Chinesischer Schopfhund

Liebenswerter Chinese

In offiziellen Rassenbeschreibungen wird als Ursprungsland dieser Nackthunderasse China genannt. Aber eine Ähnlichkeit mit dem mexikanischen Nackthund Xoloitzcuintle kann nicht bestritten werden. Möglicherweise waren die mexikanischen Xolos von Seeleuten nach Asien und von dort aus nach Europa gebracht worden. Bekannt ist diese Hunderasse bereits seit dem 15. Jahrhundert, was chinesische Bücher aus dieser Zeit belegen.

Behaarte und unbehaarte Variante des chinesischen Schopfhundes sitzen nebeneinander auf einem Strohhaufen

Früher wurde der Chinesische Schopfhund vor allem von Adligen und von Reichen gehalten. Wie auch bei dem mexikanischen Nackthund Xoloitzcuintle, wurde seiner Haut eine heilende Wirkung bei Rheuma zugesagt und der Chinesische Schopfhund wurde als Wärmflasche verwendet. Sein Fleisch galt eine Zeit lang als Delikatesse. Zum Glück ist diese dunkle Zeit vorbei! Dieser fröhliche und liebenswerte nackte Kerl mit lustiger Frisur ist heute ein beliebter Begleit- und Familienhund. Das einige Hunde dieser Rasse im Wettbewerb „Hässlichster Hund der Welt“ gewonnen haben, sollte ebenfalls der dunklen Vergangenheit angehören. Letztendlich sind Geschmäcker sehr unterschiedlich und dieser Hund, auch wenn er nach Meinung von einigen kein klassisches Schönheitsideal ist, hat tiefe innere Werte, worauf es letztendlich auch ankommen sollte.

Hunderasse mit lustiger Frisur

Das der Chinesische Schopfhund nackt sein muss, ist ein Irrtum. Es gibt zwei Varianten von Chinesischen Schopfhunden: Hairless und Powder Puff. Die erste Variante ist wohl die bekannteste, weshalb  der Chinesische Schopfhund auch als Nackthund bezeichnet wird. Haare sind nur auf dem Kopf, an den Ohren, Füßen und der Rute vorhanden, der Rest des Körpers ist haarlos, die Haut ist glatt, weich und fühlt sich warm an. Die haarlose Variante hat eine höhere Körpertemperatur, als die behaarte Variante. Der Powder Puff hat dagegen Ganzkörperbehaarung. Das Deckhaar ist lang und schleierartig, die Unterwolle ist weich. Die beiden Varianten haben große Ohren, die mit weichem Deckhaar behaart sind.

In der Regel sind die Ohren abstehend und werden manchmal im Welpenalter durch Klebeband unterstützt. Bei der Variante Powder Puff sind aber auch Hängeohren zugelassen. Außerdem hängt mit der Behaarung des Hundes oft auch das Vorhandensein der Zähne zusammen. Die nackte Variante hat also oft keine oder nicht vollständig ausgebildete Zähne. Von der Statur unterscheidet man ebenfalls zwei Varianten: einen schlanke und feinknochige Variante - „deer type“ und eine kräftige und gedrungene Variante - „cobby type“. Der Chinesische Schopfhund hat einen geraden Rücken, langen und schlanken Hals und einen eleganten, länglichen Kopf mit ausgeprägtem Stop. Die Augen sind mittelgroß und dunkel.  

Freundlich und verspielt – Charakter des Chinesischen Schopfhundes

Der Chinesische Schopfhund ist ein Charmeur, der, wenn nicht mit seinem Aussehen, dann mit seinem freundlichen Wesen Euer Herz in sekundenschnell erobert. Er ist verspielt mit Kindern, seinen Menschen treu ergeben, liebevoll und rücksichtsvoll. Seine Treue und Loyalität kann man nur bewundern. Seine Menschen liebt er abgöttisch und die beste Beschäftigung ist für ihn Kuscheln und Schmusen mit seinem Frauchen oder Herrchen auf der Couch. Auch über tägliche Spaziergänge freut sich dieser Wirbelwind sicherlich.

Gut sozialisiert und gut erzogen werden Hunde dieser Rasse nie aggressiv oder dominant. Die Erziehung des Chinesischen Schopfhundes ist kinderleicht. Dieser intelligente und anschmiegsame Hund gibt auch einem unerfahrenen Hundehalter das Gefühl, Hunde-Profi zu sein. Aber natürlich soll seine Erziehung konsequent und gut durchdacht sein. Einfache Kommandos wie „Platz“, „Fuß“ oder „Such“ kann der intelligente Hund schon im Welpenalter lernen, aber die Hunde-Erziehung beinhaltet in der Regel viel mehr als diese Kommandos. Wenn Ihr Euren Chinesischen Schopfhund also gut erziehen möchtet, solltet Ihr vor allem Euch im Klaren sein, was Ihr mit dieser Erziehung erreichen möchtet. Wenn Euch bei der Erziehung was entgangen ist, kann das zum Glück problemlos korrigiert werden. Der lernwillige Chinesische Schopfhund nutz Eure Fehler bei der Erziehung nicht aus, sondern lässt sich in der Regel leicht umerziehen. Damit aber kein Frust bei Euch und Eurem Hund entsteht, sollte man solche Fehler vermeiden. Nützliche Erziehungstipps findet man heute sehr schnell in der Fachliteratur oder in einer guten Hundeschule.  

