Malteser

Woher er kommt:

Als echter Malteser sollte man natürlich auch von der Insel Malta kommen. Sollte man – bei der Bichon-Variante stehen die Dinge allerdings anders. Eigentliches Ursprungsland soll das alte Ägypten sein, Mini-Statuen seiner Vorfahren wurden bereits in Pharaonengräbern entdeckt. Sein Name stammt vermutlich von „Mljet“ (früher „Meltäa), einer Adria Insel. Den Mittelmeerraum erreichte der Hund im Gepäck von Händlern, die den Alt-Ägypter einführten. Dabei machte der Malteser schließlich auch auf Malta Station. Von hier ging es auf die britischen Inseln, wo er es schnell zu Ruhm und Ehre brachte und Europas Höfe eroberte. Maria Stuart oder Madame Pompadour – der Malteser konnte sie alle haben. Er gilt als einer der ersten „Schoßhunde“, wobei sein heutiger Glamour-Look erst durch lange Zuchtanstrengungen entstand. Kein Wunder, war der Kleine doch einst vor allem in der Schädlingsbekämpfung tätig. Die Häfen des Mittelmeerraums wimmelten nur von Kleinnagern, der Malteser hatte also allerhand unschöne Taten zu vollbringen. Die Zweitnamen „Schockhund“ und „Malteser Löwenhund“ erinnern noch entfernt an diese wilden Zeiten. Die Bezeichnung „Sanfter Spaniel“ zeigt da schon eher den Weg ins Heute.

 

Was er kann, was er braucht:

Senioren lieben ihn – eine Bestie wird er also nicht sein. Das verbieten wohl auch schon die geringen Körperausmaße. Aber es ist nicht nur das handliche Format, auch sein Charakter schafft Freunde. Der „kleine Bichon“ ist einfach ein lieber Kerl, der gern schmust, lernt und bei richtiger Erziehung auch gehorcht. Seine Geduld mit Kindern und Behinderten macht ihn auch nicht gerade unsympathischer – man kann sagen: Gegen den Malteser spricht wenig. Für ihn spricht außer den genannten Eigenschaften und der offensichtlichen Schönheit auch seine Ausgeglichenheit. Dafür muss man ihm allerdings auch beides geben: Platz zum Toben und ordentlich Streicheleinheiten.

Allein ist man mit dem Hund jedenfalls selten. Er folgt Frau- oder Herrchen auf Schritt und Tritt, in jede Ecke von Wohnung oder Haus – in wirklich jede. Wem das zu intim ist, der könnte ein Problem bekommen, denn ausgesperrt sein mag der ausgeprägte Familienhund gar nicht. Und noch etwas hasst er: Den Verlust der ersten Bezugsperson(en), und sei es nur für ein paar Tage. Gibt man den Malteser zu Fremden, wird sein Gemüt schwer.

Seine Schönheit ist ihm wichtig. Daran sollte man denken und das lange Fell des Hundes täglich bürsten. Von Bädern ist allerdings abzuraten, da sich die helle Mähne schnell ungünstig verfärbt. Und wer will schon einen kleinen Liebling, der aussieht wie die 20 Jahre alte Tapete in der nächsten Eckkneipe. Beim Fressen kann man wiederum wenig falsch machen: Fleisch, Reis und Gemüse in kleinsten Portionen – schon ist er satt und zufrieden.

 

Wie er in der Stadt klarkommt:

Der Malteser ist ein wahrer City-Dog. Seine Größe und sein nicht vorhandener Jagdtrieb machen es da leicht. Dennoch braucht er Platz zum Spielen und ausreichend Auslauf. Nur für den Schoß ist er nicht gemacht, dafür ist der Kleine auch viel zu agil. Ideal wäre die enge Einbindung in eine Großfamilie mit Haus, Hof und Garten. Sollte diese Lebensform noch bestehen, ein Malteser wäre hier ausgesprochen glücklich. In Singlehaushalten kann man mit einem Höchstmaß an Zuwendung viel erreichen. Der Hund wird die erfahrene Liebe auch in so einer Konstellation doppelt zurückgeben.

 

Was in seinem Steckbrief steht:

Namen Malteser (Maltese), Bichon Maltaise

Herkunft Ägypten

Patronat Italien

Widerristhöhe Rüde zwischen 21 und 25cm; Hündin 20-23cm

Gewicht 3 bis 4 Kilogramm

Fellfarben Reinweiß; manchmal blasse Elfenbeintönung (diese ist aber unerwünscht)

Besondere Merkmale - langes, seidiges Fellhaar

- Knopfaugen

- rötliche Verfärbung um die Augen möglich

FCI-Klassifikation - Gruppe 9 Gesellschafts- und Begleithunde

- Sektion 1 Bichons und verwandte Rassen

Durchschnittliche Lebenserwartung 12-15 Jahre

 
   

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