06. Aug 2008
Der West Highland White Terrier stammt wie viele seiner Terrier-Kollegen aus Schottland. Hier hatte er lange allerdings kaum Anhänger: Die farbigen Varianten galten Jägern und Bauern als robuster, rein weiße Welpen im Wurf wurden meist einfach getötet. Erst ein Unglück brachte Colonel Malcolm aus dem schottischen Potalloch Mitte des 19. Jahrhunderts dazu, den bleichen Jungs eine Chance zu geben: Er erschoss bei der Jagd seinen waldfarbenen Terrier in einem Gebüsch, weil er sich nicht deutlich genug von seiner Umgebung abhob. Was folgte waren Zuchtmühen, die dem „Westie“-Vater zunächst nur Hohn und Spott einbrachten. Mit zunehmender Gewöhnung, vor allem nach dem Aufkommen des Hundefrisierens, fand der kleine Weiße allerdings mehr und mehr Anhänger - zunächst bei Jägern, später aber auch bei Familien und „zivilen“ Einzelpersonen. Diverse TV-Auftritte in Werbespots und Shows führten bald sogar zu einem Boom bei der Rasse, so dass sich heute kein Fan der Westies Sorgen um die Zukunft seiner Lieblinge machen muss.
Der Kleine ist bei weitem kein reiner Schoßhund. Seine überschäumende Energie, die die Vorfahren noch zu wilden Jagden auf Ratten, Mäuse und andere Störenfriede nutzten, hat sich der Westie bewahrt. Und mit ihr auch den leichten Hang zur Dickköpfigkeit. Der Highlander ist ein wahrer Draufgänger, den man unbedingt sinnvoll beschäftigen sollte, denn seiner Intelligenz will natürlich entsprochen werden. Aufpassen sollte man in Wald- und Wiesennähe: Man sieht es ihm heute vielleicht nicht unbedingt an, aber der Jagdtrieb des Terriers ist ungebrochen und sorgt schonmal dafür, dass der niedliche Kerl ausbüxt und den Heldentaten seiner Ahnen nacheifert. Seinen Charme lässt der extrem kinderliebe Familienhund übrigens auch gern spielen: Schauspielern kann er gut, und so verschafft er sich hin und wieder kleine und größere Vorteile im Kampf um Leckereien und Streicheleinheiten.
Womit wir beim Thema Ernährung wären: Man sollte den Westie unbedingt seiner Größe entsprechend füttern. Bekommt er zuviel oder Falsches, legt er schnell zu – gerade bei nicht ausreichender Bewegung. Kann er sich aber voll entfalten, sollte man darauf achten, dass immer genügend Wasser beriet steht, denn dann neigt er zum Austrocknen. Die Fellpflege ist bei diesem Hund auch nicht ohne. Regelmäßiges Stutzen verschiedener Haarpartien und ausgiebiges Bürsten stehen auf dem Programm. Alle paar Monate sollte man zudem den Hundefriseur ansteuern – Schönheit hat eben ihren Preis.
Aufgrund seiner geringen Größe und der netten, fidelen Art gilt der Westie als ausgezeichneter Wohnungshund. Dies stimmt zunächst, doch sollte man seinen Bewegungsdrang nicht unterschätzen und dafür sorgen, dass auch dem verbliebenen Jagdtrieb des Kleinen entsprochen wird. Für ein Leben auf der Couch wurde der Hund jedenfalls nicht gezüchtet, und so gilt auch in der City: Raus mit ihm und immer rennen lassen!
Name West Highland White Terrier
Herkunft Schottland
Patronat Groß Britannien
Widerristhöhe Rüden und Hündinnen um 28 cm
Gewicht Zwischen 8 und 10 kg
Fellfarben Reinweiß
Besondere Merkmale - extrem niedlicher Hundeblick
- haart nicht
- Doppelfell aus Unterwolle und Deckhaar
FCI-Klassifikation - Gruppe 3 Terrier
- Sektion 2 Niederläufige Terrier
Durchschnittliche Lebenserwartung 13 Jahre
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