Hunde-Krankheiten, die Hundehalter kennen sollten - Teil 2

 


 

Bindehautentzündung

Bindehautentzündungen sind meist auch für den Laien leicht erkennbar. Die Augen tränen, sind gerötet und werden vom Hund oft zugekniffen. Bindehautentzündungen bei Hunden können harmlos sein, wenn sie beispielsweise durch Zugluft verursacht wurden oder ein kleiner Fremdkörper sich im Auge befindet.

 

Sondern die Augen dazu allerdings noch ein gelbliches Sekret ab, handelt es sich um eine eitrige Bindehautentzündung, die meist bakteriell bedingt ist. In jedem Fall sollte ein Tierarzt aufgesucht werden, der die Ursache abklären und eine entsprechende Augensalbe verordnen kann. Einige Hunderassen wie beispielsweise Dobermänner oder Collies neigen vermehrt zu Bindehautentzündungen.

 

Grauer Star

 

Der Graue Star beim Hund ist eine Eintrübung der Linse und tritt häufig bei Hundensenioren auf. Je nach Schweregrad kommt es zu einer Sehbeeinträchtigung bis hin zur völligen Erblindung. Bei jungen Tieren gibt es die Möglichkeit, den Grauen Star operieren zu lassen. Die Ursachen können mannigfaltig sein: Zuckerkrankheit, eine angeborene Anomalie, eine Stoffwechselstörung.

 

Der Graue Star ist auch für den Laien durch den graublauen oder weisslichen Schleier erkennbar. Eine Früherkennung ist für Hundehalter sehr schwierig, da der Sehkraftverlust oft langsam eintritt und vom Hund mit seinem feinen Geruchssinn kompensiert wird. Der Grüne Star beim Hund dagegen ist nicht nur mit dem Verlust der Sehkraft verbunden, sondern auch mit starken Schmerzen. Eine angeborene Fehlentwicklung, eine Bindegewebsstörung oder eine vorausgegangene Entzündung kann die Ursache sein. Meist ist das Auge gerötet, die Pupillen sind geweitert und die Hornhaut wirkt getrübt. Der Augeninnendruck ist erhöht, was für den Hund sehr schmerzhaft sein kann.

 

Viele Hunde reiben sich mit den Pfoten die Augen oder sind insgesamt leicht reizbar. In einem frühen Stadtium kann mit einer Senkung des Augeninnendrucks und entsprechenden Medikamenten geholfen werden, sodern der Sehnerv und die Netzhaut noch nicht geschädigt sind. Leidet der Hund unter massiven Schmerzen, muss erwogen werden, das Auge zu entfernen.

 

Progressive Retinaatrophie (PRA):

 

Die PRA ist eine vererbbare Augenkrankheit, die nicht behandelt werden kann und zur völligen Erblindung des Hundes führt. Die Nerven- und Sinneszellen des Augen gehen langsam zugrunde, meist ist der Hund zunächst nur Nachtblind, sieht zunehmend schlechter. Die meisten Hunde lernen, mit der Blindheit zu leben. Schmerzhaft ist die PRA nicht. Bei Hunden vom Züchter sollte darauf geachtet werden, dass sie aus PRA-freien Beständen kommen.

 

Arthrose und Arthritis


Insbesondere ältere Hunde leiden oftmals unter Arthrose. Arthrose ist eine chronische Gelenkserkrankung, bei der immer mehr Knorpelgewebe abgebaut und verknöchertes Gewebe aufgebaut wird. Dadurch werden die Gelenke steif und unbeweglich. Aber auch Fehlstellungen oder falsche Belastungen, Verletzungen oder Entwicklungsstörungen können zu Arthrose führen.

 

Der Gelenkknorper wird rau, bei Bewegungen entsteht eine Reibung. Die ständige Reizung führt zu Arthritis beim Hund - schmerzhaften Entzündung von Gelenken. Nach Bewegung beginnt der Hund plätzlich zu lahmen oder entlastet ein bestimmtes Gelenk. In dem Fall sollte ein Tierarzt aufgesucht werden.

 

Arthrose ist nicht heilbar, ihre Auswirkungen können nur verzögert oder gelindert werden. Deshalb ist eine Vorsorge besonders wichtig. Insbesondere die sinnvolle Hunde-Ernährung im Wachstum – eher sparsam und nicht zu energiereich, damit die Gelenke nicht durch zu schnelles Wachstum oder zu großes Gewicht belastet werden – ist unerlässlich. Ein guter Tierarzt berät Hundehalter gerne über die richtige Ernährung im Wachstum.

