Vorsicht, Herbstgrasmilben

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Sie sind widerstandsfähig und finden im Hundefell prima Schutz. Milben haben zwar keine Borreliose-Bakterien oder das für FSME verantwortliche Virus an Bord, können für Hunde aber dennoch sehr unangenehm werden. Im Spätsommer und Herbst haben es unsere Vierbeiner oft mit der Herbstgrasmilbe zu tun.

An einem schönen sonnigen Nachmittag gemeinsam spazieren zu gehen, darüber freuen sich viele Hundehalter und Vierbeiner. Leider findet auch ein fieses Spinnentierchen, das im Gras auf uns lauert, solche Tage toll: die Grasmilbe oder Herbstgrasmilbe (Neotrombicula autumnalis). Sie ist bei trockenem Wetter und Sonnenschein besonders aktiv. Zu finden ist sie oft in der Nähe von Flüssen oder Seen.

An diesen Stellen nisten sich Grasmilben ein

Die orangeroten Larven der Grasmilbe sitzen im Spätsommer und Herbst im hohen Gras. Sie lassen sich auf ihren Wirt – den Hund – fallen, wenn er vorbeistreift. Dann nisten sie sich zwischen seinen Zehen, am Bauch und am Kopf ein. Erkennen lassen sich die Tierchen oft mit dem bloßen Auge. Sie bilden für gewöhnlich rostrote Flecken zwischen den Zehen.

Reaktion auf die Milbenlarven

Der Körper deines Hundes reagiert auf die Grasmilben mit Juckreiz, geröteter Haut und insektenstichartigen Schwellungen. In dem Versuch, den Juckreiz zu lindern, leckt und knabbert dein Vierbeiner an den betroffenen Stellen. Die Larven können übrigens auch bei dir eine juckende Hautentzündung hervorrufen. Sie lassen sich auf dich fallen, während du im Gras spazieren gehst. Eine gute Nachricht: Die Larven werden nicht von Hund zu Hund oder vom Hund auf den Menschen übertragen.

Milbenwissen kompakt

  • Milben gehören wie die Zecken und Flöhe zu den Ektoparasiten. 

  • Sie ernähren sich nicht vom Blut des Hundes. Je nach Art haben sie es auf die Lymphflüssigkeit abgesehen oder fressen abgestorbene Hautzellen.

  • Die meisten Milben überleben nur auf einer bestimmten Tierart.

  • Am häufigsten bereiten Ohrmilben und Haarbalgmilben Hunden Probleme. Auch Herbstgrasmilben sind für viele Hunde eine Qual.

  • Milbenbefall? Ab zum Tierarzt. Abgesehen von Haarbalgmilben lassen sich Befälle mit den unterschiedlichen Milbenarten gut behandeln.

Gegen Milben vorbeugen

Am besten ist es natürlich, wenn dein Hund sich gar nicht erst Herbstmilben (oder andere Milben) einfängt. Mit Spot-on-Produkten und Sprays kannst du verhindern, dass sich die Spinnentierchen auf deinem Liebling niederlassen. Es gibt auch Hausmittel wie Kokosöl, Apfelessig oder Aloe Vera. Deren Wirksamkeit haben Studien jedoch nicht belegt. Nicht schön, aber nützlich: Meidet in betroffenen Gebieten zu den Zeiten, in denen die Larven der Herbstgrasmilbe auf Wirte warten, Spaziergänge im hohen Gras.

Einen Milbenbefall behandeln

Ist es schon zu spät, hilft ein Besuch beim Tierarzt. Er kann deinen Hund gegen die Parasiten behandeln. Leidet dein Liebling an starkem Juckreiz, kann der Arzt das gezielt lindern. Denn wenn sich der Hund kratzt, kann er sich zusätzliche Verletzungen zufügen. Durch sie können Erreger in den Organismus gelangen und Infektionen hervorrufen. Nach einem Milbenbefall ist außerdem gründliches Saubermachen – besonders mit dem Staubsauger – angesagt. Denn viele Milben überleben wochenlang, auch wenn sie nicht auf dem Hund sitzen. Entfernst du sie aus deiner Wohnung, verhinderst du, dass sie deinen Hund erneut befallen.