde unter Arthrosen leiden können.

Auch falsche oder zu wenig Bewegung begünstigt die Krankheitsentstehung; denn nur bei Aktivität wird der Gelenkknorpel ausreichend mit Nährstoffen versorgt. Ein Schonungsverhalten dagegen führt zu einer Mangelversorgung des Knorpels. Auf Dauer ist er dann selbst „normalen“ Beanspruchungen nicht mehr gewachsen.

Unter einer Arthrose versteht man eine chronische Gelenkerkrankung. Sie ist für den Hund schmerzhaft und geht mit erheblichem Beweglichkeitsverlust einher. Da nicht nur das Laufen Schmerzen verursacht, sondern auch alltägliche Bewegungen wie sich kratzen, putzen, rekeln oder strecken, ist die Lebensqualität der Tiere häufig stark eingeschränkt.

Um frühzeitig die ersten Anzeichen einer Arthrose zu erkennen und entsprechend eine geeignete Therapie einleiten zu können, ist es wichtig, das Verhalten Deines Hundes genau zu beobachten: Wie bewegt er sich in den einzelnen Gangarten? Läuft Dein Hund nicht mehr so gerne die Treppen? Oder hält er sich beim Spielen zurück statt wie früher gut gelaunt dem Ball hinterher zu rennen? Fallen ihm alltägliche Bewegungen wie sich kratzen oder sich wälzen plötzlich schwerer? 

Solltest Du eine oder mehrere Veränderungen bei Deinem Hund erkennen, ist es ratsam, einen Tierarzt aufzusuchen, um den Ursachen auf den Grund zu gehen.

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