Hunderassen: Tibet Terrier

Tibet Terrier aus dem Himalaja

Wie der Name schon sagt, kommt dieser Terrier aus der Himalajaregion um Tibet. Allein die Bezeichnung „Terrier“ erhielt er fälschlicherweise, denn das Langhaar ist eigentlich ein Hütehund - und dies sogar mit über 2000-jähriger Tradition. Seinen glücklichen Haltern in den unwirtlichen Gebirgen des fernen Ostens diente der Hund dabei gleich doppelt: Im Sommer hütete er, was zu hüten war, und im Winter spendete sein geschorenes Fell, zu Wolle verarbeitet, lebensrettende Wärme.

Kein Wunder, dass der Tibeter bald als Glücksbringer galt, der den Ruf hatte, auch lange Verlorenes wieder zu finden. Zu besonderen Ehren brachte es der Nachfahre des im Buddhismus wichtigen „Löwenhundes“ auch auf religiösem Gebiet: Im tibetanischen Lamaismus galt der Zottel als Reinkarnation verstorbener Priester und wurde so auch in Tempelanlagen mit großer Achtung gehalten. Den Weg nach Europa fand der Erleuchtete erst in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. Eine britische Ärztin brachte zwei Exemplare nach England, die sie als Geschenk für ihre heilenden Dienste erhalten hatte. Aus diesen beiden Stammhunden entstanden bis heute mehrere Linien, mal etwas zerzauster, mal glatter und ansehnlicher. Heute gelten vor allem die französischen Tibet-Terrier als „en vogue“. Doch obwohl selbst die große Sophia Loren zu den Liebhaberinnen gehört, kam es bisher nicht zu einem ungesunden Boom der Rasse. Ein Modehund ist der Lamaist also bis heute nicht, das wäre wohl auch nicht nach dem Geschmack seiner Priesterseele. 

Terrier oder Hütehund?

Wo der Tibeter schon kein „echter“ Terrier, sondern vielmehr ein Hütehund ist, hat er doch ein ähnlich brausiges Temperament wie so mancher Namensvetter. Was ihn unterscheidet, ist allerdings seine ansonsten ausgeprägte Relaxtheit. Der mittelgroße Hund scheint völlig stressfrei durchs Leben zu gehen - vielleicht ein spätes Überbleibsel aus alten, spirituellen Tagen. Bei aller Ruhe und Lässigkeit braucht der Tibet-Terrier allerdings auch klare Ansagen, sonst kann es passieren, dass er sich zum Dalai-Lama seiner kleinen Familienwelt aufschwingt und macht, was ihm passt. Früh beginnen, stets konsequent sein – dann kann in Erziehungsfragen wenig schief gehen. Dafür sorgt schon sein angenehmes, nach Harmonie strebendes Wesen, und mit der richtigen Ansprache kann man diese Vorzüge voll entfalten. Auch das Vorurteil, der Hund möge keine Kinder, sollte man auf fehlende Belehrungen zurückführen. Sowohl der Tibeter wie auch die Kleinen sollten früh den respektvollen Umgang miteinander lernen. Bei aller Seelenruhe mag es der sonst so Entspannte nämlich gar nicht, geärgert oder sonst wie in seinen Kreisen gestört zu werden. 

Wer es nicht sowieso ausschließt, sollte gerade beim Tibet-Terrier auf die Gabe jeglicher Süßigkeiten verzichten. Der Hund neigt zu leichtem Übergewicht, Zuckerstücke und sonstige ungesunde Leckerlis fallen da natürlich aus. Ausfallen kann beim Halter auch schon mal die Armmuskulatur, ist man langes, häufiges Bürsten nicht gewohnt. Denn das Fell des Tibeters ist lang und mitunter struppig, so dass die Pflege in echte Arbeit ausartet.  

Weitere Infos: Tibet Terrier Löwenhund Tibeter Hund bei Wikipedia 

In solchen Stunden sollte man sich einfach den Priester vorstellen, der als Reinkarnation im Körper des Hundes steckt. Das spornt an, und ein wenig gutes Karma gibt es so garantiert auch zu sammeln. 

Tibet Terrier in der Stadt

Solange der Tibet-Terrier eng in die Tagesabläufe eingebunden ist, ist er auch zufrieden. Das gilt auch für das Leben in einer Stadtwohnung, wobei ein Garten natürlich schon gut für ihn wäre. Sorgt man aber für reichlich Auslauf, wird es dem anpassungsfähigen Tier an nichts fehlen. Richtig aufblühen wird der Hund allerdings erst bei längeren Touren, und wer gerne in die Berge fährt, wird sich besonders am Schnee-Getobe des Hundes erfreuen können.

Tibet Terrier im Hunderassen-Steckbrief:

  • Name: Tibet-Terrier
  • Herkunft: Tibet
  • Patronat: Großbritannien
  • Widerristhöhe: Rüden zwischen 35,6 und 40,6 cm, Hündinnen: Etwas kleiner
  • Gewicht: Rüden bis 15 kg, Hündinnen 8 bis 11 kg
  • Fellfarben: Weiß, Gold, Creme, Grau oder rauchfarben, Schwarz, auch zwei- oder dreifarbig
  • Besondere Merkmale:
    • doppeltes, üppiges Haarkleid
    • lange Augenbrauen
    • schwarze Augenringe
  • FCI-Klassifikation:
    • Gruppe 9 Gesellschafts- und Begleithunde
    • Sektion 5 Tibetanische Hunderassen
  • Durchschnittliche Lebenserwartung 15 Jahre und mehr

Bildquelle:

Bild 1 wikimedia commons aus Flickr Flickr-user skaty222

Bild 2

Bild 3 wikimedia.commons Urheber: Chuaffeurin

Bild 4 media.photobucket.com Urheber: daklica

 

 

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