Seit 1910 lautet der ungleich klangvollere Titel des „Vieräuglers“ aber Berner Sennenhund. Den dreifarbigen, äußerst attraktiven Kerl wird es freuen, denn wer will schon nach einem Wirtshaus benannt sein. Bei seinem mittlerweile weltweit hohen Ansehen als kinderlieber Familienhund wäre so ein Image natürlich verheerend, auch wenn in jüngster Zeit wieder vermehrt seine körperlichen Vorzüge genutzt werden und einige Exemplare in den Zughunddienst zurückgekehrt sind.
Familenhund, Retter und Wachhund
Der Berner Sennenhund ist heute vor allem als sanfter Familienhund unterwegs. Sein sympathisches Wesen und die hohe Anpassungsfähigkeit stehen ihm dabei natürlich gut zu Gesicht, wobei man nicht vergessen sollte, dass der gehorsame Riese noch ganz andere Talente hat. Neben der bereits genannten Schlepptätigkeit leistet er auch als Retter und Wachhund einiges, will auf diese Aufgaben allerdings früh und von Kennerhand vorbereitet werden. Geschieht dies, erledigt er seine Pflicht mit großer Freude – Haus und Hof erhalten bei seiner Anwesenheit das Prädikat „sicher“.
Hundesport ist nichts für Berner
Nicht sein Ding ist dagegen Hundesport - schnelle und wendige Bewegungen gehören eben nicht in das Repertoire des Kolosses. Was er auch nicht mag ist große Hitze. Sein langes, dichtes Fell verlangt da schon eher nach kühlen, gern auch schneekalten Temperaturen. Bei solchen Witterungen blüht der Große richtig auf und legt auch leistungsmäßig noch eine Schippe drauf. Zu einem immer größer werdenden Problem der massigen Rasse ist in den letzten Jahrzehnten die hohe Krankheitsanfälligkeit geworden. Die durchschnittliche Lebenserwartung des Kraftpakets liegt unter zehn Jahren, und so gehen die jüngsten Zuchtbemühungen vor allem in Richtung verlängerte Lebenszeit.
Bei einem Hund mit seinem Körperbau wird es kaum verwundern, dass die Fleischportionen ruhig etwas üppiger ausfallen dürfen. Besonders Berner im Arbeitsdienst kommen auf einen enormen Energiebedarf, den man möglichst gesund bedienen sollte. Gesund ist auch das häufige Bürsten der langen Mähne: Die bewegungsträchtige Tätigkeit wird Herrchen oder Frauchen gut tun!Bei einem Hund mit seinen Körperausmaßen kommt man schnell auf die Idee, dass der Kerl vor allem viel Platz benötigt - und dieser Einfall ist absolut richtig, denn enge Etagenwohnungen sprengt der Berner Sennenhund geradezu. Darüber hinaus kommt es bei ihm durch häufiges Treppensteigen zu Gelenkproblemen, was umso mehr gegen eine Haltung in höheren Stockwerken spricht. Ideal wäre also ein Haus oder Hof mit großem eigenen Garten, in dem er seinen Wachhundtrieb ausleben und Platzhirsch spielen kann.
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