Der so genannte „Flatcoated Retriever“, später zum „Golden Retriever“ umgetauft, war geschaffen und erfreute bald die Herzen von Familien und Jägern in Großbritannien und den USA.
Erst spät im 20. Jahrhundert gelang allerdings der Sprung über den Kanal. Aber auch Kontinentaleuropa lag dem Golden-Boy bald zu Füßen, und so gehört die Rasse heute zu den populärsten der Welt.
Golden Retriever sind Allrounder
Wie seine Retriever-Kollegen – etwa der Labrador – besticht der Goldene durch seine Fähigkeiten bei der Jagd und sein enorm geduldiges Gemüt. Er ist also nicht nur ein arbeitsamer Enten-Holer, er ist auch Liebling der Kinder, äußerst schlau und niemals aggressiv. Zudem bringt er alles für ein Leben in Sauwetter mit. Regen, Sturm und Kälte? Er merkt es nicht einmal. Tropische Sommer ohne Schatten und kühlendes Nass sind allerdings nicht seins. Die fortlaufende Erderwärmung wird er daher skeptischen Auges beobachten.
Beim Arbeitsamt wäre dieser Hund wohl ein äußerst gern gesehener, weil leicht zu vermittelnder „Kunde“. Auf seiner Eignungsliste können Haken hinter folgende Berufsbezeichnungen gemacht werden: Blindenführhund, Gehörlosenhund, Rettungshund, Rauschgift- und Sprengstoffsuchhund sowie Familien- und Begleithund. Da sollte wohl immer eine Neuanstellung zu finden sein. Eines kann er aber nicht gut - genauer gesagt: Gar nicht. Wachen und Schützen, im Sinne von Eigentum und Grund verteidigen, sollte nie seine Aufgabe sein. Der Goldjunge entscheidet immer nach Sympathie, nie nach Freund-Feind-Maßstäben. Letzteres ist wohl Teil seines sonnigen Wesens, das ihm den Ruf einbrachte, es jedem, vor allem aber den nächsten Bezugspersonen, recht machen zu wollen. „Will to please“ heißt das im Fachjargon – durchaus sympathisch, zumindest erleichtert es die Erziehungsarbeit. Die ist allerdings von Nöten, denn ein schlecht erzogener Hund dieser Rasse neigt zu merkwürdigem Verhalten und dazu, seinen angeborenen Jagdtrieb auszuleben.