Den Hund impfen: Welche Impfung ist wichtig?

Impfempfehlungen für Hunde

Ein kleiner Pieks mit großer Wirkung: Dass wir unsere Hunde durch das Impfen vor schweren Infektionskrankheiten schützen können, ist eine große Errungenschaft der Tiermedizin. Hier erfahrt Ihr, warum ein Impfschutz wichtig ist und welche Impfungen Hunde haben sollten.

Beim Thema Impfen des Hundes scheiden sich die Geister: Die einen sprechen sich für eine strenge Einhaltung aller Impfempfehlungen aus, während Kritiker das standardmäßige Impfen negativ be-werten.

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Fest steht: Impfen ist der wirkungsvollste Weg, um Hunde vor teilweise tödlich verlaufenden Infektionskrankheiten zu schützen, ähnlich wie bei uns Menschen. Der Körper bildet Antikörper und verfügt künftig über eine Immunität gegen den Erreger. Durch das flächendeckende konsequente Impfen über viele Jahrzehnte hinweg konnten Krankheiten wie Tollwut oder Staupe zurückgedrängt werden. Trotzdem sind Infektionskrankheiten nach wie vor verbreitet und stellen ein ernstzunehmendes Risiko für die Gesundheit des Hundes dar. Eine Grundimmunisierung und Wiederholungsimpfungen zur Auffrischung sind deshalb zwingend notwendig, um den Schutz des Hundes vor Ansteckung zu gewährleisten.

Impfschema zur Grundimmunisierung

Mit der Grundimmunisierung wird bei Hunden im Alter von acht Wochen begonnen. Der Welpe wird gegen Staupe (S), Hepatitis contagiosa canis (H), Parvovirose (P), Parainfluenza (Pi) und Leptospirose (L) geimpft, im Impfausweis zu erkennen an der Buchstabenkombination SHPPiL. Die zweite Impfung erfolgt im Alter von zwölf Wochen und beinhaltet zusätzlich einen Tollwutimpfstoff. In der 16. Lebenswoche wird diese Impfung erneut verabreicht. Wenn der junge Hund 15 Monate alt ist, erfolgt die nächste Impfung, die gleichzeitig die Grundimmunisierung abschließt.
 
Hat ein Hund die Immunisierung durchlaufen, benötigt er in den folgenden Jahren Wiederholungsimpfungen. Bei der Tollwut-Impfung gilt der Zeitraum, den der Impfstoffhersteller vorgibt, heute sind es häufig drei Jahre. Dieser Umstand ist vor allem bei Auslandsreisen wichtig, denn bei der Einreise müsst Ihr einen gültigen Tollwutimpfschutz nachweisen.   

Empfehlungen der Ständigen Impfkommission

Eigens für das Thema „Impfen“ hat der Bundesverband praktizierender Tierärzte (BPT) die Ständige Impfkommission eingerichtet. Sie hat eine Leitlinie zur Impfung von Kleintieren erarbeitet. In seiner neuesten Fassung vom Juli 2013 erklärt der Verband: Bisher geltende starre Impfschemata führten dazu, „… dass regelmäßig geimpfte Tiere zwar hervorragend geschützt waren, aber häufiger als notwendig geimpft wurden. Auch wurden Tiere geimpft, die aufgrund ihrer Haltungsform, Nutzungsrichtung oder Reisegewohnheiten überhaupt keinen Kontakt zu bestimmten Erregern hatten.“

Um diesem Umstand gerecht zu werden, hat die Impfkommission die bisherigen Empfehlungen überarbeitet. Im Kern steht jetzt die Notwendigkeit einer umfassenden Grundimmunisierung für alle Welpen in den ersten zwei Lebensjahren sowie die regelmäßige Wiederholungsimpfung danach, die jedoch nicht jährlich erfolgen muss. Es gilt das Motto: So oft wie nötig, so wenig wie möglich.

Impfen ist der wirkungsvollste Weg, um Hunde vor teilweise tödlich verlaufenden Infektionskrankheiten zu schützen.

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Die einzelnen Impfungen werden in Pflicht- und Wahlimpfungen unterteilt.


Pflichtimpfungen (Core-Impfungen)

Sogenannte Core-Impfungen richten sich gegen Erreger, gegen die jedes Tier zu jeder Zeit geschützt sein muss. Sie sind ein Muss und schützen die Hundepopulation vor dem Ausbruch von Epidemien.


• Hepatitis

• Leptospirose

• Parvovirose

• Staupe

• Tollwut


Wahlimpfungen (Non-Core-Impfungen)

Die Non-Core-Impfungen zielen auf Erreger ab, gegen die das Tier nur unter besonderen Umständen geschützt werden muss, zum Beispiel wenn sich ein Hund vorübergehend im Ausland aufhält oder viel Kontakt zu Hundegruppen oder Katzen hat. Ihr solltet mit Eurem Tierarzt besprechen, welche Non-Core-Impfungen für Euren Hund sinnvoll sein könnten.


• Babesiose, häufig durch Zecken übertragen

• Bordetella bronchiseptica

• Canines Parainfluenzavirus  (CPiV), verursacht Zwingerhusten

• Canines Herpesvirus (CHV-1)

• Dermatophytose, Mikrosporie, Trichophytie

• Tetanus

• Leishmaniose

• Lyme-Borreliose


Rechtliche Aspekte

Zwar besteht in Deutschland keine Impfpflicht, dennoch ist es ratsam, die Pflichtimpfungen bei seinem Tier vornehmen zu lassen. Relevant wird der gültige Impfschutz spätestens dann, wenn Ihr eine Auslandsreise plant. Egal, ob es in den Norden Richtung Schweden oder in den Süden nach Spanien geht: Ohne gültige Tollwutschutzimpfung wird Hunden die Einreise verwehrt. Prüft geltende Fristen rechtzeitig und werft vor der Reisebuchung einen Blick in den Impfausweis Eures Hundes, damit der Urlaub nicht ins Wasser fällt!

Für eine Impfung spricht außerdem dieser Umstand: Ungeimpfte Tiere müssen in Deutschland bei einem begründeten Tollwutverdacht eingeschläfert werden. Ihr könnt Euren Hund vor solch einem tragischen Tod schützen, indem Ihr ihn gegen Tollwut impfen lasst.

Mögliche Nebenwirkungen

Wird ein Hund geimpft, können unerwünschte Reaktionen auftreten. Die heutigen Impfstoffe sind in der Regel gut verträglich. Trotzdem kann es je nach Impfstoff zu milden Anzeichen wie vorübergehender Müdigkeit, Schmerzen und Schwellungen an der Impfstelle, leichtem Fieber und mangelndem Appetit kommen. Diese Nebenwirkungen klingen in den meisten Fällen zeitnah wieder ab, sind ohne Folge für den vierbeinigen Patienten und werden im Sinne eines erfolgreichen Impfschutzes vor der betreffenden Krankheit in Kauf genommen.

Ernstzunehmende Nebenwirkungen können durch eine allergische Reaktion hervorgerufen werden. Verträgt der Hund Komponenten des Impfstoffes nicht, können starker Juckreiz, Durchfall, Erbrechen, Atembeschwerden oder sogar ein Schockzustand die Folge sein. In sehr seltenen Fällen versterben betroffene Tiere. Beobachtet Ihr solche Reaktionen bei Eurem Tier, solltet Ihr sofort einen Tierarzt aufsuchen.

Ob Impfungen Bestandteil einer Hunde-Krankenversicherung sind, erfahrt ihr.

Fotos:

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