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Hunderassen: Kangal

Herdenschutzhund aus der Türkei

Wie zu erwarten kommt der Anatolische Hirtenhund aus der Türkei. Hier ist er aber nicht irgendein Hund, sondern der ganze Stolz des Landes. Sein Antlitz findet sich sogar auf einer Briefmarke und der Nationalhund der Türken dient selbstverständlich auch in der dortigen Armee. Die genaue Abstammung des Herdenschützers ist hingegen schwierig zu ermitteln. Höchst wahrscheinlich waren seine Vorfahren Mastiffs, die schon seit Jahrhunderten als Kriegs- und Schutzhunde im Mittleren Osten vorkommen.

Erst das 20. Jahrhundert brachte eine klare Linie in die Zucht des auch „Kangal“ – ein Ort in der Nähe von Sivas – genannten Hundes. So wurde das heutige imposante Äußere durch stete Veredelung hervorgebracht. Ende der 60’er schaffte es der Riese dann sogar in die USA – ein einzelner Züchter führte einige Exemplare aus der Türkei aus und sorgte für eine beachtenswerte Verbreitung. Neben den Amerikanern haben auch einige Engländer Gefallen an dem löwenartigen Hund gefunden. Wahrscheinlich beeindrucken viele vor allem seine härteren Tage, denn zum Schutz der Herden nahm und nimmt es der Anatolian sogar mit Wölfen und anderen Raubtieren auf. Krieger, Wolfsjäger, Nationalheld – einem solchen Hund sollte man dringend Respekt entgegenbringen. 

Der Kangal ist alles, nur kein Anfängerhund 

Und Respekt braucht es wirklich, um mit dem Anatolischen Hirtenhund glücklich zu werden. Seine Erziehung sollte man früh beginnen, dabei eine sichere und konsequente Hand beweisen. Der Riese ist sicher nichts für Anfänger, denn obwohl seine Treue, Intelligenz und Lernfähigkeit bestechen, ist er eben auch ein Kraftpaket von ursprünglichem Wesen. Sein Revierinstinkt ist so ausgeprägt, dass man ein Grundstück, auf dem ein Kangal das Sagen hat, unbedingt kennzeichnen sollte. Sonst kann es nicht nur für Feind, sondern auch für unangemeldeten Freund schnell ungemütlich werden. Ein Gebrauchshund wie der Kangal ist natürlich kein absoluter Familienhund, aber bei früh begonnener und richtiger Ausbildung kann man sich über einen friedlich mit Kindern tobenden Großhund freuen, der zudem stets acht gibt, was die Kleinen so anstellen. Eines kann der Anatolier allerdings gar nicht leiden: Nicht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit von Herrchen oder Frauchen zu stehen. Er kann äußerst eifersüchtig sein und wird dann leicht ungemütlich. Der Kangal ist eben ein dominanter Typ, und ein solcher duldet natürlich keine Nebenbuhler. 

Weitere Infos: Kangal Herdenschutzhund Erziehung bei Wikipedia

Infoportal: Kangal World - Rassestandard, Wesen, Haltung, Erziehung

Bei der Pflege dieses Hundes sollte man zunächst das Fell im Auge behalten. Die Haarpracht will gut durchforstet sein, und wer zudem Augen, Ohren, Zähne und Klauen sauber hält, kann sich über einen Hund mit beeindruckendem Äußeren freuen. Seiner Größe und Aktivität sollte man in Form von großen Futterrationen Tribut zollen. Wer nicht verarmen will, kann den Hirten aus Mittelost ruhig früh an Fertigprodukte gewöhnen. Seine Antwort auf die Frage „Darf’s ein bisschen mehr sein?“ wird jedenfalls immer positiv ausfallen. 

In der Stadt wird kein Kangal glücklich 

Stadtleben und Kangal? Das geht nicht wirklich zusammen. Besonders für Etagenwohnungen ohne Gartenzugang kommt der Arbeiter eher nicht in Frage. Er ist es gewohnt bei Kälte, Regen oder Hitze im Freien zu schaffen, und das über längere Zeiten und ohne Pause. Da erscheint eine Existenz zwischen Fernseher und Balkon nicht gerade passend. Dass der Herdenschutzhund von einst jede Menge Auslauf braucht, spricht für sich. Lange Märsche, am besten in bergigem Geläuf – das ist seine wahre Leidenschaft.

Kangal im Hunderassen-Steckbrief:

  • Namen: Anatolischer Hirtenhund, Kangal; türk.: Çoban Köpe
  • Herkunft: Türkei
  • Patronat: Türkei
  • Widerristhöhe: Zwischen 74 und 81 cm
  • Gewicht: Zwischen 41 und 64 kg
  • Fellfarben: falbfarben mit schwarzer Maske, zuweilen gestromt, dreifarbig, weiß-schwarz
  • Besondere Merkmale:
    • kurzes, glänzendes Fell
    • schwarze Maske
    • löwenartiger Gang
  • FCI-Klassifikation:
    • Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer, Molossoide, Schweizer Sennenhunde und andere Rassen
    • Sektion 2.2: Molossoide, Berghunde
  • Durchschnittliche Lebenserwartung 12 Jahre


Bildquelle: Bild 1 pixelio.de Urheber: Regina Kaute; Bild 2 freeimages.com urheber: Peter Bruce Wilder; Bild 3 freeimages.com Urheber: Recep Atatanir; Bild 4 pixelio.de Urheber: Regina Kaute

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