Irish-Setter

Woher er kommt:

Streit in der Setterfamilie: Es geht um die für einige entscheidende Frage, wer denn nun der Ältere sei. Gordon und Irish Setter wollen dabei jeweils länger auf diesem Planeten weilen, der English Setter hält sich vornehm raus. In seiner heutigen Form soll der Irish Setter, mit seinem typischen roten Fell, jedenfalls bereits im 17. Jahrhundert entstanden sein, und zwar durch Kreuzungen mit der English- und der Gordon-Variante. Alle Setter stammen übrigens von Spaniels französischer Rasse und spanischen Pointern ab – ein ernsthafter Streit erscheint also denkbar unnütz und zielt auch eher auf die frühere Erwähnung durch den Züchter Lord Sir Laverack ab. Der soll den Iren vor dem Gordon hervorgebracht haben, und zwar bereits im Jahr 1825. Wie auch immer, die Beliebtheit dieser Rassen sollte von solchen Details nicht abhängen. Fakt ist, dass die Beliebtheit des Irish Setter seit über 100 Jahren nachweislich stabil ist, wenn auch in letzter Zeit rückläufige Verbreitungszahlen gemeldet werden. Das wiederum wäre ein lohnenswertes Diskussionsthema, denn ein steter Rückgang der Geburten könnte auch dieser eigentlich gefestigten Setter-Rasse gefährlich werden.

Was er kann, was er braucht:

Der Irish Setter ist wie seine nahen Verwandten ein Multitalent. Seinen bei der Jagd und beim Hüten errungenen Lorbeeren darf sich der Rote bereits sicher sein. Und obwohl dem Bewegungssüchtigen ein leichter Hang zur Nervosität nachgesagt wird, schafft man es durch konsequente, früh begonnene Erziehung, die Fähigkeiten des Hundes gut herauszuarbeiten. Die extreme Sportlichkeit und große Eleganz dieses Setters hebt ihn noch etwas von seinen Namensvettern ab. Wie diese liebt er lange Jagdtouren, aber auch die zivileren Varianten - wie beispielsweise Orientierungsläufe. Eines ist allerdings nicht seine Stärke: Als Wachhund macht er nicht die beste Figur. Seine Neigung, auch Fremde freudig zu begrüßen, spricht zwar für einen edlen Charakter und den guten Willen zur Integration, hilft aber wenig wenn statt Freund Feind an die Tür klopft und im Anschluss Haus und Hof leer räumt. Abgesehen davon darf man sich beim Irish Setter aber über einen treuen Begleiter freuen, der eng in die Familie eingebunden werden sollte – so kommt es auch zu keinerlei Problemen zwischen ihm und den Kindern.

Bei der Pflege dieses Setters gibt es keine Überraschungen: Das längere Fell will gebürstet, der Magen des Hundes angemessen befüllt werden. Und das am besten mit frischem Fleisch, Gemüse und Reis oder Nudeln. Vitamine und Mineralien schaden seiner Gesundheit ebenfalls nicht, und wer auch mal auf Fertigfutter ausweichen will, kann dies bedenkenlos tun.

Wie er in der Stadt klarkommt:

Nein, ein Stadthund ist der Irish Setter nicht. Dennoch spricht nicht alles gegen eine Haltung im City-Raum. Schafft man es, die von dieser Rasse gewünschten Jagdausflüge zumindest durch ausgiebige Spaziergänge in abwechslungsreichem Terrain zu simulieren, und hat dazu eventuell auch noch einen eigenen Garten, dann wird der Hund auch Verkehrslärm und Menschenaufläufe ertragen. Der Knackpunkt liegt hier nicht im Charakter des Setters, sondern in seiner extremen Sportlichkeit und dem noch immer ausgeprägten Jagdtrieb. Wer über Jahrhunderte Rebhühnern, Fasanen und Enten nachgestiegen ist, der gibt sich eben nicht so einfach mit Tauben oder Spatzen zufrieden.

Was in seinem Steckbrief steht:

 
Name Irish Setter (auch: Irish Red Setter) 
Herkunft Großbritannien
Patronat Irland
Widerristhöhe Rüden zwischen 58 und 67cm, Hündinnen 55 bis 62cm
Gewicht Zwischen 27 und 32 kg
Fellfarben Sattes Kastanienbraun (rot)
Besondere Merkmale - flach anliegendes, längeres Fell
- fein strukturierte Ohren
- einzelne weiße Flecken sind erlaubt
FCI-Klassifikation - Gruppe 7 Vorstehhunde
- Sektion 2 Britische und Irische Vorstehhunde
Durchschnittliche Lebenserwartung 14 Jahre