Hunderassen: Shih-Tzu

Wachhund aus Tibet

Die Herkunft des Shih-Tzu gilt als einigermaßen gesichert: Der Hund soll schon im 7. Jahrhundert in tibetanischen Tempeln als Wächter gelebt haben. Aufgrund seiner geringen Körperausmaße störte er dabei nicht beim Gebet und war doch ein zuverlässiger Hüter der heiligen Hallen. Im 17. Jahrhundert schaffte es der kleine Löwenhund dann aus den Bergen ins Zentrum der Macht - als Gabe des Dalai-Lama an den chinesischen Kaiser.

Einmal am Hofe angekommen, fand er schnell Zuspruch, und vor allem die Herzen der höfischen Frauchen flogen ihm von da an zu. Erst ein Machtwechsel zu Beginn des 20. Jahrhunderts ließ sein Licht verblassen, und die japanische Invasion im Jahr 1937 brachte den auch Chrysanthemenhund genannten Shih-Tzu an den Rand des Untergangs. Glücklicherweise fanden sich einige Europäer, die die Zierde der Mönche und Kaiser mit nach Hause brachten und im Laufe der Jahrzehnte dafür sorgten, dass der Fortbestand des Kleinen mit der großen Geschichte gesichert werden konnte. Heute kann sich seine Verbreitung durchaus sehen lassen, und auch wenn er die Marmorpavillons von einst gegen schnöde Stein- und Holzhäuser tauschen musste, hat sich der Star aus Fernost sein edles Wesen bewahrt und glänzt gegenüber so manch anderer Rasse noch immer wie die Halogenlampe neben der Kerze. 

Widerspenstiger Shih-Tzu

Eines kann der kleine Schönling in jedem Fall: Ganz schön widerspenstig sein. Denn obwohl er seine engsten Bezugspersonen vergöttert und in seiner Zuneigung bisweilen sogar etwas ausgebremst werden muss, ist er doch sein eigener Herr. Als solcher thront er gern über gesellschaftlichen Runden und lauscht den Gesprächen, als hätte er stets eine Antwort parat. Und bei aller Sympathie für die eigene Familie zeigt er dabei Fremden auch gern mal die kalte Schulter. Langes Knuddeln und Herumtragen ist jedenfalls gar nicht Seins, denn eine gewisse Distanziertheit will sich der hohe Herr einfach gern bewahren. Ein solcher Individualist benötigt natürlich eine konsequente und einfühlsame Erziehung. Anderenfalls können seine Eigenheiten schon mal zur Qual werden, Lob und Tadel prallen dann einfach vom Shih-Tzu ab. Zur nötigen Konsequenz gehören auch klare Tagesabläufe. Wer den von Mönchshand zur Disziplin gedrillten Hund nicht verwirren will, sollte seine Spaziergänge also in etwa zu gleichen Zeiten absolvieren. Als einfach kann man den ehemaligen Palastbewohner also nicht bezeichnen – doch nur die wenigsten Shih-Tzu-Besitzer würden sich wohl selbst zu dieser Kategorie zählen. 

Was für seinen Charakter zählt, findet sich auch in der Pflege des Langhaars wieder. Die ist nämlich auch nicht mal eben so nebenbei zu erledigen. Ständiges Säubern und Trocknen der Fellpracht, die beim Ausführen auf dem Boden schleift, dazu langes und sorgfältiges Bürsten und die spezielle Bartpflege – verhinderte Friseure kommen beim kleine Löwen jedenfalls auf ihre Kosten. Dafür ist der Hund aber schnell satt zu kriegen, was die Kosten für das Spezial-Shampoo schnell wieder einfährt. Kleinere Portionen Fleisch und Gemüse, gern auch mal etwas Fisch: Schon ist der Edle zufrieden. 

 

Weitere Infos: Shih-Tzu Löwenhund Tibet Hund bei Wikipedia

Shih-Tzu passt gut in die Stadt

Der Shih-Tzu ist dank seiner geringen Größe ein ausgesprochen guter Stadthund. Jede Wohnung wird schnell zu seinem Revier, und obwohl ein eigener Garten ihm natürlich gefallen würde, tun es schon regelmäßige Spaziergänge. So wäre auch sichergestellt, dass genügend Menschen seine leicht arrogante Anmut bestaunen können. Ein Hund, der unter den Mächtigen und Spirituellen des Fernen Ostens lebte, wäre in der unbeachteten Ecke eines Bauernhofes wohl einfach fehl am Platz.

Alle weiteren Infos findes Sie hier: Shit-Tzu - Löwenhunde - Tibet

Shih-Tzu im Hunderassen-Steckbrief:

  • Name: Shih-Tzu; auch: Chrysanthemum Dog
  • Herkunft: Tibet
  • Patronat: Großbritannien
  • Widerristhöhe: in jedem Fall weniger als 26,7 cm
  • Gewicht: Zwischen 4,5 und 8,1 kg
  • Fellfarben: Zulässig sind alle Farben, gern gesehen ist eine weiße Blesse
  • Besondere Merkmale:
    • leicht arrogante Körperhaltung
    • auffälliger Bartwuchs
    • Ohren verschwinden oft unter langem Fell
  • FCI-Klassifikation:
    • Gruppe 9 Gesellschafts- und Begleithunde
    • Sektion 5 Tibetanische Hunderassen
  • Durchschnittliche Lebenserwartung: 14 Jahre

 

Bilderquelle:

Bild 1 freeimages.com Urheber: Kodoak1

Bild 2 freeimages.com Urheber: Sue Byford

Bild 3 freeimages.com Urheber: Crissy Pauley

Bild 4 freeimages.com Urheber: Sarah Brucker

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