Hunde-Trauer und Trauerarbeit - Teil 2

Tränen fließen lassen

'Stark sein' bedeutet nicht, dass man nicht um seinen Hund trauert. Stark sein bedeutet, sich seiner Trauer nicht zu schämen, sich nicht zu verstecken, sondern sich ihr zu stellen. 

 

Tränen können dabei sehr befreiend sein, sie sollten nicht unterdrückt werden. Lasst sie einfach fließen, ganz egal, wie viele es sind. Im Gegenzug solltet Ihr Euch aber auch niemals von wohlmeinenden Freunden drängen lassen, Eure Trauer zu zeigen oder sie Euch von der Seele zu reden, wenn Ihr Euch nicht gut dabei fühlt. Ihr werdet intuitiv wissen, wem Ihr Euch anvertrauen könnt, und wem nicht. Aber versucht nicht, irgendjemandem etwas vorzuspielen - Ihr werdet Euch dadurch nur schlechter fühlen.

 

Trauer um Hunde: Irgendwann läßt der Schmerz nach


So schlimm der Schmerz auch ist – er ist nicht endlos, selbst wenn das am Anfang so erscheinen mag. Wie lange es dauert, bis wir uns trösten, kann völlig unterschiedlich sein. Kinder-Trauer um Hunde ist eine ganz andere als Senioren-Trauer um Hunde - oder eben unsere persönliche. Habt Geduld mit Euch. Um Euren Hund zu trauern ist gut und richtig. Ihr sollt nicht in Selbstmitleid versinken, doch Trauer braucht ihre Zeit. Selbstvorwürfe sind ganz natürlich, doch irgendwann müsst Ihr sie los lassen, denn Euch trifft keine Schuld.

 

Irgendwann werdet Ihr akzeptieren, dass Ihr den Lauf der Dinge nicht umkehren könnt. Irgendwann wird es Euch gelingen, dankbar zu sein für die Zeit, die Ihr gemeinsam erleben durftet, und ohne Bitterkeit zurück zu blicken. Und irgendwann melden sich schließlich auch die Kräfte Euch wieder zu Wort, die das Leben bejahen.

 

Das ist kein Verrat an Eurem Hund, sondern etwas vollkommen Natürliches. Eure Trauer ebbt ab, doch sie wird in der nächsten Zeit immer wieder auflodern wie ein Feuer, das neue Nahrung gefunden hat. Mit jedem Auflodern wird der Schmerz jedoch ein klein wenig schwächer werden.

 

Trauer um Hunde ist etwas Positives


Und selbst nach längerer Zeit kann es Euch immer wieder passieren, dass ein altes Foto, ein bestimmter Ort oder auch nur ein Geruch Erinnerungen in Euch wecken und Euch urplötzlich die Tränen in die Augen treiben. Schämt Euch dessen nicht. Trauer ist etwas Positives, auch wenn sie einem erst im Nachhinein so erscheinen mag. Sie zeigt, dass Ihr ein mitfühlender, empfindsamer und bindungsfähiger Mensch seid.


Trauer bietet eine Chance auf Veränderung, auf einen Neuanfang. Ihr könnt aus Fehlern lernen, könnt bewusster und mehr in der Gegenwart leben, könnt gelassener, großmütiger und gerechter werden. Diese heilsame und schöne Seite der Trauer verändert uns, vielleicht macht sie uns zu einem ein wenig besseren Menschen. Wer versteht, dass das Leben ein kostbares Geschenk ist, das zwischen der Geburt und dem Tod liegt, lebt anders.

 

 

Wer sich so weit getröstet hat, ist offen für einen neuen Abschnitt. Meist geht das bei uns Hundehaltern mit dem Wunsch einher, wieder einen vierbeinigen Gefährten an unserer Seite zu haben, vielleicht einen Welpen oder auch einen Hunde-Senior aus dem Tierschutz. Ihr werdet wissen, wenn es soweit ist. (je)