26. Jun 2008
Die Herkunft des Kuvasz bietet reichlich Stoff für einen historischen Exkurs. Um diesem aus dem Weg zu gehen, kann man sich darauf einigen, dass es im Raum des heutigen Ungarn ursprüngliche Hirtenhunde gegeben haben muss, von denen auch die heute bekannten Rassen Komondor und Kuvasz abstammen. Die Ähnlichkeit zwischen diesen beiden Varianten sorgte noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts für Verwechslungen. Doch auch das gleichermaßen helle Fell kann heute nicht mehr über beider Eigenständigkeit hinwegtäuschen. Die ursprünglichen Aufgaben haben die Hunde aufgrund der veränderten Lebensbedingungen heute zwar verloren, doch zumindest im Fall des Kuvasz haben sich neue Betätigungsfelder in den Bereichen Familien-Pflege und Sicherheits-Dienstleistungen gefunden. Den ganzen Stolz Ungarns findet man seit der Ausreisewelle in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts übrigens besonders in den USA vermehrt vor, und auch in Deutschland wächst die Beliebtheit des gleichsam hübschen wie nützlichen Burschen.
Der Kuvasz ist ein Gebrauchshund vom alten Schlag. Trauerte er schon nach dem Rückgang der großen Viehherden seiner angestammten Hirten-Tätigkeit nach, so sollte man ihm heute nicht auch noch die letzten Aufgaben nehmen, um etwa einen reinen Haushund aus ihm zu machen. Bei der Erziehung dieses treuen und extrem kinderlieben Hundes sollte man daher früh über eine bestimmte Beschäftigung für den Arbeiter von einst nachdenken. Sei es nur als Wachhund – der Blonde will unbedingt für etwas zuständig sein, das fördert seine Ausgeglichenheit und entlockt seinem Wesen die positiven Seiten. Da er seinen Job durchaus ernst nimmt, sollte man das Grundstück übrigens kennzeichnen und gut umzäunen. Nicht umsonst leiten Experten seinen Namen vom türkischen Wort „Kawacz“ ab, das soviel wie „Sicherheitswächter“ bedeutet.
Der Kuvasz ist es gewohnt, auch mal eine Mahlzeit auszulassen. Doch trotz dieser Genügsamkeit verschmäht er natürlich weder Frischfleisch noch Fertigprodukte. Gemüse, Reis, Vitamine und Mineralien sollten ergänzend verfüttert werden, damit der „Wächter“ auch fit genug für seine mit Leidenschaft ausgeübte Tätigkeit ist und bleibt. Das raue Fell des Ungarn braucht keine überbordende Pflege – alle paar Tage bürsten, schon bleibt es auf seine natürliche Art ansehnlich.
Einschränkend muss hier gesagt werden, dass ein Leben in einer Etagenwohnung für den Kuvasz nicht in Frage kommt. Er braucht einen Garten oder ein größeres Grundstück, um zumindest als Wächter glänzen zu können. Schafft man es, dem Hund genügend Auslauf zu verschaffen, kann dies auch durchaus in der Stadt passieren. Bei richtiger Erziehung und viel Bewegung wird er die Weiten, die er noch aus seiner Hirtenzeit kennt, nicht weiter vermissen. Eines sollte man allerdings nicht tun: Ihn für längere Zeit allein lassen. Dann neigt der Kuvasz dazu, sich - durchaus von gutem Willen getrieben - auf die Suche nach seinen Menschen zu machen. Ein Zaun hält ihn in solchen Fällen meist leider nicht auf.
Name Kuvasz
Herkunft Ungarn
Patronat Ungarn
Widerristhöhe Rüden zwischen 71 und 76 cm, Hündinnen 66 bis 70 cm
Gewicht Rüden zwischen 48 und 62 kg, Hündinnen 37 bis 50 kg
Fellfarben Weiß bis elfenbeinfarben
Besondere Merkmale - imposante Statur
- ausdrucksvolles Gesicht
- gewelltes bis lockiges weißes Haarkleid
FCI-Klassifikation - Gruppe 1 Hüte- und Treibhunde (ausgenommen Schweizer Sennenhunde)
- Sektion 1 Schäferhunde
Durchschnittliche Lebenserwartung 12 Jahre