Hunderassen: Bobtail

Herkunft: Ungeklärt.

Ein weiteres Kapitel im Buch der Experten-Streitigkeiten: Auch bei der Herkunft des Bobtail gehen die Meinungen auseinander. Vom Pyrenäen-Berghund über den Briard und die Englische Bulldogge ist dabei als möglicher Vorfahre alles vertreten, was nicht bei drei an den nächsten Baum gemacht hat. Einigen sollte man sich schiedlich und friedlich auf das kleinste Gemeinsame: Der Hund ist Ur-Brite. Als solcher hat er es bei Hüte- und Treibarbeiten zu einigem Ruhm gebracht und trägt daher mit Stolz den alten Beinamen „Old English Sheepdog“.

Ruhm und Ehre galt es bald auch auf den Schlachtfeldern der zwei Weltkriege des 20. Jahrhunderts zu erringen. Leider war den Militärs nämlich nicht entgangen, dass sich das lustige Langhaar dank seiner Robustheit und Schlechtwetter-Resistenz hervorragend für Zug- und Transportdienste eignet. Immerhin brachte ihm dieser gefährliche Job eine europaweite Verbreitung und sogar den Sprung über den Atlantik ein, wo sich Kanadier und US-Amerikaner seiner mit großer Freude annahmen. Der Bestand der Rasse war so nie gefährdet, und auch heute gehört der Große mit dem verhangenen Blick zu den Stars unter den Hunderassen. 

Wachhund und trotzdem liebevoll

Eigentlich bräuchte ein Hund mit seinem Elan eine anspruchsvolle, bewegungsintensive Aufgabe. Da allerdings nicht mehr allzu viele Menschen ihr Scherflein als Schäfer verdienen, sollten für den intelligenten und hochtalentierten Bobtail unbedingt andere Herausforderungen gefunden werden. Agility und Co. sind hier durchaus zu empfehlen, doch bei ausreichender Zusatzbewegung genügt auch schon der Dienst als Wachhund, um etwas Spannung in des Zottels Leben zu bringen. Obwohl der Hund nicht zu Aggressivität neigt und nur in Extremsituationen zubeißen würde, schreckt schon sein imponierendes Auftreten die allermeisten Eindringlinge ab. 

Neben diesen Vorzügen ist der alte Engländer auch ein prima Familienhund, der bei früh begonnener, konsequenter Erziehung für viel Freude sorgt. Seine Menschen wird er innig lieben und dies durch Leck- und Kussattacken sowie regelrechtes Klammern auch deutlich zeigen. Wem eine solche Penetranz unangenehm ist, der sollte sich erst gar nicht mit einem Bobtail einlassen, denn diese Eigenart wird man ihm genauso wenig austreiben können, wie sein gelegentlich schalkhaftes Benehmen.

Fellpflege ist bei dem Langhaar ein Muss

Beim Bobtail gibt es ein weiteres Reizthema, und das heißt: Fellpflege. Mehrmals wöchentlich muss man hier ran, um so Verfilzungen und unhygienische Verschmutzungen zu verhindern. Viel Hund mit viel Haar will eben viel bearbeitet werden. Viel fressen will der massige Bursche übrigens auch - wie sollte er auch sonst sein Gardemaß halten. 

Eines ist klar: Der Hüter und Kriegsheld von einst wird nie ein reiner Wohnungshund. Seine Power und der Drang ins Freie sind einfach zu groß, um als Zweitteppich vor dem Fernseher zu enden. Wer dennoch nicht auf ein (Zusammen-)Leben in der Stadt verzichten will, tut gut daran, für ausreichend Auslauf oder sogar einen eigenen Garten zu sorgen. Mit kurzen Spaziergängen um den Block wird sich das Energiebündel jedenfalls nicht zufrieden geben.

Bobtail im Hunderassen-Steckbrief:

  • Name: Old English Sheepdog (Bobtail)
  • Herkunft: Großbritannien
  • Patronat: Großbritannien
  • Widerristhöhe: Rüden etwa 61 cm, Hündinnen um 56 cm
  • Gewicht: Zwischen 30 und 40 kg
  • Fellfarben: Alle Schattierungen von Grau, gescheckt, blau, mit oder ohne weiße Flecken
  • Besondere Merkmale:
    • langes, zotteliges Fell
    • wasserfeste Unterwolle
    • Augen verdeckender Pony
  • FCI-Klassifikation
    • Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde (ohne Schweizer Sennenhunde)
    • Sektion 1: Schäferhunde
  • Durchschnittliche Lebenserwartung: 12 Jahre

 

Bildquellen:

Bild 1 common.wikipedia.org Urheber: Mona

Bild 2 4photos.net

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