Übergewicht bei Hunden

Boxer liegt auf dem Boden, sein Herrchen streichelt ihm den Bauch

Ab wann ist mein Hund übergewichtig?

Im Internet kursieren unzählige Bilder und Videos mit dicken Hunden. Auf den ersten Blick sind die Tiere auf vier Pfoten süß. Doch das Übergewicht macht ihnen zu schaffen und kann fatale Folgen für ihre Gesundheit haben. Hundehalter stellen sich verständlicherweise die Frage: Ab wann hat mein Hund Übergewicht?

So mancher Hundebesitzer tut sich schwer, seinen inneren Schweinehund zu besiegen. Anstatt eine Runde mit dem Hund Gassi zu gehen, verbringt man den Abend lieber vor dem Fernseher – ein Problem für Hund und Besitzer. Nicht nur Herrchen und Frauchen leiden unter einem Bewegungsmangel, sondern auch ihre Vierbeiner.

Fast jeder zweite Hund ist übergewichtig

Im neuen Jahr soll alles anders laufen: Beim Fitnessstudio anmelden und die überflüssigen Pfunde loswerden – das nehmen sich viele Menschen am 31. Dezember vor. Doch nur wenige Tage nach dem 1. Januar trifft die Ernüchterung ein. Man stellt fest, dass es auf der Couch weitaus bequemer ist.

Dass an der Faulheit der Menschen ihre Tiere leiden, scheint logisch. Und so sollte es niemanden wundern, dass laut dem Bundesverband für Tiergesundheit fast jeder zweite Hund (44 Prozent) an Übergewicht leidet.

Welches Gewicht muss ein Hund erreichen, um übergewichtig zu sein? Sobald ein Hund sein Normalgewicht um 10 bis 20 Prozent übersteigt, gilt er als übergewichtig. Ist die Waage 30 Prozent über dem Normalwert, gilt er als fettleibig. Schwergewichtige Hunde leiden häufig an Kreislauferkrankungen, Diabetes, haben Hautprobleme und Gelenkbeschwerden.

Fettleibigkeit bei Hunden bekämpfen

Wenn Hundebesitzer die Vermutung haben, ihr Vierbeiner könnte übergewichtig sein, sollten sie zunächst den Body Condition Score (BCS) ermitteln. Er ist das Pendant zum menschlichen Body Mass Index (BMI), wird aber nach optischen Kriterien ermittelt:

  • BCS3: Ein normaler Hund besitzt ertastbare, leicht mit Fett bedeckte Rippen.
  • BCS4: Unter der Fettschicht eines leicht übergewichtigen Hundes sind die Rippen schwer zu spüren. Am Schwanzansatz sind Fettpölsterchen vorzufinden.
  • BCS5: Starke Fettablagerungen sind am Hals, dem Brustkorb sowie der Wirbelsäule und Schwanzansatz zu sehen. Auch ist der Bauch rund geformt. 

 

Je nachdem, in welche der beiden Kategorien (BCS4 oder BCS5) der Hund eingeordnet wird, müssen Herrchen entsprechend strenge Maßnahmen zur Gewichts- und Körperfettreduzierung etablieren.

Der Hund muss also abnehmen – So schwer ist das gar nicht! 

Um das Ziel des Gewichtsverlustes zu erreichen sind zwei Faktoren besonders wichtig: Ernährung und Bewegung. 

In diesem Zusammenhang ist es zunächst zu empfehlen die großen Mahlzeiten auf mehrere kleine Portionen pro Tag zu reduzieren. So können im ersten Schritt Überfütterungen ausgeschlossen werden. 

Als Nächstes müssen auch die Herrchen ihren inneren Schweinehund überwinden und mit ihrem Hund aktiv werden – schließlich ist ausreichend Bewegung ein wichtiger Schlüssel, wenn es um das Abnehmen geht.

Im Rahmen einer regelmäßigen Gewichtskontrolle können Hundehalter den Fortschritt ihres tierischen Freundes protokollieren. Die Gewichtsreduzierung ist jedoch ein langer Prozess, an dem Herrchen und Hund gemeinsam arbeiten müssen. Wichtig ist, dass eine Routine ausgearbeitet wird, die Mensch und Tier aktiv hält.

Interessante Aktivitäten für Hund & Herrchen

Damit bei der Gewichtsreduzierung keine Langeweile aufkommt und in diesem Prozess gleichzeitig die Beziehung zwischen Mensch und Hund gestärkt wird, sollten Hundehalter überlegen, welche Aktivitäten sie mit ihrem Vierbeiner ausführen können.

Ob Ballspiele, Spaziergänge durch den Park oder Stöckchen holen – es gibt unzählige Möglichkeiten, aktiv zu werden. Natürlich müssen die Aktivitäten immer zum Herrchen und seinem Hund passen. Einen Mops wird man nicht zum Joggen im Wald mitnehmen, weil diese Hundeart nicht die Ausdauer für lange Läufe besitzt. Gute Laufpartner sind diesem Artikel zufolge Labrador und Beagle, Parson Jackrussel Terrier, Rhodesian Ridgeback, Weimaraner sowie Vizsla.

Nicht nur im Alltag sollten Herrchen ihre Hunde mit Aktivitäten beglücken, auch den Urlaub können sie gemeinsam verbringen. Auf die wachsende Nachfrage nach solchen Urlaubsangeboten haben Reiseveranstalter längst reagiert. Immer mehr Orte rund um den Globus optimieren ihr Angebot speziell für Hundehalter.

Übrigens: Aktuell läuft bei uns eine Umfrage zum Thema Urlaub mit Hund, bei dem es Plüschhunde zu gewinnen gibt – abstimmen lohnt sich.

Übergewicht entwickelt sich langsam

Im Idealfall lassen es Hundebesitzer gar nicht erst zum Übergewicht ihres Vierbeiners kommen. Die Krankheit entsteht nicht von heute auf morgen, sondern, ähnlich wie bei uns Menschen auch, über einen längeren Zeitraum.

Die Probleme beginnen meist im Welpenalter: Tierhalter verwöhnen die Kleinen mit Leckerlis, die sich als Fettpolster absetzen. Wenn der Hund in den ersten Monaten seines Lebens bereits an Übergewicht leidet, ist es schwierig, dieses später zu reduzieren.

Herrchen sollten sich über die Hundehaltung informieren, bevor sie sich einen Vierbeiner anschaffen. Gemeint sind nicht nur allgemeine Tipps, sondern rassenspezifische Informationen, denn: Übergewicht ist auch rassebedingt. Überflüssige Pfunde haften besonders häufig an Cocker Spaniel, Golden Retriever, Beagle sowie Labrador. Auch formen sich Fettpölsterchen bei Hündinnen häufiger als bei Rüden.

Nicht nur im Welpenalter vernachlässigen Hundebesitzer die Wichtigkeit einer adäquaten Ernährung. Mit wachsendem Alter sinkt die Aktivität des Tieres und damit auch der Energiebedarf – folglich muss die Ernährung des Hundes angepasst werden.

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