Leicht im Umgang, etwas aufwendig in der Pflege - Haltungstipps zum Chinesischen Schopfhund

Der Chinesische Schopfhund kann leicht in einer Stadtwohnung gehalten werden. Er ist nicht groß, nicht aggressiv, kein Kläffer, und ist sehr anpassungsfähig, wenn er richtig erzogen ist. Alles was er braucht, ist ein kuscheliges Körbchen, das er ohne Problem mit anderen Hunden oder sogar Katzen teilen kann. Er lernt schnell und gerne und wird Euch immer wieder mit neuen Kunststücken erfreuen. Ein Haus mit Garten würde diesem aktiven Hund ebenfalls sehr gefallen, vor allem, weil er sich jede Zeit im Garten austoben kann.

Vom Spielen kriegt der kleine Wirbelwind nicht genug: er spielt mit sich selbst, mit anderen Hunden, mit anderen Haustieren, mit Kindern und mit seinen Menschen. Auch Hundesportarten Dog Dancing und Agility können dem kleinen Kerl ziemlich gut gefallen. Es gibt noch sicherlich tausende andere Beschäftigungsmöglichkeiten, die diesen Hund begeistern können. Wichtig für ihn ist, dass sich sein Frauchen oder Herrchen mit ihm beschäftigt und ihm Aufmerksamkeit und Zuneigung zeigt. Kuschelstunden auf der Couch sollen nach einem ausgiebigen Spaziergang auf keinen Fall fehlen.

Die Pflege dieser leicht umgänglichen Hunderasse kann dagegen etwas aufwendiger sein. Die behaarte Variante des Chinesischen Schopfhundes braucht aber nicht mehr und nicht weniger Aufwand als die unbehaarte Variante. Das Haar bei dieser Variante soll regelmäßig gebürstet und gekämmt werden, dafür gibt das Haar einen guten Schutz gegen Sonnenstrahlen und gegen die Kälte. Die „Hairless“-Variante sollte dagegen im Winter vor Kälte und Nässe geschützt werden, wobei, wenn der Hund sich ausreichend bewegt, kann er auch ziemlich niedrige Temperaturen eine Zeit lang ohne spezielle Hundebekleidung aushalten.

Im Sommer sollte die zarte Haut des Nackthundes mit Sonnenschutzcreme eingecremt werden, damit er keinen Sonnenbrand bekommt. Auch wenn einige Menschen meinen, dass der Chinesische Schopfhund eine alte und überzüchtete Hunderasse ist – einige behaupten sogar, dass die Zucht dieser Hunde Tierquälerei sei – so stimmt das jedoch nicht. Zwar haben die Chinesen angefangen diese Tiere schon vor langer Zeit zu züchten, dafür ist diese Hunderasse sehr robust und frei von Erberkrankungen, vorausgesetzt man betreibt eine verantwortungsvolle Zucht. 

Einen seriösen Züchter finden – einen gesunden Welpen kaufen

Der Chinesische Schopfhund bleibt eine recht beliebte Hunderasse. Besonders die haarlose Variante, die gut für Allergiker geeignet ist, findet große Verbreitung. Oft wird das von einigen Menschen, die schnelles Geld auf Kosten der Hunde machen wollen, ausgenutzt. Sie bieten – oft ziemlich günstig – Welpen an, die sehr oft schlecht oder gar nicht medizinisch versorgt sind, zu früh von ihren Geschwistern und ihrer Mutter entfernt wurden und deswegen nicht sozialisiert sind und unter hundeunwürdigen Bedingungen in großen Maßen mit anderen Hunde-Welpen nach Europa transportiert wurden.

Solche Welpen werden oft als Wühltischwelpen bezeichnet. Die Tierschutzorganisationen versuchen diesen illegalen Tierhandeln zu unterbinden und haben schon mehren Welpen das Leben gerettet. In der Regel brauchen Welpen von solchen Händlern oft eine längere Resozialisierungsphase, gute medizinische Versorgung und liebevolle Erziehung, bevor sie weitervermittelt werden können. Wenn Euch solche „Züchter“ bekannt sind, solltet Ihr dort keine Welpen kaufen, sondern eine Tierschutzorganisation alarmieren. Nur ein Welpe aus einer verantwortungsvollen Zucht, in der das Wohlergehen der Welpen im Vordergrund steht, kann Euch und Eurer Familie viel Freude bereiten. Wenn Euch ein Welpe dieser Hunderasse zu teuer ist, könnt Ihr Euch nach einem Chinesischen Schopfhund in einem Tierheim umsehen. 

Chinesischer Schopfhund im Hunderassen-Steckbrief

  • Name: Chinesischer Schopfhund, Chinese Crested Dog, Chinesischer Nackthund
  • Herkunft: China
  • Widerristhöhe: Rüden: 28-33 cm; Hündinnen: 23-30 cm
  • Gewicht: 2-2,5 kg
  • Fellfarben: schwarz, grau, braun, weiß
  • Besondere Merkmale:
    • Hairless-Variante: Haare auf dem Kopf, an den Füßen und an der Rutespitze
    • Powder Puff-Variante: langes Haarschleier am ganzen Körper
    • rehartige oder gedrungene Statur
  • FCI-Klassifikation:
    • Gruppe 9 Gesellschafts- und Begleithudne
    • Sektion 4 haarlose Hunde


Bildquelle: fotolia.com, Urheber: DragoNika

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