Kleinere Zuchtkandidaten könnten so mit auf das Festland gelangt sein, wo sie mit Terriern veredelt wurden. Zum Star der französischen Hauptstadt wurde das Fledermausohr jedenfalls auch ohne korrekte Ahnentafel, und während zunächst vor allem Arbeiter und Handwerker gefallen an dem auffälligen Hund fanden, schafften einige Exemplare bald den gesellschaftlichen Aufstieg. Französische und russische Adelshäuser, bald sogar der britische Königshof waren nun die neuen, edlen Heimstätten des ehemaligen Unterschichthundes. In Deutschland und Österreich kam die kurzatmige Kleindogge erst Ende des 19. Jahrhunderts an, heute hat sie trotz aller Extravaganz europaweit ihre Anhänger.
Französische Bulldogge liebt Menschen
Die Französische Bulldogge ist ein wahre Menschenliebhaberin. Ihren Liebsten kann sie gar nicht nah genug sein, und so zieht sie der eigenen Hundeecke auch gern mal die Fernsehcouch vor. Für Familien und Menschen mit viel Zeit ist diese Zutraulichkeit natürlich genau das Richtige, zumal die Faltenstirn auch mit unendlicher Geduld und großer Freude mit Kindern spielt. Kein Wunder also, das der Schnaufhund mit der verformten Front als absoluter Familienhund gilt, dessen Erziehung einen vor nicht allzu große Probleme stellt. Mutig ist die kleine Dame noch dazu, was leider oft zu wahren Kamikaze-Aktionen führt, wobei man die Bulldogge oft eher vor der eigenen Courage beschützen muss. Auch wenn die Französin kein Kläffer ist, gibt sie doch Laut. Ob als verlässlicher Wachhund oder in der Nacht, denn da sorgt der auffällige Bau der Schnauze für einen ganz besonderen Hörgenuss: Ein sonores, dauerhaftes Schnarchen begleitet den Schlaf der Lady. Wem das nicht passt, der greife einfach zu Ohropax oder richte einen schalldichten Hunderaum ein.
Bei der Pflege der auch „Bully“ genannten kleinen Bulldogge steht man vor keinerlei Schwierigkeiten. Das kurze Fell ist äußerst leicht zu Bürsten, und wer den Mut hat, kann die Wasser hassende Madame sogar einfach ab und zu baden. Zu Fressen gibt es das Übliche: Fleisch, Gemüse, Reis, dazu hin und wieder Mineralien und Vitamine. Die Portionen müssen dabei nicht allzu groß sein, denn bei der geringen Größe und dem eingeschränkten Bewegungsradius der Französischen Bulldogge ist der Kalorienbedarf nicht wirklich hoch.