Trauer - Hund - Kind Teil 2

Hunde-Tod: Kinder überwinden ihn mit Phantasie

Viele, die ihr ganzes Leben auf die Liebe verwendeten, können uns über sie weniger erzählen als ein Kind, das gestern seinen Hund verloren hat.“ Thornton Wilder

 

Der Tod eines geliebten Hundes kann sehr heftige emotionale Reaktionen bei einem Kind auslösen. Kinder trauern anders als wir. Sie weinen vielleicht nicht, sondern werden wütend und trotzig. Das ist in Ordnung, schließlich ist es wirklich hundsgemein, dass wir uns eines Tages von unseren Hunden trennen müssen. Kinder sollten ihre Trauer auf allen Ebenen ausleben dürfen.


Sehr kleine Kinder bis etwa sechs Jahre verstehen meist nicht, was es überhaupt bedeutet, zu sterben. Ihnen sollte vor allem erklärt werden, dass Sterben bedeutet, dass sich der Körper nicht mehr bewegen kann, dass man nicht mehr essen oder trinken kann und dass sich das nie wieder ändern wird. Oft ist es notwendig, diese Erklärung öfter abzugeben.

 

Kindertrauer um Hunde: Beantwortet alle Fragen


Wenn Ihr Eurem Kind erklärt, was geschehen ist, wählt einen ruhigen Ort dafür aus. Versteckt Eure eigenen Gefühle nicht, spielt Eurem Kind nichts vor. Bemüht Euch, ruhig zu sein und verständlich zu sprechen. Bietet dem Kind Euren Beistand an, indem Ihr seine Hand nehmt, wenn es das zulässt.

 

Erklärt ihm, dass Euer Hund gestorben ist, dass es an der Zeit ist, Abschied von der Hülle zu nehmen, in der einst der vierbeinige Freund lebte. Die meisten Kinder verstehen den Unterschied zwischen einer körperlichen Hülle und der Hunde-Seele. Beantwortet geduldig alle Fragen, die das Kind an Euch richtet, und seid dabei ehrlich.


Zur bedingungslosen Ehrlichkeit würde gehören, bei der früher oder später aufkommenden Frage: „Was passiert denn danach?“ die eigene Unwissenheit ein zu gestehen. Doch hier scheiden sich die Geister. Religiöse oder persönliche Vorstellungen ranken sich um Wiedergeburt oder um eine Regenbogenbrücke, um den Hundehimmel oder das Paradies. Doch diese Vorstellungen sollten dem Kind nur angeboten, nicht aber als Tatsache präsentiert werden. Vielleicht entwickelt das Kind eine ganz eigene Vorstellung von dem, was danach kommt, und kann sich damit viel besser trösten.

 

Hunde-Tod: Kinder überwinden Trauer meist schneller


Erklärt Eurem Kind ruhig, dass niemand weiß, was danach kommt, doch dass Ihr persönlich glaubt, was immer Ihr selbst auch glaubt. Ladet es ein, seine eigene Phantasie für die bunte Welt des "Danach" zu verwenden, denn Phantasie ist eine Methode der Trauerbewältigung. Lebt gemeinsam mit Euren Kindern alle Gefühle aus, die sich um den Tod Eures Hundes drehen. Liebevolle Trauerrituale für Hunde, zwanglose Gespräche über gemeinsame Erinnerungen oder die kreative Gestaltung der eigenen Gefühle helfen, die Trauer zu bewältigen.

 

Eine feierliche Hunde-Bestattung hilft den meisten Kindern, sich zu verabschieden. Schmückt gemeinsam mit Eurem Kind das Grab, schlagt ihm vor, ein Bild zu malen. Das Kind könnte einen Brief an den Hund schreiben oder vielleicht in Gedicht am Grab aufsagen, was auch immer es gerne möchte. Grenzt Euren verstorbenen Hund auch später nicht aus Eurem Weiterleben aus, ermuntert dazu, fröhliche Erinnerungen auszutauschen oder zu sagen, dass Ihr ihn vermisst.


Auf diese Art kann die Familie in der Trauer um den Hund dichter zusammenrücken. Und wundert Euch nicht, wenn Euer Kind die Trauer letztlich viel besser und schneller überwindet als Ihr selbst. Kinder verarbeiten vieles, was wir Ihnen lieber ersparen wollen. Wichtig ist nur, dass sie dabei nicht allein gelassen werden, dass sie sich ausdrücken können und Rückhalt erleben. (je)