Anatolischer Hirtenhund

Mutiger Wachhund aus der Türkei

Der Anatolische Hirtenhund stammt vermutlich von den Jagdhunden aus Mesopotamien ab. Im Laufe der Jahre konnte sich diese Hunderasse an die Wetterbedingungen in Anatolien – heutige Türkei – und an Lebensstil der dort lebenden Menschen anpassen. Aus einem Jagdhund entstand ein mutiger Wachhund, der die Herden von Nomaden und Halbnomaden furchtlos von Wölfen beschützt hat. 

Heute ist der Anatolische Hirtenhund ein Nationalhund der Türkei und wird auf zwei Briefmarken abgebildet. In Grenzgebieten wird er immer noch als Hirtenhund eingesetzt, wo er hervorragende Leistungen zeigt. In Europa und Amerika hat er den Einsatz als Wachhund. Besonders Hilfreich sind diese Hunde in Namibia, wo sie Viehherden vor Geparden beschützen und somit verhindert, dass Farmer diese vorm Aussterben bedrohten Tiere erschießen. So trägt der Wachhund indirekt zum Erhalt der Geparden-Population bei.

Der falbfarbene Hund mit der schwarzen Maske steht aufrecht, im Hintergrund ist ein Wald

Imposante Erscheinung dieser Hunderasse

Der Anatolischer Hirtenhund ist ein großer Hund mit muskulösem Körperbau. Aber für seine Größe erreicht diese Hunderasse große Geschwindigkeiten, die sie auch lange Zeit halten können. Der Kopf ist groß und breit, die dreieckigen Ohren sind mittelgroß und hängend. Die Augen sind klein und können von goldfarben bis dunkelbraun sein. Die Rute ist lang, hoch angesetzt und an der Spitze leicht zusammengerollt. Das doppelte Fell schützt ihn vor wechselhaften Wetterbedingungen: Hitze am Tag und Kälte in der Nacht. Im Winter ist das Fell etwas länger. Die Fellfarbe kann sehr unterschiedlich ausfallen. Am häufigsten sind Hunde mit  falbfarbenem Fell am Körper und schwarzem Fell an Ohren und Gesicht anzutreffen.

Es gibt viele regionale Schläge dieser Hunderasse, die sich in einigen Merkmalen unterscheiden: der Akba, der Kangal, der Karaba und der Karls-Hund. Der Akba – auf Deutsch „Weißkopf“ – hat keine schwarze Maske  und sind hochläufiger als Kangal und Karaba. Der Kangal wird von einer  einflussreichen Familie in der Türkei seit Jahrzehnten gezüchtet und gilt als „reinrassig“. Er hat graubraunes Fell und unterscheidet sich vom Karaba nur minimal. Der Karaba – auf Deutsch „Schwarzkopf“ – hat einen völlig schwarzen Kopf. Der Kars-Hund oder „Kafkas“ (Kaukasus auf Deutsch) ist in seinem Verbreitungsgebiet – Nordosten der Türkei in Kaukasus – populär und ist einem Kaukasischen Owtscharka sehr ähnlich. In der Türkei werden die viel Schläge für eigenständige Hunderassen gehalten. Von FCI werden sie aber nicht anerkannt. 

„Sanfter Riese“ – Charakter des Anatolischen Hirtenhundes

Der Anatolische Hirtenhund ist ein selbstbewusster, aber auf keinen Fall aggressiver Hund, obwohl er in einigen Bundesländern auf der Liste gefährlicher Hunde steht. Er ist seinem Herrchen oder Frauchen treu ergeben. In falschen Händen kann er durchaus zu einem gefährlichen Hund erzogen werden, aber von Natur aus ist er ausgeglichen und ruhig. Als Arbeitshund braucht er viel Auslauf und unterschiedliche Beschäftigungen, die seine Hunde-Intelligenz fordern. Mit Kindern ist dieser spielfreudige Hund immer sanft und behutsam. Seinem Herrchen oder Frauchen ist der Anatolische Hirtenhund sehr anhänglich und loyal, wird aber manchmal ziemlich eigensinnig, dominant und selbstständig.

Dieser selbstbewusste Hund braucht einen selbstbewussten Hundeanführer. Ein gewisses Hunde-Wissen kann daher sehr nützlich sein. Fremden gegenüber ist der Anatolische Hirtenhund misstrauisch. Er hat einen Schutzinstinkt, der schon im Welpenalter zu bemerken ist. Besonders beim Anbruch der Dunkelheit, wenn auch andere Wildtiere aktiv werden, steigt seine  Wachsamkeit an. Seine Familie und sein Revier beschützt er mit lautem Gebell furchtlos vor Eindringlingen, greift aber in der Regel nicht an, wenn der Eindringling sich zurückzieht. Von anderen Hunden erwartet der Anatolische Hirtenhund Unterwerfung. Deswegen können  einige Probleme mit ihren Artgenossen entstehen. 

Hunde mit enormen Bewegungsgrad – Haltung dieser Hunderasse

Für Stubenhocker ist diese aktive Hunderasse nicht geeignet. Der Anatolische Hirtenhund braucht viel Bewegung und will beschäftigt werden. Neben einem großen Garten, wo er spielen kann, sollte man mit ihm täglich im Wald oder im Feld spazieren gehen. Damit der Anatolische Hirtenhund nicht zu einem Problemhund entwickelt, soll er eine Aufgabe bekommen, die er gerne erfüllen wird. Nur als reiner Familienhund ist diese Hunderasse nicht geeignet. Sie braucht eine konsequente Erziehung vom Welpenalter aus. Dabei soll der Hundehalter Selbstvertrauen ausstrahlen. Zweifel und Unsicherheit spürt dieser sensible Riese sehr schnell und nutzt sie aus. Die Fellpflege beim Hund ist relativ einfach, während des Fellwechsels kann der Aufwand steigen.

Einen verantwortungsvollen Züchter finden 

Bevor ihr im Internet nach einem Anatolischen Hund - Züchter Suche startet, informiert Euch über Haltungsanforderungen bei dieser Hunderasse. In einigen Bundesländern steht der Anatolische Hirtenhund in der Liste der gefährlichen Hunde. Nachdem alle Formalitäten erledigt sind, kann es mit der Suche nach einem guten Züchter losgehen. Import dieser Hunderasse aus dem Ausland ist verboten.  Jedoch kommen immer wieder auf illegalen Wegen Welpen, meistens aus Osteuropa, nach Deutschland und werden oft etwas günstiger verkauft. Finger weg von solchen „Züchtern“! Wenn Ihr einen gesunden und gut sozialisierten Welpen haben möchtet, solltet Ihr einen vertrauenswürdigen Züchter aussuchen, der Euch gern zeigt, wie Welpen gehalten, erzogen und ernährt werden.  

Anatolischer Hirtenhund im Hunderassen-Steckbrief

  • Name: Anatolischer Hirtenhund, Türkischer Hirtenhund, Kangal, Akbas, Karabas, Kars-Hund
  • Herkunft: Anatolien/Türkei
  • Widerristhöhe: 70-85 cm
  • Gewicht: 40-65 kg
  • Fellfarben: mehrfarbig, grau, weiß, creme 
  • Besondere Merkmale:
    • dichtes Fell mit Unterwolle
    • muskulöser Körperbau
    • lange Rute, am Ende leicht zusammengerollt
  • FCI-Klassifikation:
    • Gruppe 2 Pinscher und Schnauzer, Molosser, Schweizer Sennenhund
    • Sektion 2 Molossoide


Bildquelle: fotolia.com, Urheber: Dogs

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