Trauer - Hunde - Trauerarbeit

Trauer um Hunde: Vom Schmerz bis zum Trost

 

Gegen seinen Willen stirbt, wer nicht zu sterben gelernt hat. Lerne zu sterben, und Du wirst lernen zu leben, denn niemand wird lernen zu leben, der nicht gelernt hat zu sterben.“ Das tibetanische Totenbuch

 

 

 

Wir lieben unseren Hund, und wir teilen unser Leben mit ihm. Wenn unser Hund stirbt, erfahren wir einen großen Verlust. Wir müssen uns von jemandem trennen, der uns vertraut ist, und die Welt ist nicht mehr so, wie wir sie kannten. Die Trennung ist endgültig und unumkehrbar und es ist völlig gleichgültig, dass Außenstehende unseren Schmerz vielleicht nicht nachvollziehen können, weil er einem Hund gilt.


Auch wenn jeder von uns völlig anders trauert, gibt es doch Dinge, die jeder Art von Trauer gemein sind. Verlust und Trauer gehören zu den grundlegendsten Erfahrungen, die wir in unserem Leben machen. Trauer ist nichts anderes als die tiefe Sehnsucht nach dem, was vergangen ist und hinter uns liegt; es sind Liebe und Zuneigung, die plötzlich kein Gegenüber mehr haben und ins Leere fallen.

 

Trauer um Hunde beginnt mit Fassungslosigkeit

 

Stirbt unser Hund, sind wir meist zunächst einfach fassungslos. Wir sind wie gelähmt, wollen es nicht wahrhaben. Oft fühlen wir dabei gar nichts, und unter dem Nichts eine heranschleichende Panik. Die Verleugnung ist die erste Phase jeder Trauer, doch sie fällt bei jedem Menschen unterschiedlich aus: Der eine tut etwas scheinbar völlig sinnloses, ein anderer wird wütend. Wie lange wir uns gegen die Erkenntnis des Verlustes wehren, ist sehr unterschiedlich.


Irgendwann jedoch dämmert uns, was geschehen ist. Wir werden von einer Welle der Hilflosigkeit überrollt, der Schmerz springt uns an wie ein hungriges Tier. Wir haben vielleicht das Gefühl, innerlich zu zerreißen vor Kummer. Dieses Überwältigtwerden von Gefühlen fürchten die meisten von uns sehr. Wo ist es hin, unser ach so kontrolliertes Leben? Wir vermissen unseren Hund und unseren gewohnten Hunde-Alltag schrecklich und alles andere verliert an Bedeutung, wir blicken nur noch zurück und nicht mehr nach vorne.

 

Trauer um Hunde geht mit Selbstvorwürfen und Angst einher

 

Meist ist es nicht Trauer allein, die wir fühlen. Oft gesellen sich bittere Selbstvorwürfe hinzu – sicherlich sind doch wir Schuld am Tod unseres Hundes! Wir hadern mit dem Schicksal - gab es wirklich keine Möglichkeit, es abzuwenden? War das Einschläfern des Hundes die richtige Entscheidung? Was wäre gewesen, wenn? Grübeleien und selbstquälerische Fragen können uns in einen selbstzerstörerischen Strudel ziehen. Auch alte, traurige Erinnerungen kommen oft hoch - und nicht zuletzt die Angst davor, dass alles vergänglich ist.


Manch einer ist vielleicht aufgewühlt, ruhelos, kann weder essen noch schlafen. Ein anderer fällt in einen tiefen, erschöpften Schlaf. Manche können einfach weitermachen wie zuvor, während sich all dies im Hintergrund abspielt. Andere sind zu gar nichts mehr in der Lage. Es kann gut tun, seine Energien in Trauerrituale für den Hund zu stecken.


Es ist wichtig, den Schmerz zu zu lassen. Das erfordert sowohl Mut als auch Demut von uns. Doch verdrängen wir den Schmerz, versuchen uns abzulenken, werden wir niemals Trost finden. Im Gegenteil, ein verdrängter Schmerz kann ernsthaft traumatisieren und Depressionen oder psychosomatische Krankheiten zur Folge haben.

 

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