03. Apr 2008
Es gibt insgesamt 200 unterschiedlich gefährliche Stämme der Bakteriengattung Leptospirosa interrogans. Was kaum einer weiß: Unsere Hunde werden nur gegen zwei von ihnen durch die jährliche Impfung geschützt.
Ist auch Ihr Hund gegen Leptospirose geimpft?
Dann sollten Sie weitere Vorkehrungen treffen, damit er nicht trotzdem erkrankt! Denn die Impfung, die – zu Recht – von den Tierärzten mindestens einmal im Jahr empfohlen wird, hat einen Haken: Sie schützt den Hund nur vor zwei Leptospiren Arten – von insgesammt 200.
Stehende Gewässer meiden!
Leptospiren kommen in der Natur umso häufiger vor, je mehr stehende Gewässer es in der Umgebung gibt. Hier lauert also die größte Ansteckungsgefahr: Besonders Pfützen und Tümpel können mit Urin von "Zwischenwirten" - also erkrankten Ratten, Mardern, Füchsen und anderem Kleingetier - verseucht sein. Trinkt der Hund hier, können die Bakterien über die Schleimhäute in die Blutbahn gelangen.
Kurz und schmerzhaft
Der Krankheitsverlauf ist oft kurz und führt trotz Behandlung in 50 % der Fälle zum Tod. Das Problem: Die Symptome sind sehr unspezifisch – was die Diagnose oft schwer macht. Die häufigsten Anzeichen für eine Erkrankung: Rückenschmerzen (der Hund krümmt den Rücken), Erbrechen, Fressunlust, Durchfall, Fieber, Schwäche, gelbliche Verfärbung der Schleimhäute.
Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Hund erkrankt sein könnte, sollten Sie auf jeden Fall einen Tierarzt aufsuchen. Stunden können hier entscheidend für den Behandlungserfolg sein! Bestätigt sich der Verdacht, muss der Hund stationär behandelt werden – oft mehrere Wochen lang.
Übrigens: Auch Menschen können sich mit Leptospiren anstecken – immerhin, gegen einen für den Menschen gefährlichen Stamm schützt die Impfung. Die Übertragung vom Hund auf den Menschen ist jedoch sehr selten, viel häufiger findet sie wie beim Hund über den Schleimhautkontakt – also meist dem Kontakt mit verseuchtem Wasser – statt.
Ungetrübter Badespaß
Den besten Schutz betreiben Sie, wenn Sie verhindern, dass Ihr Hund zwischen Frühsommer und Frühherbst aus stehenden Gewässern trinkt oder darin badet. Viel besser: Suchen Sie zum ungetrübten Badespaß Fließgewässer auf, nehmen Sie auf längere Spaziergänge eigenes Trinkwasser für den Hund mit!