Wichtig ist ja bekanntlich allein, was hinten raus kommt. Und so ist doch eigentlich unerheblich, ob der Spitz bzw. der „Spitzartige“ wirklich vom prähistorischen „Torfhund“ abstammt. Knochenfunde sollen dies angeblich belegen, doch streiten sich die Experten, ob ein ähnlicher Körperbau alleiniger Grund für einen Eintrag auf ein und derselben Ahnentafel sein sollte. Bewiesen ist allerdings, dass es den Spitzen schon sehr, sehr lange gibt, deshalb rechnet man ihn auch zu den sogenannten Urtypen. In Europa wird der Hund jedenfalls seit Jahrhunderten gezüchtet, von hier gelangte er auch in die große, weite Welt. Und für jede Ausführung – je nach Größe und anderen kleineren Unterschieden spricht man vom Wolfs-, Groß-, Mittel-, Klein- oder Zwergspitz – gab es die jeweils passende Beschäftigung. Vielseitig wie er nun mal ist, wurde der Spitz bei der Jagd, beim Fischfang, als Wachhund oder als Begleiter bei Schlitten-, Kutschen- und Bootsfahrten eingesetzt. Einige Exemplare schafften dann später sogar den Sprung aus der arbeitenden Schicht in die herrliche Existenz des Privatiers: Sie wurden Gesellschaftshunde an Europas Höfen und bei bedeutenden Künstlern.
Sagen wir es mal so: Jeder von ihnen kann etwas – also kann er alles. Spitze sind wirklich zu allem bereit, und vor allem haben sie sich ihre Begleit- und Wachfähigkeiten bewahrt. Als ausgesprochen treuer Familienhund beschützt er seine Liebsten, wann immer Gefahr droht. Allein, Gefährdungs-Beurteilung ist nicht sein Fachgebiet, und so wird öfter mal gefremdelt, wo Freund und nicht Feind vor der Tür steht. Auch das Bellen übertreibt der Spitz gern. Das hässliche Kläffer-Image hat ihm in der Vergangenheit einiges an Fans gekostet. Wenn diese Leute nur wüssten, dass der Spitz durch sein Laut-Geben oft einfach nur pure Freude zum Ausdruck bringen will. Er ist eben ein aufgeweckter Typ, der durch seine Anhänglichkeit, Ausdauer und innere Ruhe perfekt zum Familienhund taugt. Auch in Sachen Erziehung hat man seine Freude. Er lernt schnell und macht fast alles mit – als ehemaliger Zirkushund sind viele Kunststückchen von heute wahrscheinlich sogar unter seiner Würde.
Bei der Pflege sollte man etwas auf die richtige Futtermenge achten, denn der Spitz ist nicht nur ein Feinschmecker, sondern auch ein ausgesprochener Vielfraß. Je nach Unterrasse, Größe und Aktivität des Hundes, muss hier die richtige Menge und Mischung gefunden werden. Mineralien-Zusätze und Vitamine sind ebenfalls wichtig, das lange, dichte Fell sollte man zwei- bis dreimal in der Woche gut durchbürsten. So verhindert man Knötchenbildung und entdeckt hinterhältige Parasiten, die sich in der wolligen Umgebung einzunisten pflegen.
Baden sollte man den Spitzen hingegen nicht: Es schadet nur unnötig seiner Haut.
Städte sind ja mittlerweile große Anballungen von Single-Haushalten. Und gerade für Alleinstehende mit viel Zeit sind die kleineren Spitz-Arten wie gemacht. Ihre Anhänglichkeit erfordert einiges, wer dies mit Freude erträgt, bekommt allerdings auch viel zurück. Durch die verschiedenen Unterrassen mit ihren unterschiedlichen Größen gibt es im Grunde für jede Wohnung den passenden Spitz. Allein die Groß- und Wolfsspitze gehören wohl eher aufs Land oder in ein Haus mit großem Garten. Ihre Robustheit erfordert jedenfalls mehr als einen Kleinbalkon mit Zierpflanzen. Für alle Spitze gilt: Viel Bewegung – sonst gibt’s Ärger! Sie wollen stets beschäftigt sein, lange Spaziergänge sind also absolute Pflicht.
Namen Deutscher Spitz, unterteilt in:
- Wolfsspitz
- Großspitz
- Mittelspitz
- Kleinspitz
- Zwergspitz
Herkunft Europa
Patronat Deutschland
Widerristhöhe je nach Unterrasse zwischen 18 und 50 cm
Gewicht je nach Unterasse starke Unterschiede, Großspitz: etwa 20 kg
Fellfarben schwarz, braun, weiß, orange, graugewolkt; auch andersfarbig
Besondere Merkmale - dichtes, langes Fell
- gedrungener Körperbau
- extrovertiertes Auftreten
FCI-Klassifikation - Gruppe 5 Spitze und Hunde vom Urtyp
- Sektion 4 Europäische Spitze
Durchschnittliche Lebenserwartung 14 bis 18 Jahre
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