Hunderassen: Dalmatiner

Aus Dalmatien kommt er nicht

Die Frage sollte hier wohl eher lauten, woher er nicht kommt. Denn dem Dalmatiner werden viele Abstammungsgebiete nachgesagt. Auszufallen scheint dabei, die namensgebende Region Dalmatien in Kroatien. Vermutet wird, dass der Hund während eines frühen Balkankriegs seine heutige Bezeichnung erhielt, genetische Tests ergaben allerdings eine britische Herkunft. Wer es historisch mag, kann sich auch der These bedienen, bereits die alten Ägypter und Griechen hätten sich den Getupften gehalten.

Beide Völker verewigten jedenfalls einen Hund von ähnlicher Erscheinung auf frühen Bildern und Fresken. Nachweislich lebte der Dalmatiner ab dem Mittelalter auf europäischen Adelshöfen und war auch der Favorit einiger Päpste. Die Zuneigung ging sogar so weit, dass der Hund zeitweise zum Pontifex-Wappentier erklärt wurde. Eine Ehre, die sicher zum späteren Ruhm des erklärten High-Society-Dogs beigetragen hat. Gearbeitet hat das Ausdauer-Ass allerdings auch: Seine Dauerläufe als Schutz-Eskorte von Post-, Transport-, und Reisekutschen sorgten dafür, dass die Zucht der Rasse immer mehr in Richtung Laufwunder-Auslese ging.

Im 19. Jahrhundert lag die weitere Veredelung des Dalmatiners in englischen und französischen Blaublüter-Händen, die Saat für eine große Karriere als Familien- und Statushund wurde in dieser Phase gelegt. Den Durchbruch schaffte der schwarz bekleckste Hund dann in den Siebziger Jahren: Der Zeichentrick-Kinofilm „101 Dalmatiner“ brachte einen enormen Boom, sorgte allerdings auch dafür, dass Züchter in die Linien eingriffen, die nur an ihre hohen Margen dachten. Der ungesunde Run auf den Laufhund ist inzwischen abgeebbt – geblieben ist eine wunderschöne Rasse, die Familien, Einzelhaltern und bloßen Betrachtern noch immer viel Freude macht. 

Intelligenz-Bestie, die viel Lob wünscht

Wer von Haus aus gerne tagelang neben Kutschen herläuft, gibt sich natürlich nicht mit einem Leben auf der weichen Fernsehcouch zufrieden. Dem Vorwurf, der Dalmatiner neige zu aggressiven Ausbrüchen, sollte man dementsprechend in dieser Richtung nachgehen. Wer ihn nicht beschäftigt, sprich stundenlang bewegt, der bekommt schon mal Probleme mit dem ansonsten vornehmen und freundlichen Hund. In Erziehungsfragen ist vor allem eins angesagt: Lobet und preiset ihn! Dieser Anspruch stammt vermutlich aus päpstlichen Tagen, denn wer bei Gottes Vertreter auf Erden die Nummer eins war, den macht ein gelegentlicher Klapps allein sicher nicht glücklich. Man sollte ihn also immer positiv ins Leben einbeziehen, viel beachten und streicheln, und das alles am besten von frühen Tagen an. Die enorme Intelligenz des Dalmatiners sollte ebenso gefördert werden. Wer ihn etwas kitzelt, im Idealfall durch Hundesport oder andere Spielchen mit Niveau, der darf sich über einen zufriedenen und ausgeglichenen Partner fürs Leben freuen, der seine Fähigkeiten sogar nutzen wird, um Haus, Hof oder Wohnung zu verteidigen.

Bei der Pflege sollte man vor allem Überfütterung vermeiden. Angemessene Portionen aus Fleisch, Gemüse, Reis und Nudeln, und das bei ausreichender Bewegung: Schon verhindert man die übermäßige Ausdehnung seiner schwarzen Pünktchen. Das dünne Fell sollte dem  Dalmatiner regelmäßig gut durchgebürstet werden. Baden muss er allerdings nur zweimal im Jahr – wer naturschön ist, muss sich eben nicht besonders anstrengen. 

Dalmatiner in der Stadt - mit sportlichem Halter ideal

Eigentlich ist der Dalmatiner als echter Adelshund und Ausdauerarbeiter natürlich die Weite des Landes gewohnt. Andererseits wäre es doch zu schade, wenn sich nicht auch die feine Stadtbevölkerung an seinem Äußeren erfreuen dürfte. Und gegen ein Leben in einer nicht zu kleinen Wohnung spricht bei ihm eigentlich nichts. Weist man ihm einen eigenen Bereich zu, der im besten Fall noch nah am Alltagsgeschehen liegt, so wird er auch damit gut leben können. Voraussetzung ist natürlich, dass man den „Runner“ gut bewegt. Als Trainingspartner im Rad- oder Laufsport taugt er allemal, und wer es dabei, oder durch Spaziergänge, auf etwa zwei Stunden Action am Tag bringt, hat schon viel geleistet und wird auch im städtischen Raum keine Probleme mit dem Tier bekommen. 

Weitere Infos: Dalmatiner Ausdauer Hundesport bei Wikipedia

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Dalmatiner in Hunderassen-Steckbrief:

  • Name: Dalmatiner
  • Herkunft: Europa
  • Patronat: Kroatien
  • Widerristhöhe: Rüden zwischen 56 und 61 cm, Hündinnen 54 bis 59 cm
  • Gewicht: Rüden zwischen 27 und 32 kg, Hündinnen 24 bis 29 kg
  • Fellfarben: Schwarz-weiß bzw. grau oder komplett schwarz
  • Besondere Merkmale:
    • auffällige Tupfung
    • gleichmäßig schlanker Körper
    • sichelförmige Rute
  • FCI-Klassifikation:
    • Gruppe 6: Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen.
    • Sektion 3: Verwandte Rassen
  • Durchschnittliche Lebenserwartung: 12 Jahre

 

Bildquelle: pixelio.de

Bild 1 Urheber: Werner Kurzen

Bild 2 Urheber: selbst

Bild 3 Urheber: Dalmatiner

Bild 4 Urheber: später

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