Broholmer

Von außen hart, von innen zart

Der Broholmer ist eine Hunderasse mit einer langen Geschichte. Es wird vermutet, dass die Wikinger seinen Vorfahren nach Skandinavien mitgebracht haben. Später wurden die Hunde mit skandinavischen Hunderassen gepaart. Obwohl diese Hunderasse sehr beliebt war, war sie eine stand sie eine Zeit lang kurz vor dem Aussterben. Der dänische Hofjägermeister Sehested hat im 19. Jahrhundert in seinem Schloss Broholm angefangen, diese Hunde gezielt zu züchten. Seitdem haben sie den Namen Broholmer bekommen.  

Um diese Hunderasse zu verbreiten, hat Sehested Welpen mit der Bedingung verschenkt, dass die Hundebesitzer die Hunde weiter zur Zucht verwenden. Dank Sehested wurde der Broholmer sowohl im dänischen Königshaus als auch auf einem Bauernhof verbreitet. Lange Zeit stand der Broholmer im Dienst von dänischen Königen und Adligen. Aber auch Bauern haben diesen kräftigen Hund als Treibhund eingesetzt. Bei Metzgern musste er ihr Hab und Gut bewachen, wofür er auch als Metzgerhund bekannt wurde.

Einige Hunde wurden sogar als Amen für Löwenjungen im Zoologischen Garten benutzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es erneut zum Rückgang dieser Hunderasse. Deswegen ist diese Hunderasse heute außerhalb Dänemarks, wo die Bemühungen um den Fortbestand dieser Hunderasse besonders groß sind, wenig bekannt. Heute wird dem Broholmer die Aufgabe zugeteilt, das Haus zu bewachen, aber dank seinem freundlichen Wesen ist er auch als Familien- und Begleithund gut geeignet. 

Im trockenem Gras liegender Broholmer schaut zur Seite

Athletische Hunderasse mit freundlichen Augen

Diese Hunderasse hat sowohl etwas von einem Mastiff als auch von der Deutschen Dogge. Man vermutet, dass diese drei Hunderassen eng miteinander verwandt sind. Allerdings ist der Broholmer  nicht so groß wie der Mastiff und nicht so elegant in der Bewegung wie die Deutsche Dogge. Der Broholmer ist gut bemuskelt und kräftig gebaut. Der Kopf ist massiv, schwer und groß, die Kiefer ist stark entwickelt, Lefzen hängen leicht herunter, kleine Augen schauen wachsam, aber freundlich. Die kleinen Ohren sind ziemlich hoch am Kopf angesetzt und hängen herab. Die Hündinnen haben in Unterschied zu Rüden einen kleineren, eleganteren Kopf. Das Fell ist kurz und dicht. Heute sind neben der Farbe gold und goldrot mit oder ohne dunkler Maske auch die Farbe schwarz zugelassen. Schwarze Broholmer sind allerdings sehr selten. Weiße Abzeichen an der Brust, den Pfoten und der Rutespitze sind bei allen Farbvarianten erlaubt.

Ein sanfter Riese – Charakter des Broholmer

Der Broholmer ist ein Hund, der allein durch seine Größe und Gelassenheit, die er ausstrahlt, eine besondere Wirkung auf andere Menschen hat. Dabei verhält sich der Broholmer so, als ob er wüsste, dass er angsteinflößend aussieht. Aber, wie so oft, versteckt sich unter dem harten Schalle ein Kerl mit einem sanften Herzen. Der Broholmer gilt als wachsamer, aber freundlicher und nicht aggressiver Hund. Fremden Menschen gegenüber ist der Broholmer zurückhaltend, sobald er das Vertrauen zu einem Fremden gefasst hat, will er von ihm gestreichelt werden und zeigt seine sanfte Seite.

Neue Situationen bringen den gut erzogenen Broholmer nicht aus der Fassung. Er ist sehr anpassungsfähig und kann auch in stressigen Situationen seine Ruhe und Gelassenheit bewahren. Wenn die Umgebung ihn unbekannt, schaut er mit seinen wachsamen Augen um sich herum, bleibt aber ruhig und nicht angespannt. Der Broholmer ist ein sehr anhänglicher Hund, der sehr an seine Menschen hängt. Dabei geht er eine enge Bindung nicht nur mit einer bestimmten Person in der Familie ein, sondern zu allen Familienmitgliedern. Bei gemeinsamen Spaziergängen achtet er besonders darauf, dass alle seine Menschen da sind und dass keiner zurückbleibt.

Alleine kann man den Broholmer höchstens für einige Stunden lassen, wenn man aber einen Urlaub plant, dann sollte man in der Regel auch diesen Riesen mitnehmen. Auch eine Woche in einer Hunde-Pension ohne seinen Menschen bedeutet für ihn unheimlich viel Stress. Alternativ kann er für eine Zeit in die Hände einer vertrauten Person, z. B. eines Verwandten oder guten Freundes, abgegeben werden. Mit Kindern versteht er sich in der Regel bestens und spielt mit ihnen unermüdlich. Man sollte allerdings besonders bei kleineren Kindern aufpassen, dass der große Broholmer sie vor Freude beim Spielen nicht umrennt. Auch mit einem etwas größeren Kind sollte man den Broholmer nicht lassen. Andere Haustiere sind für diesen Riesen ebenfalls kein Problem.

