Regeln für's Verschenken

Daran sollte man sich halten:

1. Keine Überraschung! Die Aufnahme von Tieren, besonders jungen, im Haushalt braucht vorbereitende Maßnahmen.

 

2. Niemals vor oder während irgendwelcher Fest- oder Feiertage. Der neue Hausgenosse braucht Ruhe und stille Zuwendung.

 

3. Art und Größe des "Geschenks" müssen vorher abgesprochen werden.

 

4. Der Beschenkte muss noch fit in Kopf und Gliedern sein, um die Arbeit leisten zu können, die ihn in den nächsten 15 Jahren durch Aufzucht und Pflege des neuen Familienmitglieds erwarten kann.

 

5. Wohnungsinhaber müssen sich vorher kundig gemacht haben, ob der Hauswirt so gnädig ist, Tierhaltung zu erlauben, und

 

6. muss der Beschenkte finanziell und von der Freizeit her in der Lage sein… usw.

 

Wenn dem aber so ist - nämlich alles in Ordnung und in geordneter Erwartung - warum hat der Beschenkte sich nicht selbst kundig gemacht und sich umgesehen nach einem passenden Gefährten?

 

Sicher hätte er doch, wenn er wirklich gewollt hätte. Es gibt keinen Grund, warum er dann nicht schon längst…

 

Und damit fallen alle mühsam dargestellten Gründe, die so eine blöde Schenkidee vielleicht doch ermöglichen könnten, einfach weg und in sich zusammen.

 

Resumee: Tiere verschenkt man unter gar keinen Umständen!

 

Zum Leben mit einem solchen Lebensbegleiter gehört die gebührend lange Zeit der Vorbereitung, des Zweifels und die endlich gewonnene Erkenntnis, dass man wirklich sein Leben in dieser Richtung verändern will. Dies und die zaghafte Suche nach allen Richtungen, die jetzt folgt, des Sortieren der erwünschten und unerwünschten Ratschläge. Schließlich die Entscheidung für diesen und keinen anderen: Das hat jedermann selbst zu bewältigen und sich verdammt viel Zeit dabei zu lassen. Tiere sind keine Geschenke. An 364 Tagen im Jahr.

 

Autor: Gert Haucke - Schauspieler, Autor und Hundeliebhaber (verstorben am 30. Mai 2008 im Alter von 79 Jahren)