Warum so blauäugig?

Wenn Wissenschaftler und Hundehalter zusammenarbeiten, kann das zu interessanten Erkenntnissen führen. So geschehen ist das in den USA, wo Forscher sich mit den beeindruckenden blauen Augen von Huskys beschäftigt haben.

 

Im Zuge einer großangelegten DNA-Analyse mit rund 6.070 Hunden hat sich gezeigt, dass eine Verdoppelung des Chromosoms 18 bei Siberian Huskys direkt mit ihren blauen Augen zusammenhängt. Das besagte Chromosom befindet sich in der Nähe des Gens ALX4. Dieses Gen spielt eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung der Augen bei Säugetieren. Das betrifft auch die Farbe. Die Hunde, bei denen die Forscher eine Verdoppelung des Chromosoms in der DNA fanden, hatten zwei blaue Augen oder ein blaues und ein braunes Auge. Die wenigen Ausnahmen erklären die Forscher mit anderen genetischen Faktoren oder Umwelteinflüssen. 

Warum siehst du so aus, wie du aussiehst?

Adam Boyko und Aaron Sams veröffentlichten die Erkenntnisse am 4. Oktober 2018 auf der Homepage von PLOS Genetics. Die beiden arbeiten für Embark Veterinary Inc. Dieses Start-up beschäftigt sich mit der Genetik von Hunden und ist Kooperationspartner des Cornell University College für Veterinärmedizin. Ihre Aufgabe: Die Werkzeuge der Wissenschaft zur Entschlüsselung der DNA zu nutzen und die genetischen Grundlagen verbreiteter Merkmale – wie eben der blauen Augen bei Huskys – zu entdecken. Auf diesem Gebiet gibt es noch viel zu entdecken. 

Hundehalter helfen Forschern

Das Besondere an der Vorgehensweise des Start-ups: Die große Datenmenge kommt durch die Zusammenarbeit von Forschern und Hundehaltern zustande. Wissenschaftliche Datenbanken liefern genaue genetische Informationen. Ergänzt werden diese durch Informationen über das Aussehen der Hunde. Diese stellen die Halter zusammen mit Fotos ihrer Vierbeiner freiwillig über webbasierte Umfragen zur Verfügung. Bei Menschen gibt es solche Kooperationen bereits öfter. Bei Hunden sind sie noch relativ neu. 

Das Ziel: die Gesundheit unserer Hunde besser verstehen

Dabei hilft den Wissenschaftlern nicht zuletzt auch die Neugier von Hundehaltern, die mehr über die Genetik ihrer Tiere herausfinden möchten. Aaron Sams und Adam Boyko betonen das große Engagement der Tierhalter bei ihrer Umfrage. „Die Studie zeigt, wie Hundehalter und Wissenschaft zusammenarbeiten können, um neue Erkenntnisse zu generieren und die Hundegesundheit zu verbessern“, sagt Aaron Sams. „In nur einem Jahr konnten wir genug Datenmaterial sammeln, um die bisher größte Hundestudie dieser Art durchzuführen.“ Das Start-Up Embark möchte ähnliche Untersuchungen weiter durchführen. Dabei sollen vor allem auch Merkmale miteinbezogen werden, die relevant für die Gesundheit unserer Hunde sind. Das soll uns dabei helfen, diese langfristig besser zu verstehen und verbessern zu können.

Quelle: www.plos.org