Hunderassen: Bloodhound - Bluthund

Laufhund für Könige

Schaut man ihn an, meint man es sofort zu erkennen: Diese Rasse hat Jahrtausende auf dem Buckel. Und wirklich, bereits im 2. Jahrhundert diente der heutige Bloodhound als Laufhund bei Kelten und Galliern. Bis ins 16. Jahrhundert diente der beeindruckend große und kräftige Hund dann in den Meuten verschiedener Könige. Für die Zucht der Rasse zeichneten allerdings friedlichere Herren verantwortlich: Die Mönche des Klosters „Saint-Hubert“ in den belgischen Ardennen sorgten über die Jahrhunderte für den nötigen Feinschliff.

Der deshalb auch als „Hubertushund“ bezeichnete Bloodhound fand aufgrund seiner bestechenden Jagdeigenschaften schnell weite Verbreitung. Über ganz Frankreich dehnte sich bald sein „Nutzgebiet“ aus, sogar am Mittelmeer kam er vor. Im 11. Jahrhundert hieß es dann: Namensgebung!

Bloodhound: "Von edlem Blute"

Und natürlich waren es wieder Engländer, die dem gerade eingeführten Hund seinen klangvollen Titel gaben. Bloodhound, zu Deutsch: Bluthund – das klingt zunächst einmal nach Meuchelbestie. Der Ursprung ist aber wohl ein anderer, so tippen einige auf eine Herleitung von der Beschreibung „von edlem Blute“. Wahrscheinlicher ist aber, dass die Bezeichnung auf die außergewöhnliche Spürnase des Großkopfes verweist. Verletztem Wild nachzuspüren ist nämlich die große Stärke des Bluthundes. Einen Ableger hat die Rasse übrigens auch in Nordamerika. Hier entstand ab dem 17.Jahrhundert durch Kreuzungen der so genannte „Coonhound“. 

Laufhund als Familienhund

Man mag es zunächst nicht recht glauben, doch folgende Wesenszüge werden dem Bloodhound zugesprochen: Sanftheit, Intelligenz, Anhänglichkeit. Nomen est Omen? In diesem Fall wohl nicht. Und es geht noch weiter: Er gilt außerdem als idealer Haus- und Familienhund, ist freundlich zu allen Wesen und äußerst geduldig – ein reines Mönchsgemüt!

Seinen martialischen Namen trägt der große Laufhund dennoch zu Recht. Durch die prägnante Länge seines Halses reicht seine exzellente Nase auch in vollem Lauf bis nah über den Boden – das macht es für ihn noch leichter, Beutespuren aufzunehmen und zu verfolgen. Und hier liegt wohl auch das Furchteinflößende an diesem Hund: Ein großes, bis 50 Kilogramm schweres Tier, das, meist in der Meute jagend, hinter einem her ist. Dabei besteht nicht die geringste Chance seine Fährte zu verwischen – da möchte man nicht Jagdziel sein. 

Kommen wir zum Negativen, oder besser, Charakteristischen am Bloodhound: Er gilt als äußerst stur. Seine Erziehung erfordert Zeit, Erfahrung und eine gewisse Härte, denn der Hund scheint jedes Kommando erst einmal überdenken zu müssen. Anschuldigungen oder gar Strafen nimmt er schnell übel, und er vergisst niemals! Trotz einer gewissen, durchaus charmanten Trotzigkeit sind erwachsene, wohl erzogene Exemplare allerdings sehr angenehme Zeitgenossen. Ihre „Goldenen Jahre“ beginnen zwar erst ab dem vierten Lebensjahr und enden leider bereits nach dem siebten. In dieser Blütephase ist nicht nur die Jagd mit den Tieren aber eine wahre Freude. 

Weitere Infos: Bloodhound Bluthund Laufhund bei Wikipedia! 

Noch etwas, das der Bluthund eher nicht kann: Wachen. Er bellt mit seiner wohlklingenden tiefen Stimme zwar jeden Eindringling an, beachtet mögliche Bösewichte dann aber nicht weiter. Dafür ist er sehr pflegeleicht – regelmäßig bürsten, viel Auslauf: Schon ist er zufrieden. Beim Fressen wird es dann aber wieder etwas schwierig, denn der Große langt mit viel Leidenschaft zu, schlingt unangenehm und neigt zu Fettleibigkeit. Erziehung zu geregelter Nahrungsaufnahme ist hier absolut angesagt. 

Bloodhound und Stadt?

Ein Bloodhound in der Stadt – wie darf man sich das vorstellen? Nun, wie bei allen großen Hunden mit Jagdtrieb gibt es hier zunächst einmal das Platzproblem. Er lebt eigentlich gern draußen, am besten in einer trockenen Hundehütte. Ohne Garten ist das natürlich schwierig. Hat man aber ausreichend Platz in der Wohnung und genug Zeit für langes Ausführen, ist er auch zwischen dickeren Wänden zufrieden. Im Stadtverkehr fühlt er sich allerdings nicht sonderlich wohl. Er mag weder Straßenlärm, noch Menschenmengen und sollte daher eng bei sich gehalten werden. Übrigens folgt der Jäger von altem Stamm gelegentlich auch seinen Instinkten. Der oft als weltbeste Spürnase bezeichnete Hubertushund kann eben nicht aus seinem Fell. Gelegentliche Neugier-Attacken gilt es da schon zu erdulden.

Bloodhound - Bluthund im Hunderassen-Steckbrief:

  • Namen: Bloodhound, Bluthund, Hubertushund
  • Herkunft: Europa
  • Patronat: Belgien
  • Widerristhöhe: Rüde bis 67 cm, Hündinnen bis 60 cm
  • Gewicht: 36 bis 50 kg
  • Fellfarben: Schwarz und Brandrot, Leberfarben und Brandrot oder Fahlrot
  • Besondere Merkmale:
    • Feines, kurzes Fellhaar
    • lange, dünne Ohren
    • langer Hals
  • FCI-Klassifikation:
    • Gruppe 6: Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen
    • Sektion 1.1: Große Laufhunde
  • Durchschnittliche Lebenserwartung 12 Jahre

 

Bildquellen:

Bild 1 flickr.com Urheber takomabibelot

Bild 2 wikimedia.org Urheber SuperFantastic 

Bild 3 wikimedia.org Urheber Bruce bei Flckr

Teilt den Artikel mit Euren Freunden!

Helft mit diesen Artikel zu verbreiten, damit mehr Menschen über der Erziehung, Pflege und Haltungsansprüche des Bloodhound erfahren! Klickt einfach auf "Gefällt mir" und teilt den Artikel auf Facebook:

Was sagt Ihr zu dieser Hunderasse?

Habt Ihr einen Bloodhound? Wie ist Euer Eindruck von dieser Hunderasse? Wir freuen uns auf Eure Bewertung des Artikels und Eure Meinung in den Kommentaren!

Bewertung des Beitrages (0 Bewertungen)

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren: