Hündin oder Rüde?

Wer die Wahl hat, hat die Qual

Die Geschlechter-Frage wird unter Hundeexperten kontrovers diskutiert: Gibt es feststellbare Unterschiede im Wesen von Rüde und Hündin - oder liegt alles an Persönlichkeit und Erziehung?

 

Jede Menge Klischees

 

Folgende Vorurteile hört man des Öfteren zum Thema: Hündinnen gelten gemeinhin als reinlicher und leichter zu erziehen. Rüden sagt man nach, dass sie gerne und oft die Rangordnung zu anderen Hunden und innerhalb ihrer Familie überprüfen.

 

Biologische Geschlechtsmerkmale  

 

Ob sich diese Klischees nun bestätigen oder nicht – mit diesen biologischen Geschlechtsmerkmalen können Sie fest rechnen:

 

Hündinnen werden ca. zweimal im Jahr läufig. Dieser Zustand wird sich schnell bei allen Rüden der Umgebung herumgesprochen haben und Sie dürfen von diesem Zeitpunkt an mit viel Besuch rechnen. Ein Spaziergang an frischer Luft kann zum Spießrutenlauf ausarten – deshalb sind Hündinnenhalter in der heißen Phase oft nur Nachts draußen anzutreffen.

 

Neben einem dicken Nervenkostüm brauchen Sie für diese Wochen außerdem ein "Hundehöschen": Es verhindert ein unregelmäßiges Fleckenmuster auf Ihrem Fußboden. Aufpassen müssen Hündinnenbesitzer in dieser Zeit manchmal auch bei Kontakt zum gleichen Geschlecht: Während der Läufigkeit können selbst beste Freundinnen plötzlich zu Konkurrentinnen werden. Viele Hündinnen sind in dieser Zeit zudem sehr sensibel und unkonzentriert – sie sollten sie schonen, keinen neuen Lektionen üben sondern nur auf den Grundgehorsam pochen.

 

Doch keine Angst: Die beschriebenen Zustände können individuell sehr unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Nicht alle haben den gleichen Sex Appeal“ und bei vielen wird man kaum eine Veränderung im Verhalten in dieser Zeit erkennen. Trotzdem: Verlegen Sie das Einüben neuer Tricks besser auf die Zeit zwischen den Läufigkeiten!

 

Rüden werden unterschiedlich stark liebestoll, sobald sie Witterung von einer verführerisch, läufigen Hündin aufgenommen haben. Besonders triebhafte Rüden jaulen gerne ohne Rücksicht auf Tageszeiten ihrer (momentanen) großen Liebe hinterher - in diesem Fall könnten Ihnen kurze Nächte blühen. Auch tagsüber können sie von Sinnen sein und erinnern sich nicht daran, jemals mit uns Menschen kommuniziert zu haben.In diesem Fall gilt: Solche Exemplare gehören zur "heißen Zeit" der Nachbarshündin aus Sicherheitsgründen an die Leine!

 

Manche Rüden reagieren zudem besonders bei Liebeskummer aggressiv auf vermeintliche Konkurrenten. Aber auch hier gilt: Die meisten Rüden sind bei guter Sozialisierung friedliche und freundliche Gesellen, die auch bei einer läufigen Hündin einen halbwegs klaren Kopf behalten!

 

Unterschiedliches Aggressionsverhalten der Geschlechter

 

Rüden: Vermehrtes Aggressionsverhalten unter Rüden lässt sich nicht bestätigen – es äußert sich eben anders, genau wie bei Männern. Rüden machen viel Gehabe mit (meistens) nichts dahinter.

 

Hündinnen: Sie zicken oft kaum wahrnehmbar untereinander herum und brechen seltener, dafür dann ernste und langfristige Streitereien vom Gartenzaun.

 

Fazit: Aggressions- und Geschlechtsverhalten wird maßgeblich durch Persönlichkeit und Erziehung beeinflusst. Wenn Sie sich also einen Hund aussuchen, dann empfiehlt es sich, nicht auf das Geschlecht, sondern das Wesen und eine gute Sozialisierung zu achten – und so den Weg zum unproblematischen Stadthund zu ebnen.

 

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