 

Babesiose


Die Babesiose wird oft auch als Hundemalaria bezeichnet und ist eine infektiöse Form der Anämie. Oft führt die Babesiose zu einer Gelbsucht. Babesiose wird durch Zecken übertragen, die Inkubationszeit dauert etwa 2 Tage bis 5 Wochen. Als erste Symtome äußert sich Unwohlsein, hohes Fieber und Teilnahmslosigkeit. Oft sind Milz und Leber vergrößert. Unbehandelt endet die Babesiose häufig tödlich, bei den genannten Symptomen sollte umgehend ein Tierarzt konsultiert werden. Die Gefahr einer Babesiose-Übertragung macht den Zeckenschutz besonders wichtig.


Leishmaniose


Insbesondere im Auslandstierschutz spukt immer wieder ein Gespenst umher: Die Leishmaniose bei Hunden. Leishmaniose ist eine Erkrankung der Haut und Eingeweide, die vor allem im Mittelmeerraum verbreitet ist und durch die Sandstechmücke verbreitet wird. Da die Inkubationszeit bis zu 18 Monate betragen kann, wird die Krankheit oft nicht erkannt, da kein kausaler Zusammenhang mehr mit einem Auslandsaufenthalt gesehen wird.

 

Der Hund verliert drastisch an Gewicht, die Haut wird schuppig und rissig, das Fell wird stumpf und schütter. Fieberschübe, Durchfall, Nasenbluten, Lahmheit und Augenentzündungen sind weitere Symptome. Leishmaniose ist nicht heilbar, der Erreger kann lediglich zurückgedrängt werden. Eine konsequente Therapie kann dem Hund allerdings viele weitere beschwerdefreie Jahre schenken, wobei Rückfälle nie ausgeschlossen sind.

 

Eine Impfung gegen die Leishmaniose gibt es nicht, daher ist der Schutz vor dem Stich der Sandmücke besonders wichtig. Wer einen Urlaub mit Hund in der Mittelmeerregion plant, sollte sich unbedingt vorher beim Tierarzt beraten lassen.

Herzinsuffizienz

 

Husten, Atemnot und Schlappheit können nicht nur Symptome einer Erkältung oder Bronchitis beim Hund sein, sondern auch einer Herzinsuffizienz beim Hund. Herzschwächen kommen bei Hunden gar nicht so selten vor und können viele unterschiedliche Ursachen haben und sehr unterschiedlicher Art sein. Etwa jeder zehnte Hund ist davon betroffen. Folge sind Stauungen im Blutkreislauf, was die Aufrechterhaltung der Organfunktionen beeinträchtigen kann.

 

Der Hund wirkt insgesamt schlapp und wenig belastbar, hat mitunter Atembeschwerden. Ein Tierarzt kann durch Ultraschall beim Hund die Art des Herzfehlers herausfinden und eine Therapie festlegen. Herzleiden sind nicht heilbar, aber mit einer entsprechenden medikamentösen Einstellung können Hunde oft noch viele schöne Jahre verleben. Dies ist aber nur bei einer frühzeitigen Erkennung möglich. Insbesondere ältere Hunde sollten deshalb regelmäßig zur Routineuntersuchung erscheinen.

Blasenentzündung

 

Die Symptome einer Blasenentzündung beim Hund erkennt ein aufmerksamer Hundehalter meist rasch: Der Urin wird vermehrt und oft nur tröpfchenweise abgesetzt, oft zeigt der Hund dabei Anzeichen von Schmerz. Auch unkontrolliertes Absetzen von Urin kann ein Hinweis auf eine Blasenentzündung sein.

 

Ein gestörtes Allgemeinbefinden und Fieber sind möglich, aber müssen nicht zwangsläufig auftreten. Oft ist der Urin anders gefärbt oder getrübt. Die Ursachen können verschieden sein, eine Unterkühlung ist ebenso möglich wie ein bakterieller Infekt oder auch Blasensteine beim Hund. In jedem Fall sollte der Tierarzt den Hund untersuchen und eine Therapie verordnen.

 

Epilepsie

 

Epilepsie bei Hunden kommt gar nicht so selten vor, manche Rassen neigen stärker dazu als andere. Epilepsie ist ein Anfallsleiden: Muskelkrämpfe mit oder auch ohne Bewusstseinseinschränkungen sind symptomatisch. Diese Krämpfe sind motorische Überreaktionen, die durch eine erhöhte Erregbarkeit des zentralen Nervensystems verursahct werden. Der Hund fällt oft einfach um, zittert, zuckt mit den Gliedmaßen, speichelt und schäumt, hat geweitete Pupillen, Ohnmachtsanfälle und verliert die Kontrolle über Darm- und Blasenfunktion.

 

Epilepsie ist für Hundehalter sehr einschüchternd, aber für den Hund nicht tödlich. Epilepsie kann angeboren sein oder in Folge einer anderen Krankheit auftreten. Ein Tierarzt muss die Ursache feststellen und eine geiignete Medikation festlegen. Wichtig ist auch die Schulung der Hundehalter, damit sie bei einem epileptischen Anfall für die Sicherheit des Hundes und aller Familienmitglieder sorgen können. Auch eine Ernährungsumstellung kann sinnvoll sein.

 

 

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