Was die Erziehung angeht, so lernt der intelligente Broholmer recht schnell, behält aber gern seinen eigenen Kopf. Ihm aufzuzwingen etwas zu tun, was er nicht möchte, ist so gut wie unmöglich. Auch mit Leckerlies oder Spielzeugen lässt er sich in diesem Fall nicht überzeugen. Nur viel Geduld, Fingerspitzengefühl und eine gute Portion Humor kann bei der Erziehung dieses zur Sturheit neigenden Hundes helfen. Wenn Ihr also einen Hund sucht, der mehrmals hintereinander Stöckchen apportieren soll, solltet Ihr eine andere Hunderasse aussuchen. Der Broholmer mag keine Wiederholungen. Routineaufgaben langweilen ihn nur. Seine Neugier und Interesse etwas Neues auszuprobieren, kann man bei seiner Erziehung sehr gut benutzen, wenn man ihm etwas beibringen möchte.

Zudem sollte man bedenken, dass er ein Spätentwickler ist und erst mit 2,5-3 Jahren als ausgewachsen gilt. Bis zu einem Alter von 3 Jahren bleibt der Broholmer ein Kind, auch wenn er seine maximale Größe zu diesem Alter erreicht hat. Und wie ein Kind benimmt er sich auch dementsprechend. 

Für wen ist diese Hunderasse geeignet? – Haltung und Pflege

Der Broholmer eignet sich für die Haltung als Begleit- und Familienhund hervorragend. Der aufmerksame, aber liebenswertige Broholmer hängt an allen seinen Menschen sehr und will immer in ihrer Nähe sein. Das kann allerdings schon für einige Menschen, die viel arbeiten oder viel unterwegs sind, ein Problem sein. Denn der Broholmer ist kein kleiner Hund, der leicht in eine Tasche passt und überallhin mitgenommen werden kann. Auch die Erziehung und Beschäftigung mit dem Hund nimmt viel Zeit in Anspruch. Für Couch-Potatos ist diese Hunderasse nicht geeignet. Der Broholmer unternimmt gerne mit seinem Menschen längere Spaziergänge. Mit ihm könnt Ihr längere Wanderung unternehmen oder joggen.

Eines sollte man aber beachten: wenn Ihr eine Broholmer habt und er zur Zucht geeignet ist, seid Ihr verpflichtet, ihn auch zur Zucht zu verwenden. Das ist eine Bedingung von dem Verband, die zu der Verbreitung dieser seltenen Hunderasse beitragen soll. Das bedeutet einen noch höheren finanziellen Aufwand und viel mehr Verantwortung. Damit keine genetischen Erkrankungen beim Hund entstehen, solltet Ihr einen DNA-Test beim Hund machen lassen. Außerdem soll der Broholmer in Dänemark einem Wesenstest unterzogen werden, damit ungewollte Charaktereigenschaften wie Aggressivität bei Hunden auftreten. 

Einen Züchter finden – schwer, aber machbar

Die Zucht des Broholmer wird „von oben“ kontrolliert. Der Dänische Kennel Klub bemüht sich sehr diese Hunderasse zu erhalten und bekannt zu machen. Außerhalb Dänemarks konnte man den Broholmer erst seit 1998 antreffen. Bis 1998 war der Export dieser Hunderasse sogar verboten. Auch heute gibt es einige Regeln für alle Broholmer-Besitzer, was die Verbreitung außerhalb Dänemarks zwar beschwert, dafür aber zu einer gesunden Population dieser Hunderasse beträgt.

Um einen Broholmer-Welpen von einem Züchter zu bekommen, sollte man in dem Dänischen Verein Broholmerselskalbet Mitglied werden. Aber auch dort muss man Geduld und mindestens ein Jahr Zeit aufbringen, bevor man einen Welpen bekommt. Hinzu kommt die Verpflichtung des Hundehalters den Hund bei einer entsprechenden Eignung, die teilweise auch in Dänemark festgestellt werden kann, zur Zucht zu verwenden. So kann es passieren, dass Ihr aus einem Interessenten zu einem Züchter dieser bemerkenswerten Hunderasse werdet und zu ihrer Erhalt beitragt, die sie zweifelsohne verdient hat.

Broholmer im Hunderassen-Steckbrief

  • Name: Broholmer, Dänischer Broholmer
  • Herkunft: Dänemark
  • Widerristhöhe: Rüden: 75 cm; Hündinnen: 70 cm
  • Gewicht: 40-70 kg
  • Fellfarben: gold mit schwarzer Maske, goldrot, schwarz mit oder ohne weißen Abzeichen 
  • Besondere Merkmale:
    • rechteckiger, kräftiger Körperbau
    • breiter Kopf mit kleinen Hängeohren
    • lange Rute
  • FCI-Klassifikation:
    • Gruppe 2 Pinscher und Schnauzer, Molossoide, Schweizer Sennenhunde
    • Sektion 2 Molossoide


Bildquelle: fotolia.com, Urheber: Floydine

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